Zähl Pixel
JUBILÄUM

HC Hagemann baut seit 150 Jahren

Sein liebster Spielplatz sind Baustellen von HC Hagemann: Visionär und Firmeninhaber Arne Weber auf dem Bauplatz, auf dem inzwischen bereits der erste Bauabschnitt des Hamburg Innovation Port eingeweiht wurde.

Sein liebster Spielplatz sind Baustellen von HC Hagemann: Visionär und Firmeninhaber Arne Weber auf dem Bauplatz, auf dem inzwischen bereits der erste Bauabschnitt des Hamburg Innovation Port eingeweiht wurde.

Wenn ein familiengeführtes Bau-Unternehmen 150 Jahre alt wird, ist das bemerkenswert. HC Hagemann im Harburger Binnenhafen hat es geschafft, über diesen langen Zeitraum zu bestehen. Das Erfolgsrezept: Tradition und Innovation erfolgreich zu verbinden.

Freitag, 20.12.2019, 10:00 Uhr

Dies zeigt bereits ein Besuch in dem Firmengebäude an der Blohmstraße 18: Der Backsteinbau war einst eine ehemalige Schmirgelpapier-Fabrik, die Firmeninhaber Arne Weber in den Jahren 2008/2009 aufwendig restaurieren ließ. Sein Unternehmen HC Hagemann steht für eines der ältesten privaten Bauunternehmen Deutschlands. Seit der Gründung 1869 durch den Architekten Heinrich Carl Hagemann gehört es zu den bedeutendsten Betrieben im Hamburger Süden.

Wer sich so lange in einer Branche behaupten konnte, die, wie kaum eine andere, Gradmesser der Konjunktur ist, der muss wohl etwas von seinem Geschäft verstehen. „Unser bevorzugtes Baumaterial sind graue Zellen“, sagt Arne Weber, der die Geschäftsführung inzwischen hauptsächlich in die Hände seines Sohnes Christian Weber gelegt hat. Aktuell liegen die Haupttätigkeitsfelder auf den Gebieten Ingenieur- und Brückenbau, Wasser- und Hafenbau, Stahlbau, schlüsselfertiger Hoch- und Industriebau sowie in der Immobilienentwicklung und dem -betrieb. Außerdem gibt es eine eigene Stahlbauwerkstatt mit 30 Mitarbeitern.

HC Hagemann war an der Sanierung des Alten Elbtunnels genauso beteiligt wie am Umbau des Hamburger Planetariums oder der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße. Das Unternehmen baut die U-Bahn-Station Landungsbrücken um, setzt Brücken instand, und seine blauen Kräne gehören im Hamburger Stadtbild, aber auch in anderen Regionen Deutschlands, auf vielen Großbaustellen dazu.

{picture1}

Besonders deutlich wird das Wirken des Unternehmens im Harburger Binnenhafen, dessen moderne Entwicklung von der Industriebrache zum Hightech-Standort eine Erfindung von Arne Weber war. Der derzeit sichtbarste Entwicklungsschritt vollzieht sich dort gerade an der Blohmstraße mit dem Bau des Hamburg Innovation Port (HIP), dessen erster Bauabschnitt vor kurzem feierlich eröffnet wurde. HC Hagemann errichtet dort auf einer Fläche von insgesamt 70 000 Quadratmetern den von Arne Weber initiierten Technologie- und Innovationsstandort für die Erweiterung der Technischen Universität Hamburg (TUHH) sowie für technologieorientierte Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups, Labors und Eventflächen.

Stillstand gibt es für HC Hagemann nicht. „Von Traditionen kann man sich nichts kaufen. Wichtiger ist doch, wie wir in der Gegenwart dastehen“, sagt Arne Weber. Das 150-jährige Bestehen feierte der Grandseigneur des Binnenhafens nur mit seinem wertvollsten Gut: den Mitarbeitern von HC Hagemann. Und er beschenkte sich selbst und seine Kunden mit einer ungewöhnlichen Unternehmenschronik. Das Buch ist innovativ gestaltet und enthält Details aus der Unternehmensgeschichte, spannende Bauabläufe, Anekdoten und bunte Illustrationen (siehe unten).

Ein Alligator im Anschnitt

Mit einer bunt illustrierten Chronik in Buchform feiert HC Hagemann das 150-jährige Firmenbestehen. Darin werden einige ungewöhnliche Begebenheiten der Unternehmensgeschichte erzählt. Zum Beispiel, dass Carl Hagemann (1871- 1945), der älteste Sohn von Firmengründer Heinrich Carl Hagemann, nicht die Nachfolge seines Vaters antreten wollte. Es zog ihn ans Theater und er wurde einer der bekanntesten deutschen Intendanten seiner Zeit.

Nicht jede Vision von Arne Weber wurde Wirklichkeit, wie der im Harburger Binnenhafen von ihm mit Leidenschaft geplante China-Tower als chinesisches Handelszentrum. Der Deal platzte – obwohl Weber in China auf Einladung seiner Verhandlungspartner mit ihnen einen fein-säuberlich in Scheiben geschnittenen Alligator verspeiste.

HCH-Prokurist Carsten Storck wollte als junger Diplom-Ingenieur in Absprache mit seinem Unternehmen helfen und reiste ins kriegsgebeutelte Bosnien-Herzegowina, um den damaligen EU-Administrator Hans Koschnick mit einem kostenlosen Zustandsbericht über die zerstörten Brücken von Mostar zu unterstützen. Der damals 32-Jährige sah auf seinen Reisen Kriegsleid, erlebte Beschuss und wie Koschnick nach dem Einschlag einer Panzerfaust in sein Hotelzimmer ganz cool blieb.

{picture2}

 

Shark nennt sich dieses Gebäudekonzept von HC Hagemann. Es befasst sich mit den Herausforderungen des Klimawandels und bietet Lösungsansätze.

Shark nennt sich dieses Gebäudekonzept von HC Hagemann. Es befasst sich mit den Herausforderungen des Klimawandels und bietet Lösungsansätze.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.