Handwerker-Wissen für neue Ausstellung gesucht
Ausstellungskurator Chris Stölting mit einem sogenannten Stechbeitel in der bestehenden Tischlerausstellung des Freilichtmuseums am Kiekeberg. Foto: Museum
Handwerkswissen für den Kiekeberg gesucht: Im Freilichtmuseum wird zurzeit die neue Dauerausstellung im „Haus des Handwerks“ erarbeitet. Das Team sucht jetzt Werkzeuge, Geräte und Erfahrungsberichte von Handwerkern - vor allem eine Personengruppe ist gefragt.
Chris Stölting aus der Abteilung Volkskunde arbeitet daran, dass das „Haus des Handwerks“ im Freilichtmuseum eine neue Ausstellung bekommt. Im Zentrum stehen dabei die Entwicklung des Handwerks bis heute und moderne sowie fast ausgestorbene Handwerksberufe. Zu zwei Aspekten sucht das Museum Unterstützung: die Entwicklung des Handwerks nach dem Zweiten Weltkrieg und die Rolle der Frauen.
„Hier möchten wir gern mehr erfahren aus dem Alltag weiblicher Beschäftigter“, erläutert Ausstellungskurator Chris Stölting. Die Sicht auf Handwerkerinnen änderte sich in der Geschichte stark. Auch heute noch wird über Frauen in handwerklichen Berufen diskutiert. „Daher hoffen wir auf viele Erfahrungsberichte. Wie war es in der Ausbildung und später im beruflichen Alltag? Wie hat sich eine Meisterin durchgesetzt?“
Außerdem werden die rasanten Entwicklungen in der Zeit von 1945 bis 1980 dargestellt: Modernisierung, Technisierung, Mobilität und Rationalisierung schlugen sich auch auf Arbeitsweisen von Handwerkern nieder. „Welche neuen Werkzeuge erleichterten die Arbeit, welche Techniken sind heute überholt, welche haben sich seit Jahrhunderten bewährt? Wir möchten hier gern möglichst viele Erfahrungen und Geschichten erzählen – und an Objekten zeigen“, sagt Chris Stölting. Hierbei geht es nicht nur um die Arbeit an sich, die sich zum Beispiel durch Elektroantriebe und Maschinen veränderte.
Auch der Berufsalltag wandelte sich stark: Elektriker fahren mit dem Bulli zu Baustellen, Aufträge und Rechnungen wurden zunächst handschriftlich, später per Schreibmaschine und dann mit dem Computer geschrieben. „So manches blieb aber auch über Jahrhunderte fast unverändert. Diese Geschichten sammeln wir auch gern“, so der Kurator der geplanten Ausstellung.
Die Erinnerungen werden für die Ausstellung und für das Archiv des Museums aufgezeichnet – und gehen damit in den dauerhaften Wissensschatz der Region ein. Die Objekte werden für die kommenden Jahre ausgestellt. Ab dem 20. September wird die neue Dauerausstellung dann im „Haus des Handwerks“ am Kiekeberg zu sehen sein.
Chris Stölting ist unter 0 40 / 79 01 76-29 oder per E-Mail an stoelting@kiekeberg-museum.de zu erreichen.