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Haushalt: Ahlerstedt hat erstmals die Nase vorn

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Ahlerstedt wächst und mit ihr das Haushaltsvolumen. Der Gesamtbetrag von rund 6,4 Millionen Euro steht im Ergebnishaushalt für 2019, das entspricht einer Steigerung um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Von Miriam Fehlbus Freitag, 22.03.2019, 09:44 Uhr

Außerdem hat die Gemeinde pro Kopf gesehen jetzt zum ersten Mal die höchste Umlagekraft aller Gemeinden in der Samtgemeinde, steht damit sogar besser da als der Flecken. Die Umlagekraft setzt sich aus Steuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen zusammen.

5091 Einwohner hatte die Gemeinde Ahlerstedt mit ihren acht sehr ländlich geprägten Ortschaften vor fünf Jahren. Heute zählt die Statistik 5370 Bürger. Gewachsen ist Ahlerstedt dabei nicht nur im Kernort. Auch die Außenbereiche haben durch neu ausgewiesene Baugebiete dazugelegt. Als Nächstes sollen Bauplätze in Kakerbeck, Wangersen und Oersdorf entstehen.

„Wir haben viele kleine Baugebiete, kein einzelnes großes“, erklärt Ahlerstedts Bürgermeister Uwe Arndt (Freie Wählergemeinschaft), der auch die Verwaltungsaufgaben des Gemeindedirektors vor acht Jahren übernommen hat. Zwischen 10 und 30 Bauplätzen stehen pro Gebiet zur Verfügung. Durch die kleinen Zuwächse soll die Integration der Neubürger möglich bleiben. Besonders in den Außenbereichen hat sich allerdings ein anderer Trend durchgesetzt: Junge Menschen, die zum Studium oder zur Lehre weg waren, kommen zur Familiengründung und zur Eigenheimschaffung zurück, dorthin, wo sie ihre Wurzeln haben. Wie in anderen wachsenden Orten ergibt sich so ein positives Bild auch bei der Geburtenstatistik.

Die Gemeinde Ahlerstedt ist nach einem historischen Tiefststand von unter 40 geborenen Kindern in einem Jahr wieder beim Stand von vor fünf Jahren mit rund 60 Kindern. Die Aufgabe, die sich daraus ergibt, ist mit Kosten verbunden und schlägt sich ebenso im Haushalt nieder wie die positive Entwicklung bei den Steuereinnahmen: Ein weiterer Kindertagesstättenbau steht bevor. 1,2 Millionen Euro sind die zu erwartenden Kosten für den Bau der Einrichtung, die am Ortseingang von Kakerbeck kommend, neben der Feuerwehr entstehen soll. Zunächst sollen eine Krippen- und eine Elementargruppe darin Platz finden, mit der Möglichkeit, die Kita durch einen einfachen Anbau auf die doppelte Zahl der Gruppen zu vergrößern.

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Die für 2019 geplanten Investitionen machen insgesamt 3,8 Millionen Euro aus. Auch hier hat sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Die Gemeinde Ahlerstedt hat insgesamt in den vergangenen fünf Jahren 14 Millionen Euro investiert, das sind durchschnittlich 2,8 Millionen Euro pro Jahr. Unter den größeren Beträgen finden sich Flächenankäufe für die Entwicklung der Baugebiete und Erschließungskosten. Regelmäßig finden aber auch die örtlichen Vereine finanzielle Unterstützung.

So stehen in diesem Jahr 245.000 Euro für den Grunderwerb einer Fläche für einen neuen Fußballplatz am Auetal und für die Errichtung eines Bike-Parks bereit sowie weitere 40.000 Euro für die Erstellung eines entsprechenden Parcours für artistische Radfahrprofis auf diesem Gelände. 30.000 Euro gehen als Unterstützung für LED-Beleuchtung und Bewässerung des Reitplatzes an den Reit- und Fahrverein Bokel.

142.000 Euro sind als Eigenanteil für die Breitbandversorgung im Haushalt eingestellt und 18.000 Euro für attraktivere Spielgeräte auf den Gemeinde-Spielplätzen. Außerdem ist ein Gesundheitshaus in konkreter Planung, in dem unter anderem Arztpraxen Platz finden sollen. Auch hier stehen 60.000 Euro für erste Schritte bereit.

Trotz dieser beachtlichen Investitionen kann die Gemeinde Ahlerstedt auch weiterhin auf die Inanspruchnahme von Krediten verzichten und die Pro-Kopf-Verschuldung bei null halten. Die Kassenlage für die Gemeinde Ahlerstedt, vergleichbar mit dem Barvermögen, hat sich im vergangenen Jahr erheblich um fast 2,8 Millionen Euro auf 3,2 Millionen Euro verbessert. Bis 2022 sind nach derzeitigem Stand auch alle weiteren Pläne ohne Kreditaufnahme möglich.

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