THier werden 27.000 Wunschzettel aus aller Welt beantwortet
Stapelweise liegen die Briefe und Wunschzettel aus aller Welt vor dem Weihnachtsmann in Himmelpforten. Foto: Schröder
Kinder aus aller Welt haben dem Weihnachtsmann in Himmelpforten geschrieben, Tausende Briefe aus Deutschland, Dubai, Namibia, Taiwan oder Australien. Und die meisten Kinder haben auch vor dem Fest noch eine Antwort erhalten. Wie macht er das?
Dafür hat der Weihnachtsmann zum Glück seine 20 „Engelein“, wie er den Kindern schreibt. Und die benötigt er auch: Bis zu 30.000 Briefe treffen jährlich im Christkindpostamt in Himmelpforten ein. Es herrschte auch in diesem Jahr wieder Hochbetrieb vor Heiligabend.
Schon seit 60 Jahren beantwortete ein Team von Ehrenamtlichen die Briefe. Viele Briefe sind mit Zeichnungen verziert, mit Glitzersternen oder Schneeflöckchen aus Papier. Es gibt welche in Schönschrift und solche mit ausgeschnittenen Prospektbildern. „Die Jüngste in unserem Team ist 28 Jahre, die Älteste 89“, sagt Wolfgang Dipper, der sich selbst seit Jahrzehnten engagiert.
Wolfgang Dipper kümmert sich gemeinsam mit seinem Team um die Beantwortung der Christkind- und Weihnachtsmannpost. Foto von C. Jaspersen Deutsche-Post-DHL
Kinder wünschen sich Frieden
Angesichts der immensen Zahl von Briefen könne natürlich nicht jedes Schreiben individuell verfasst werden, sagt er. Es gibt einen Vordruck, der als Grundlage dient und mit dem der Weihnachtsmann unter anderem auf die Wünsche nach materiellen Geschenken reagiert.
Doch viele Kinder haben auch ganz andere Wünsche und Hoffnungen: nach Frieden auf der Welt, aber auch in der eigenen Familie. Manche Jungen und Mädchen sorgen sich, dass sich ihre Eltern vielleicht scheiden lassen wollen oder hoffen auf ein rasches Ende der Corona-Pandemie. Dann ist es mit dem üblichen Schreiben nicht getan, sondern es gibt eine individuelle und handschriftliche Antwort, berichtet Wolfgang Dipper.
Der Einsatz der Ehrenamtlichen blieb auch der Politik nicht verborgen: So ist das Team der Christkind-Postfiliale mit dem Niedersachsen-Preis für Bürgerengagement ausgezeichnet worden. Wolfgang Dipper schätzt, dass in diesem Jahr rund 27.000 Briefe und Wunschzettel von seinem Team gelesen und beantwortet wurden. Das sind einige mehr als im letzten Jahr (24.000). Und so, wie es aussieht, werden die „Engelein“ des Weihnachtsmannes auch im kommenden Jahr wieder im Einsatz sein, denn ein Ende der Wunschzettel-Flut ist nicht in Sicht.