THimmelpforten verflacht
Zum Artikel „Bäume fallen hinter dem Steinmetzhaus“ (TAGEBLATT vom 12. Februar) schreibt Stefan Labudde aus Himmelpforten:
Ohnmächtig und wütend schaue ich auf die Brache, auf der bis vor wenigen Tagen das Steinmetz-Wäldchen stand. In einem Jahr wird die Fläche komplett versiegelt sein - ein weiterer Mosaikstein menschlicher Unvernunft. Zu abstrakt ist der Klimawandel, als dass eine große, natürliche Insel in der Dorfmitte erhalten bleiben konnte.
Das reiht sich ein oder ist sogar die Krönung der Beobachtungen, die ich seit zehn Jahren in diesem einst beschaulichen Dorf mache: Unzählige Bäume wurden gefällt, zahlreiche Schottergärten und steinbelegte „Parkplätze“ sind entstanden, auch in unmittelbarer Umgebung Baumfrevel und Wehklagen über das ach-so-furchtbare Laub. Die abendlichen Nachrichten über Naturkatastrophen berühren anscheinend nicht, weil sie nicht mit eigenem Verhalten in Verbindung gebracht werden.
Ich möchte keinen Deichbruch an Oste oder Elbe erleben, keine Windhose durch den Ort rasen sehen oder die Verwüstung von Starkregen beseitigen müssen. Als wenn die weltpolitische Lage nicht schon kritisch genug ist - Pessimismus wird mir hier im Ort leicht gemacht.