THimmelpforten verliert viel
Zum Artikel „Combi-Markt in Himmelpforten: Bäume fallen hinter dem Steinmetzhaus“ (TAGEBLATT vom 12. Februar) schreibt Ursula Männich-Polenz aus Himmelpforten:
Mittwoch, 12.2.25, 14:40 Uhr: Die große Buche im Steinmetzpark fällt. Baum Nummer 1, laut Gutachten mehr als 200 Jahre alt, stand schon im damaligen „Amtsgarten“, als Napoleon 1815 seine Niederlage bei Waterloo erlitt. Mit der Bebauung des Areals wird nicht nur das denkmalgeschützte Steinmetzhaus durch den Verkehr direkt vor der Tür stark beeinträchtigt, auch geht zu viel vom historischen Charakter des ehemaligen Klosterbereiches verloren. Darauf wies das Niedersächsische Denkmalamt dringend hin, aber der Verlust wird einfach hingenommen. Ein „schönes“ großes Einkaufszentrum soll Himmelpforten in die Zukunft katapultieren.
Buchen, Eichen, Ahorne, Fichten – eine große Vielfalt von Bäumen im Park, Vielfalt in Arten und Alter. Nach dem Richterspruch vom 15. Januar hielten Befürworter die Daumen hoch, sahen sich als Gewinner. Verlierer ist die Natur: Fledermäuse, deren Balz- und Brutplatz nun endgültig zerstört ist. Ins Kakener Vorderholz müssen sie alleine finden, ohne Umleitungsschilder. Der kleine Landschaftspark bot offene Flächen, Wasser nah dabei und eine vielfältige Kräuterschicht, war ideal zum Jagen von Insekten und die alten Bäume zur Aufzucht der Jungen. Lebensraum für Waldohreulen und viele andere Vögel.
Dem Steinmetzpark wurde oft die Qualität abgesprochen, vielleicht auch, weil er zunehmend verkam. Doch Himmelpforten verliert sehr viel: eine grüne Lunge im Ort, eine unschätzbare CO2-Senke, eine Oase der Ruhe.
Solche Grünoasen mitten im Ort haben ein eigenes Mikroklima, senken im Sommer die Umgebungstemperatur um bis zu zwei Grad. Dagegen gerechnet, dass große versiegelte Flächen sich um bis zu zwei Grad plus aufheizen, kommt man auf deutliche Temperaturunterschiede. Sinnbringend in einer Zeit, in der uns immer heißere Sommer drohen? Diese Entscheidung ist keinesfalls zeitgemäß. Mit den Klimazielen im Blick hätte es einen Plan B gegeben. So ist diese Entwicklung aus der Zeit gefallen und Himmelpforten verliert mehr, als es vermeintlich gewinnt.