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Hollern-Twielenfleth: ObstArt Hotel ist geschlossen

Ein halbes Jahr lang machten Gerüchte die Runde, nun ist es offiziell: Das ObstArt Hotel hat seinen Betrieb eingestellt. Ab Januar 2017 zieht ein neuer Besitzer ein. Noch ist unklar, was der mit der Immobilie vor hat.

Von Catharina Meybohm Donnerstag, 13.10.2016, 18:39 Uhr

„Das ObstArt Hotel sagt auf Wiedersehen“ heißt es auf der Homepage. Zum Ende der Urlaubssaison hat der letzte Gast ausgecheckt. Ab Januar 2017 geht die Immobilie in das Eigentum des Vereins für Sozialmedizin über, der in Bassenfleth eine Langzeiteinrichtung für Suchtkranke betreibt. Was der Verein mit dem Hotel vor hat, gab er bislang noch nicht bekannt.

Mit dem ObstArt Hotel verschwindet eines der Aushängeschilder für den Tourismus im Alten Land. Im Jahr 2004 wurde die Herberge eröffnet, in deren 13 Zimmern mit künstlerischem Design sich die Farbvielfalt der heimischen Obstsorten widerspiegelte. 2013 wurde das Obstart Hotel mit dem „Tourismuspreis der Urlaubsregion Altes Land am Elbstrom“ ausgezeichnet. Gäste schätzten das Hotel für seine gemütliche Einrichtung, den liebevollen Service und die persönliche Atmosphäre.

Warum sie ihr Hotel geschlossen hat, will Inhaberin Sigrid Koops nicht verraten – Privatsache. Auf der Hotel-Homepage deutet sie nur so viel an: Sigrid Koops möchte „nach über 32 Jahren erfolgreicher Gastronomie und Hotellerie“ eine neue berufliche Zukunft ansteuern. Sie dankt ihren Gästen und ihrem Team für die gemeinsame Zeit. Und sie lässt ihr Hotel im Guten los.

Das ObstArt Hotel ist nicht der einzige Betrieb im Ortszentrum, auf den Anwohner und Touristen nun verzichten müssen. Zusätzlich hat auch die Sparkassenfiliale gegenüber seit Anfang des Monats geschlossen. Hier stehen für die Kunden nur noch Selbstbedienungsterminals bereit. Über die weitere Nutzung der aufgegebenen Sparkassenräume ist bisher ebenfalls noch nichts bekannt.

Die beiden Schließungen kommen im Dorf bei vielen nicht gut an, weiß Bettina König. Sie arbeitet in der Bäckerei Lünstedt und bekommt tagtäglich mit, wie die Hollern-Twielenflether über die Entwicklungen in der Ortsmitte reden. „Es ist traurig, dass jetzt das Leben aus dem Ort verschwindet“, sagt sie. „Aber wir können es nicht ändern.“

Gerade die Sparkasse sei für viele auch eine Art Treffpunkt gewesen, erzählt Bettina König. Die Befürchtung: Wenn die Sparkassenkunden jetzt für ihre Bankgeschäfte zur Geschäftsstelle nach Steinkirchen fahren, erledigen sie ihre Einkäufe dort gleich mit. Denn auch in Steinkirchen gibt es einen Bäcker oder einen Supermarkt. „Hier wird alles kaputt gemacht und in Steinkirchen tobt das Leben.“

Bisher sei von den beiden Schließungen jedoch noch nicht all zu viel zu spüren, obwohl Hotelgäste oft zum Frühstücken in der Bäckerei gewesen seien. Aber die Saison ist gerade erst zu Ende gegangen.

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