Insolvenz

Der Betrieb im Restaurant Alte Lohmühle steht vorerst still. Foto Beneke

Der Betrieb im Restaurant Alte Lohmühle steht vorerst still. Foto Beneke

Die Eigentümer suchen jetzt für die Alte Lohmühle mit Gastronomie, Fisch-Bistro und Hotel neue Pächter. Das „Eysten“ und der Golfpark sind nicht betroffen.

Von Daniel Beneke 07.02.2019, 09:47 Uhr

Das Restaurant Alte Lohmühle mit dem Bistro und das Hotel beim Gut Deinster Mühle sind bis auf Weiteres geschlossen. Geschäftsführer Peter Lechler hat für die Betriebsgesellschaft den Insolvenzantrag gestellt. Die übrigen Unternehmen auf dem Gutsgelände wie der Golfpark und das Restaurant Eysten sind davon nicht betroffen. Die Eigentümer der Immobilien, Julia Steffens und Jens Schulte-Steffens, hoffen, dass demnächst ein neuer Pächter mit einem neuen Konzept an den Start geht.

Seit über 40 Jahren gehört die Gastronomie zum Gut Deinster Mühle, das seit mehr als 800 Jahren besteht. Seit über 460 Jahren wird es von der Familie Steffens bewirtschaftet. Seit Sommer 2015 hatten sie Hotel, Restaurant und Bistro an den Gastronomen Peter Lechler verpachtet. Seit Monatsbeginn steht der Betrieb still, nachdem Peter Lechler einen Insolvenzantrag eingereicht hat. Die Pachtverträge sind gekündigt. „Wir müssen jetzt einen Pächter mit einem Konzept finden, das uns in die Zukunft führt“, sagt Jens Schulte-Steffens. Er führe bereits erste Gespräche mit Gastronomen aus der Region. Unter Dach und Fach sei jedoch noch nichts. „Wir sind offen für Neues“, sagt Julia Steffens.

Bei der Übergabe an die Pächter 2015 sei der Geschäftsbereich wirtschaftlich gesund gewesen: „Da waren die Auftragsbücher voll“, sagt Julia Steffens. Das Hotel mit 19 Zimmern und Ferienwohnung nach dem Drei-Sterne-Superior-Standard, das Restaurant Alte Lohmühle mit 160 Plätzen und das Bistro mit 20 Plätzen hätten eine Zukunft, davon sind Julia Steffens und Jens Schulte-Steffens überzeugt.

„Das Konzept muss nachhaltig sein und zum Standort passen“, sagen sie. Die verkehrsgünstige und gleichsam idyllische Lage biete „exzellente Voraussetzungen“, die Größe des Betriebes sei ideal für Hochzeiten, Jubiläen und Tagungen. Auch die Kombination mit Golfpark und -schule könne ein Zugpferd sein. Das weitläufige Gelände biete Platz für Veranstaltungen. Der Kreativität der neuen Pächter seien kaum Grenzen gesetzt.

Die Gründe für die Insolvenz der bisherigen Betreiberfirma von Peter Lechler seien vielschichtig. Einerseits unterliege die Gastronomie, gerade auf dem Land, enormen Veränderungen. Der gesellschaftliche Wandel führe dazu, dass die Besucherzahlen sinken und sich das Netz der Gaststätten in der Fläche ausdünnt. Hinzu komme der Fachkräftemangel: Gerade im Küchenbereich sei es schwer, qualifiziertes Personal zu finden. Womöglich seien vom alten Pächter „nicht alle Register gezogen worden, die nötig gewesen wären“, sagt Jens Schulte-Steffens.

Auch wenn sie gar nicht direkt für den Betrieb von Hotel, Restaurant und Bistro verantwortlich sind, fühlen sich Julia Steffens und Jens Schulte-Steffens den Mitarbeitern verbunden, die teilweise seit mehr als 30 Jahren am Standort tätig sind. Zu vielen bestehe ein freundschaftliches Verhältnis. Einzelne haben sich kurzfristig neue Jobs gesucht, einige seien „in Warteposition“, wie es Jens Schulte-Steffens nennt. Sie hoffen darauf, dass sich bald ein neuer Pächter findet, und wollen beim Neustart des Betriebs mitwirken. „Wir sehen die Situation als Chance und werden ihr mit Ruhe und Besonnenheit begegnen“, sagt Jens Schulte-Steffens.

Die Eigentümer betonen, dass die übrigen Unternehmen auf dem Gut durch die Insolvenz keinerlei Einschränkungen verspüren. Das Restaurant Eysten, die Angelteiche, die Landwirtschaft, Golfpark und Golfschule – überall laufe der Betrieb regulär weiter. Auch die Messe LebensArt im Mai finde wie geplant statt, sagt Julia Steffens.

Die Deinster Mühle wird erstmals um 1235 im Lehensregister des Klosters Corvey erwähnt. Das St.-Georgs-Kloster betrieb seinerzeit eine Wassermühle, eine Fischzucht und eine Brauerei. 350 Jahre Familiengeschichte: Nachweislich bewirtschafteten seit dem Jahr 1634 Vorfahren der Familie Steffens das Gut Deinster Mühle.

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