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Bau neben dem Stadeum mit neuen Dimensionen: Wie Klagen für Zeitverzögerungen sorgen und warum Anrainer Nachteile fürchten

Hotelprojekt kommt nicht recht voran

Hotelprojekt kommt nicht recht voran

Das Hotelprojekt neben dem Stadeum kommt offenbar nicht recht voran. Während der Bauherr und AOS-Eigner Victor Dahdaleh weiterhin an den Plänen festhält, laufen Klagen gegen die zurzeit gültige Bauleitplanung von dem Eigentümer des benachbarten Stader Hofs, Vinko Topic. Er wird auch gegen den neuen Bebauungsplan vorgehen, kündigt der Hotelier an. Auch Anwohner melden sich zu Wort und fürchten Nachteile durch den Hotelneubau.

Von Peter von Allwörden Freitag, 22.10.2010, 17:15 Uhr

Das Hotelprojekt neben dem Stadeum kommt offenbar nicht recht voran. Während der Bauherr und AOS-Eigner Victor Dahdaleh weiterhin an den Plänen festhält, laufen Klagen gegen die zurzeit gültige Bauleitplanung von dem Eigentümer des benachbarten Stader Hofs Vinko Topic. Er wird auch gegen den neuen Bebauungsplan vorgehen, kündigt der Hotelier an. Auch Anwohner melden sich zu Wort und fürchten Nachteile durch den Hotelneubau. Hintergrund der Proteste der Anwohner ist die "völlig neue Dimension des Hotels", wie es Adelheid Königshofen ausdrückt. Sie ist eine der protestierenden Nachbarn, die kürzlich auf einer Anhörung der Stadt über den nunmehr geplanten Bau informiert wurden. Die Anrainer, die auf jeden Fall Einwendungen gegen den Bebauungsplan erheben werden, befürchten: die Absenkung des Grundwasserspiegels, Schäden und Belästigungen durch Baulärm und Gründungen, die Höhe und Dominanz des Gebäudes von fast 25 Metern, in Folge einen Wertverlust ihrer Grundstücke in dem guten Wohnumfeld der Wetternstraße. Caroline Brüggenwerth, die direkt neben dem Hotelgrundstück wohnt, möchte die betroffenen Anwohner mobilisieren und eventuell sogar gegen das Projekt klagen. Stades Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms sagt, dass seinerzeit beim Stadeum-Neubau ähnliche Befürchtungen geäußert worden seien. Es gebe aber technische Lösungen, um Grundwasserabsenkungen und Schäden an den Nachbarhäusern zu vermeiden. Es werde vorher ein Beweissicherungsverfahren geben, bei dem Gutachter vorher und nachher die Häuser der Nachbarn begutachten. Eventuelle Schäden müsse der Investor beheben. Der Stadtbaurat verteidigt die Planungen der Stadt und des Investors. Stade brauche dringend mehr Hotelzimmer gehobenen Standards. Und die Stadt erhoffe sich dadurch eine bessere Auslastung des Stadeums im Kongressgeschäft. Deshalb soll es auch eine direkte Anbindung des Hotels an das Stadeum über eine verglaste Fußgängerbrücke - einen sogenannten Sky-Walk - vom ersten Stockwerk aus geben. Gegenüber den ursprünglichen Plänen wird das Bauvolumen des Hotels gewaltig wachsen. Das wird vor allem dadurch erreicht, dass das an eine Schiffsform erinnernde Gebäude nicht mehr eine so intensive Staffelung der sechs Stockwerke erhalten wird. Statt ursprünglich 90 wird es nun 140 Zimmer geben. Und das wiederum bringt Mitbewerber Topic und andere Gastronomen auf die Palme. Dehoga-Geschäftsführer Rolf Knetemann sieht die Gefahr des Verdrängungswettbewerbs. "Die politischen Entscheidungsträger nehmen damit bewusst Verdrängungsabsichten des Betreibers gegenüber bestehenden Stader Hotels in Kauf", sagt Knetemann im TAGEBLATT-Interview (siehe unten). Dr. Michael Schlickmann, bei AOS zuständig für das Hotel-Projekt, sieht es eher als Belebung und Chance für die örtlichen Hoteliers, wenn durch die neue Vielfalt ganz andere Gäste nach Stade kämen. Konzeptionell setzt sein Chef Dahdaleh, der das Hotel selbst betreiben will, zum einen auf das Kongressgeschäft, aber auch mit dem Wellnessbereich auf gut betuchte Kurzurlauber der 50plus-Generation. Der Bebauungsplan für das größere Hotel ist noch in der Anfangsphase. Wenn alles glatt läuft, könnte er im Sommer 2011 vom Rat beschlossen werden. Doch dann stehen unmittelbar die Kommunalwahlen vor der Tür - eine Zeit, in der Politiker solche Konfliktthemen gerne aussitzen. Auf jeden Fall wird aber eine weitere Klage vom Stader-Hof-Hotelier Topic zu erheblichen Zeitverzögerungen führen. Ob Dahdaleh dann wirklich noch Lust hat, weiter zu warten, wird sich zeigen. Auf jeden Fall wird dieses Projekt eher zu einer sehr langwierigen Geschichte. Denn schon vor fünf Jahren gab es erste Pläne.

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