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Maika und Thomas Philippi aus Hammah mit ihrem roten Schmuckstück, einer Replik des Jaguar SS 100 aus den 1930er Jahren. Fotos von Allwörden

Maika und Thomas Philippi aus Hammah mit ihrem roten Schmuckstück, einer Replik des Jaguar SS 100 aus den 1930er Jahren. Fotos von Allwörden

Sie werden demnächst im Landkreis Stade anrollen: Oldies aus den 1920er bis 1950er Jahren – Porsche, Bugatti, Jaguar, MG oder Mercedes. Doch die vermeintlichen Luxus-Oldies sind nicht echt, sondern nur Nachbauten, Repliken der alten Autos.

Von Peter von Allwörden 26.03.2018, 14:04 Uhr

Beim Treffen dabei ist auch der Hammaher Thomas Philippi. Er organisiert das Treffen in Stade.

Einige Halter dieser Fahrzeuge sind im Oldtimer Replica Club (ORC) organisiert. Auch Philippi gehört dazu – das zwar erst seit einem Jahr, aber gleich damit betraut, das jährliche Clubtreffen mit Ausfahrten in seiner Heimat zu organisieren. Der Hammaher Rentner hat im vergangenen Jahr sein neues Hobby für sich entdeckt. Er besitzt einen Nachbau eines Jaguar SS 100, der in den 1930er Jahren gebaut wurde und den Grundstein für die englische Luxus- und Sportwagenmarke gelegt hat.

Der Hammaher ist bekennender Replika-Fan: „Auf diese Weise bekommt man sehr originelle und individuelle alte Autos zu einem erschwinglichen Preis.“ Im Übrigen stehe jeder Replika-Besitzer dazu, dass er einen Nachbau fahre. Die meisten Replika-Fans bauen ihr Auto selbst auf. Als Motoren dienen meistens VW-Boxermotoren. „Die sind einfach zu reparieren, und man bekommt jedes Ersatzteil“, sagt Philippi. Die Karosserien sind in der Regel aus Kunststoff.

Die Details stimmen, sind am Ende aber nur Nachbauten des Originals.

Bausätze dieser Nachbauten sind teils schon für unter 10 000 Euro zu bekommen. Hinzu kommen der Motor und vielleicht das eine oder andere technische Detail. Für fertig ausgebaute Repliken gibt es auch einen Markt. So hat Philippi seinen knallroten Jaguar nach zweijähriger Suche im Internet gefunden.

Ein alter Mann hatte den Wagen einmal selbst zusammengebaut, war aber nie damit gefahren. „Ich musste da einiges reinstecken und hatte auch viel Arbeit damit“, sagt der ehemalige Versicherungskaufmann. Den letzten Schliff bekommt der Wagen nun noch zum anstehenden Treffen des ORC in Stade. Das Armaturenbrett – zurzeit ein Plastikimitat – wird durch eine Echtholzkonsole ersetzt, und das Verdeck wird von einem Sattler überarbeitet und verstärkt.

Ausgestattet hat Philippi seinen Nachbau, der auch schon fast 35 Jahre alt ist und deshalb ein H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge hat, mit einem 1600-VW-Boxermotor mit 65 PS. Der ursprünglich eingebaute alte Käfermotor mit 44 PS sei nicht stark genug gewesen, sagt der Autofan, der immer gerne selbst geschraubt hat. Mit Hilfe eines Kumpels, eines pensionierten Kfz-Meisters, hat er den Wagen technisch auf Vordermann gebracht.

„In der Regel können die meisten aus dem Club selbst Hand anlegen und kennen ihre Autos in- und auswendig“, sagt der 67-Jährige. Das sei in der Oldtimer-Szene zwar teils auch so, aber nicht die Regel. Er sieht die Replika- und Oldtimerfreude nicht als Konkurrenten, sondern vereint im gemeinsamen Interesse an alten Autos und daran, diese für die Nachwelt zu bewahren. So kooperiere er mit dem Classic Club Niederelbe (CCN), in dem Oldtimer-Freunde organisiert sind.

Weil sie in der Regel Nachbauten von sehr alten Autos fahren, trügen sie dazu bei, „die Erinnerung an die Pionierzeit des Automobilbaus wachzuhalten“, heißt es in der Selbstdarstellung des bundesweit tätigen Oldtimer Replica Clubs. Die Originale der Repliken sind häufig nur noch selten zu bekommen und werden teils sehr teuer gehandelt. Sie kosten 100 000 oder 200 000 und noch mehr Euro, während die Nachbauten für 10 000 bis 30 000 Euro zu bekommen sind. So hat Philippi seinen Jaguar-Nachbau für unter 10 000 Euro erstanden und noch rund 5000 Euro reingesteckt.

Von Autos war das Ehepaar schon immer fasziniert. Auf die Oldies sind Maika und Thomas Philippi erst jetzt gekommen, nachdem sie ihr Wohnmobil-Hobby vor zwei Jahren aufgegeben hatten. Während Thomas Philippi noch von einem Nachbau eines Porsche 356 träumt, denkt seine Frau an einen alten US-Straßenkreuzer. Aber zunächst hat das Ehepaar noch viel Arbeit vor sich für das Treffen.

Der Oldtimer Replica Club (ORC) ist im Jahr 1979 von Replika-Freunden gegründet worden. Mehr als 300 Mitglieder hat der Club heute. Er ist in ganz Deutschland und im angrenzenden europäischen Ausland aktiv. Rund 150 Repliken sind im Club vertreten. Etwa 50 davon werden am Wochenende vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Stade erwartet. Organisator Thomas Philippi kümmert sich um die Unterkünfte, das Rahmenprogramm und die geplanten Ausfahrten, die an einem Tag durch das Alte Land und am anderen durch Kehdingen führen werden. Die Oldtimer-Freunde werden ihre Autos an einem Tag auch an zentraler Stelle in Stade öffentlich präsentieren und stehen Interessierten Rede und Antwort. Die genauen Zeiten und Touren wird das TAGEBLATT rechtzeitig veröffentlichen. Wer sich für Repliken und den Club interessiert, kann sich an Thomas Philippi wenden, 0 41 44/ 45 98 oder philippi.thomas@yahoo.de

Ein VW-Motor mit 65 PS treibt den Januar-Nachbau an.

Ein VW-Motor mit 65 PS treibt den Januar-Nachbau an.

Das Typenschild weist Hersteller und das Baujahr 1985 aus.

Das Typenschild weist Hersteller und das Baujahr 1985 aus.

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