In Hammah läuft es nicht wie geplant
Hammahs Bürgermeister Stefan Holst (rechts) und Gemeindedirektor Holger Falcke müssen sich bei den Planungen für die Ortsmitte jetzt mit einem angekündigten Bürgerbegehren auseinandersetzen. Foto: Eidtmann
Eigentlich soll sich der Gemeinderat Hammah in seiner Sitzung am 28. Februar für einen Investor entscheiden, der in der Ortsmitte einen großen Vollsortimenter baut. Aber alle Investoren wollen den Abriss des Landhauses. Außerdem wird ein Bürgerbegehren vorbereitet.
„Das ist ein demokratisches Mittel, es zu achten ist wichtig“, sagt Gemeindedirektor Holger Falcke. Wie er berichtet, hatten die Initiatoren Jürgen Gooßen und Susanne Haack das Bürgerbegehren am Montag angezeigt. Sehr schnell konnte Falcke erkennen, dass das Schriftstück formal nicht die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Er riet den Akteuren, es zu erneuern und zu ergänzen. „Man sollte um die Inhalte streiten, nicht um Formalien“, sagt der Verwaltungschef. Das Bürgerbegehren braucht etwa 250 Unterschriften, damit ein Bürgerentscheid erzwungen werden kann, der für den Rat bindend ist.
Natürlich grätscht dieses Bürgerbegehren voll in die Planung, die der Rat Ende des vergangenen Jahres noch angeschoben hatte. Er hatte sich mit großer Mehrheit für den Abriss des Landhauses und den Neubau einer Dorfgemeinschaftsanlage beim Rathaus entschieden. Damit ebnete er den Weg für die Investorenpläne. Aber er überging damit auch eine Bürger-Empfehlung aus dem Arbeitskreis Ortsmitte.
Im Gespräch als Investoren sind nach wie vor Hermann Bischoff mit einem Edeka-Markt und einer Seniorenresidenz (wie in Oldendorf) und das Stader Unternehmen Lindemann mit einem Einkaufsmarkt in Kombination mit einer DRK-Seniorenwohnanlage. Zwischenzeitlich brachte sich ein dritter Anbieter ins Spiel.
„Alle drei Investoren legen Wert darauf, dass der Markt vorne auf der Fläche des Landhauses steht und sichtbar ist“, erklären Falcke und Bürgermeister Stefan Holst. Beide wünschen sich, dass die Akteure des Bürgerbegehrens aufzeigen, welche Alternativen da überhaupt möglich sind, wenn man möchte, dass sich ein neuer, moderner Supermarkt im Ort ansiedelt. Die Gemeinde sieht Alternativen nicht und wird an ihren Planungen festhalten. Für sie ist bisher alles folgerichtig verlaufen: Sie hat mit Kaufmann Hintelmann verabredet, dass er seinen Markt bis September 2021 weiter betreibt, um einen zeitlichen Puffer zu gewinnen.
Sie hat den Antrag auf Fördermittel für die neue Dorfgemeinschaftsanlage gestellt, die neue Veranstaltungsräume für Schützen, Kegler, Theaterspieler und andere vorhält. Sie will Verträge mit einem Investor schließen, der Markt und Seniorenwohnungen baut. Und sie will entscheiden, wie es mit Rathaus und Kreissparkassengebäude (das die Gemeinde gekauft hat) weitergeht. Das Bürgerbegehren dürfte diesen Zeitplan durcheinanderwirbeln. Aber ganz klar ist das noch nicht. Zunächst sollen die Fraktionen beraten, dann wird geklärt, mit welchen Vorlagen man in die Ratssitzung geht.
Krippe liegt im Zeit- und Kostenplan
Gute Nachrichten gibt es von der Großbaustelle beim Kindergarten. Die neue Krippe liegt im Zeit- und Kostenplan. 1,4 Millionen Euro verbaut die Gemeinde dort für ihren Nachwuchs. Zum neuen Kindergartenjahr soll die Kita öffnen.
Für das Jugendblockhaus konnte kein neuer Jugendpfleger gefunden werden. Es gab keine einzige Bewerbung auf die Ausschreibung der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten. „Vielleicht gibt es Interessenten für eine Kombination mit Schulsozialarbeit“, sagt SG-Bürgermeister Falcke. Denn demnächst werden zwei Halbtagsstellen für die vier Grundschulen ausgeschrieben, die sich auf ein Konzept einigten.
Umgestaltet werden gerade im ersten Abschnitt die Außenanlagen des Hammaher Friedhofes. Der zweite Teil soll mit dem Haushalt 2019 auf den Weg gebracht werden.