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Ina Müllers Shanty-Jungs im TV-Stress

So ist das bei „Inas Nacht“: Ina Müller singt vorn, „De Trampentrekker“ hinten im Fenster. Foto NDR/Morris Mac Matzen

So ist das bei „Inas Nacht“: Ina Müller singt vorn, „De Trampentrekker“ hinten im Fenster. Foto NDR/Morris Mac Matzen

Den Mitgliedern des Shanty-Chors „De Trampentrekker“ steht ein Feiermarathon ins Haus. Den Chor gibt es seit 40 Jahren, am kommenden Sonnabend läuft die 100. Sendung von „Inas Nacht“ und bald sitzen sie wieder auf dem Roten Sofa der N3-Sendung „DAS“.

Von Sabine Lepél Dienstag, 09.08.2016, 17:42 Uhr

„Witzig, witzig! Heute haben wir gelacht, denn wir sind bei Inas Nacht, ha ha ha ha ha – hey!“ Mit diesem Refrain nach der Melodie von „Moskau“ sind die Tampentrekker deutschlandweit bekannt geworden. Sie singen ihn, wenn es bei „Inas Nacht“, der Talk-Show aus dem Hamburger Schellfischposten, etwas zu lachen gibt. Also ziemlich häufig. Den Refrain von „Drunken Sailor“ stimmen sie an, sobald Getränke an die Talkgäste ausgeschenkt werden und diese sich mit Moderatorin und Sängerin Ina Müller die Kante geben. Also auch ziemlich häufig.

Weil es im Schellfischposten mit seinen 14 Plätzen für die Chor-Mitglieder aus Süderelbe viel zu eng ist, stehen sie die ganze Sendezeit hindurch draußen – wie Zaungäste, die durchs Fenster lugen. Trotzdem sind „De Tampentrekker“ nicht wegzudenken aus der mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichneten Sendung. Von Anfang an sind sie dabei — auch am kommenden Sonnabend, wenn die 100. Sendung von „Inas Nacht“ ausgestrahlt wird.

„Dann tritt die Band Santiano auf, aus deren Repertoire wir einige Titel übernommen haben“, freut sich Hartmut Großmann, Pressesprecher der Tampentrekker. Nicht immer sind die Musikbeiträge bei „Inas Nacht“ so sehr nach dem Geschmack der Seebären, die in Wilhelmsburg proben und aus dem gesamten Süderelbe-Raum stammen. Ihr Vorsitzender Lothar Überall hat es nach Stationen in Kiel, Husum, Neu Wulmstorf und Buxtehude auf die Geest gezogen: Er lebt in Harsefeld. „2007 kam Ina Müller auf uns zu und hat uns in unserem Vereinsheim in Wilhelmsburg ihre Vorstellungen geschildert. Wir haben das dann mal versucht umzusetzen, und sie war begeistert“, sagt Überall. So ganz einfach sei die Aufgabe nicht: „Die beiden Refrains müssen wir ganz spontan bringen. Unser musikalischer Leiter hält immer Blickkontakt zur Theke und gibt den Einsatz“, sagt der Bartträger. „Wir stehen da nicht nur rum und gucken in die Weltgeschichte. Bei drei Stunden Aufzeichnung müssen wir die ganze Zeit konzentriert sein.“

Der Chor hat 40 Mitglieder im Alter von 36 bis 85 Jahren, Durchschnittsalter: 69. Etwa 20 bis 25 Tampentrekker sind jeweils bei den Aufzeichnungen zu „Inas Nacht“ dabei. So auch für die Jubiläumssendung, die am kommenden Sonnabend im Ersten ab 23.10 Uhr ausgestrahlt wird. „Die Aufzeichnungen begannen wie gewohnt“, sagt Hartmut Großmann. „Wir stellten uns vor dem Fenster auf. Ina Müller kam hereingetobt. Alles wie immer. Doch dann bat die Gastgeberin die Gäste, die bereits an den Tischen saßen, den Schellfischposten zu verlassen und ihre Plätze für einige Tampentrekker zu räumen“, sagt der Pressesprecher. „So kamen wir zu unserer großen Überraschung in den Genuss, in dieser besonderen Sendung einmal drinnen Platz nehmen zu dürfen und die Gäste von ganz nah zu erleben.“ Außer „Santiano“ sorgten Jan Delay und die „Beginner“ sowie die Techno-Marching-Band „Meute“ für die musikalische Unterhaltung. Talk-Gäste der 100. Sendung sind die Schauspielerin Annette Frier und der Satiriker und TV-Moderator Lutz van der Horst. „Für die Tampentrekker ist es jedes Mal ein Vergnügen, so dicht an den Prominenten dran zu sein – nicht nur während der Aufzeichnungen, oft auch dann noch, wenn die Kameras nicht mehr laufen“, sagt Großmann. Zur Einstimmung auf das Jubiläum zeigt das NDR-Fernsehen in der Nacht von Freitag, 12. August, auf Sonnabend, 13. August, ab 0 Uhr die witzigsten Ausschnitte und Höhepunkte aus den bisherigen 100 Folgen.

Auch am Freitag, 19. August, sind die Tampentrekker im Fernsehen zu sehen. Nachdem sie bereits im Februar 2009 auf dem Roten Sofa bei „DAS“ sitzen durften, hat Bettina Tietjen den Shanty-Chor zum zweiten Mal in die N3-Sendung eingeladen. Von 18.45 Uhr an werden die „Seebären“ auch eine Kostprobe aus ihrem Repertoire zum Besten geben. Neben der Moderatorin aus Harburg werden auf dem roten Sitzmöbel der Chorleiter Tim Hußmann, der Vorsitzende Lothar Überall und der Ehrenvorsitzende und Chorgründer Rudfried Villwock Platz nehmen. „Dieses Trio ist besonders geeignet, etwas über die Musik der Tampentrekker, über ihr Innenleben und ihre 40-jährige Geschichte zu erzählen“, sagt Großmann. Und über das Jubiläumskonzert der Tampentrekker, das am 24. September in der Friedrich-Ebert-Halle in Harburg stattfindet. „Da soll die Hütte voll sein“, wünscht sich Chor-Chef Lothar Überall.

Konzert-Auftritt

Mit seinen 40 Jahren ist der Shantychor „De Tampentrekker“ nicht nur einer der ältesten Chöre seiner Art in Deutschland, auch einer der markantesten und angesehensten. Seit seiner Gründung im Jahr 1976 hat er sich ständig weiterentwickelt. Sein Repertoire umfasst traditionelle Lieder von Hamburg und der christlichen Seefahrt wie auch modernere Songs. Zu hören ist der Chor bei seinem Jubiläumskonzert am 24. September in der Friedrich-Ebert-Halle in Harburg, wo die Tampentrekker zusammen mit ihren Freunden aus der Süd-Steiermark, dem Männergesangsverein Ehrenhausen, auftreten werden. Karten für dieses Event gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet.

Hartmut Großmann und Ina Müller im Schellfischposten.

Hartmut Großmann und Ina Müller im Schellfischposten.

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