Industriegleis und A 26 - So soll es weitergehen
Die Planungen für die A 26 entlang Stade Richtung Kehdingen schreiten voran. Wenn es keine Klagen gibt, könnte 2022 mit dem Bau gestartet werden, so die Einschätzung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Die Bauzeit ist mit fünf bis sechs Jahren kalkuliert.
Jetzt wurden für den Abschnitt 5b zwischen der bestehenden Abfahrt Ost der A 26 und der geplanten Zufahrt an der Freiburger Straße noch einmal Änderungen vorgestellt, die sich aus Anregungen der Bevölkerung und beteiligter Gremien ergeben haben. Das betrifft in erster Linie den Kreisel an der Überführung der Altländer Straße über die A 26 sowie den dortigen Lärmschutz.
Das Autobahnstück an der Stadt vorbei hat zwei Besonderheiten: den Trog unter der Schwinge und das Industriegleis, das den Güterverkehr aus der Stadt verbannen soll. Das Gleis läuft größtenteils parallel zur Autobahn auf einem Damm. Die Stadt lässt sich die Verlegung 15 Millionen Euro kosten. Das sei nicht nur ein großes Zukunftsthema für die Stadt, so Bürgermeisterin Silvia Nieber, sondern auch im Interesse der ganzen Region, weil der Hafen in Bützfleth besser an die Schiene angebunden wird.
Im Mittelpunkt der neuen Planungen steht der Bereich, wo jetzt die Kreuzung von Altländer Straße zur Landesstraße 140 Richtung Altes Land, Landesstraße 111 in Richtung Bützfleth und gen Autobahn den Verkehr leitet. Sie wird ersetzt durch einen Kreisel. Wichtig: Hier entsteht keine Autobahnzu- oder -abfahrt.
Zum Vergrößern auf die Karte klicken: Autobahn und Industriegleis führen östlich des Altländer Viertels an Stade vorbei. Der Kreisel Richtung Altes Land und Ostumgehung wird jetzt nahe der Autobahn gebaut, um Flächen zu schonen. Pläne: Straßenbauverwaltung
Wer die Stadt über die Altländer Straße verlässt, wird in Zukunft kurz hinter BMW-Händler Stadac nach links über eine verschwenkte Rampe geführt, die in eine Brücke über der Autobahn und dem Gleis mündet. Diese Brücke liegt etwa acht Meter über Bahn und A 26, kurz dahinter folgt der Kreisel, der deutlich näher an die neue Trasse gelegt wurde, um Gewerbegebiet und Obstbauflächen zu schonen – Wünsche aus Hollern-Twielenfleth. Vom Kreisel aus geht es ins Alte Land und auf die alte Landesstraße, die bestehen bleibt. Über sie geht es wie bisher zur Schwinge-Klappbrücke oder Richtung Ottenbeck. Die Airbus-Spezialtransporte zum Beispiel Richtung Hafen werden über die Landesstraße abgewickelt, allein schon, weil sie nicht durch den Trog unter der Schwinge passen.
Die heute vielbefahrene Ostumgehung (L 111) werde zwar an Bedeutung verlieren, aber für den lokalen Verkehr durchaus noch eine Rolle spielen, so die Planer. Mit 8000 Fahrzeugen rechnen sie pro Tag auf dieser Strecke. Auf der Autobahn werden derweil bis zu 28 000 Fahrzeuge erwartet, wenn sie endausgebaut ist. Der Verkehr auf Altländer Straße, Autobahn, Industriegleis und Landesstraße summiert sich zu einer erklecklichen Lärmquelle. Die Planer mussten dem Tribut zollen und nachlegen.
Zum Schutz der Menschen im Altländer Viertel könnte entlang der Autobahn auf einer Länge von etwa einem Kilometer eine Lärmschutzwand mit einer Höhe von sieben bis acht Metern gebaut werden, bisher waren sechs Meter vorgesehen. Als Alternative könnte auf einer Länge von knapp zwei Kilometern mit Flüsterasphalt gearbeitet werden, dann müsste die Wand nur noch eine Höhe von vier bis fünf Metern haben. Da Flüsterasphalt aber die teurere Variante ist, muss das noch mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt werden.
Ohne die zusätzlichen Maßnahmen würde es 1000 Schutzfälle geben, wie es im Behördendeutsch heißt. So blieben 30 Fälle, wo zum Beispiel mit passivem Schallschutz wie extra isolierten Fenstern gearbeitet werden muss. Entlang der Altländer Straße ist eine drei Meter hohe Lärmschutzwand etwa ab der neuen Rampe vorgesehen.
Insgesamt wird der Autobahnabschnitt zwischen Abfahrt Ost und der verlegten Freiburger Straße den Steuerzahler 200 Millionen Euro kosten – ohne das Industriegleis. Allein der Trog unter der Schwinge, bei dem es sich quasi um einen Tunnel handelt, ist mit Baukosten von 80 Millionen Euro veranschlagt.
Die Abschnitte 5a und 5b der A 26 gelten als Teil der Küstenautobahn A 20 und werden von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg geplant. Wegen der parallelen Planung mit dem Industriegleis im Bereich Stade wurde der fünfte Abschnitt unterteilt in a und b. Er verbindet die A 26 zwischen Stade und Hamburg mit der A 20. In Drochtersen wird nahe des geplanten Elbtunnels ein Autobahnkreuz gebaut.