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Initiative stemmt sich gegen Abriss der Schilleroper

Der Zwölfeck-Bau der Schilleroper. Foto Google Street View

Der Zwölfeck-Bau der Schilleroper. Foto Google Street View

Droht der historischen Schilleroper auf St. Pauli der Abriss? Das befürchten jedenfalls Anwohner, die den ehemaligen Zirkusbau retten wollen. Auslöser ihrer Besorgnis ist die Senatsantwort auf eine Anfrage der Linken. Darin heißt es, der Eigentümer der Immobilie an der Lerchenstraße habe die Befreiung vom Denkmalschutz beantragt. Dazu seien von der Schilleroper Objekt GmbH „umfängliche Gutachten, Bewertungen und eine weitere Planung“ übergeben worden. Bei diesen Planungen dürfte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den Bau von Wohnungen und/oder Büros handeln. Offiziell bestätigt ist das nicht, das Unternehmen schweigt zu den Einzelheiten.

Freitag, 05.05.2017, 17:41 Uhr

Droht der historischen Schilleroper auf St. Pauli der Abriss? Das befürchten jedenfalls Anwohner, die den ehemaligen Zirkusbau retten wollen. Auslöser ihrer Besorgnis ist die Senatsantwort auf eine Anfrage der Linken. Darin heißt es, der Eigentümer der Immobilie an der Lerchenstraße habe die Befreiung vom Denkmalschutz beantragt. Dazu seien von der Schilleroper Objekt GmbH „umfängliche Gutachten, Bewertungen und eine weitere Planung“ übergeben worden. Bei diesen Planungen dürfte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um den Bau von Wohnungen und/oder Büros handeln. Offiziell bestätigt ist das nicht, das Unternehmen schweigt zu den Einzelheiten.

Gegen einen Abriss stemmt sich die Schilleroper-Initiative, die mittlerweile mehr als 1000 Unterstützer zählt. „Wir haben ein Interesse daran, dass historische Stadtdenkmäler erhalten bleiben und nicht einfach plattgemacht werden“, sagt Mitglied Ulrike Petersen. „Mit uns nicht“, so das Motto der Retter-Gruppe, die auch politische Mitstreiter findet. Linken-Stadtentwicklungsexpertin Heike Sudmann warnt vor „Spekulantentum“ und stellt klar: „Abriss wäre ein Skandal.“

Der Antrag auf Befreiung vom Denkmalschutz liegt zur Prüfung bei den Behörden. Die Initiative befürchtet das Schlimmste und verweist auf andere Gebäude in der Stadt, die aktuell trotz Denkmalschutzes von Abriss bedroht sind, etwa die City-Höfe am Hauptbahnhof und das historische Gebäude der Commerzbank am Neß.

Der Eigentümer lasse die Schilleroper seit Jahren verfallen, kritisieren die Anwohner. Tatsächlich erklärt der Senat in seiner Antwort, dass die Objekt GmbH ihrer Verpflichtung zum Erhalt der Stahlkonstruktion in denkmalgerechtem Zustand nicht nachgekommen ist. Ende März gab es einen blauen Brief der Stadt an den Eigentümer.

Die 1891 eingeweihte und nun arg verfallene Schilleroper ist zwar ein Unikum, ihre Bekanntheit hält sich aber selbst bei Hamburgern in Grenzen. Das liegt an der etwas versteckten Lage an der Nahtstelle von St. Pauli und Schanzenviertel unweit der Rindermarkthalle, vor allem aber daran, dass der Zwölfeck-Bau seit gut einem Jahrzehnt ungenutzt vor sich hin bröckelt und rostet.

Als kulturhistorisch wertvoll geschützt ist die Stahlskelett-Konstruktion der Rotunde. Laut Denkmalamt ist diese als „aussagekräftiges Dokument der Freizeitarchitektur der Zeit von hoher stadtgeschichtlicher Bedeutung“. Wahrscheinlich handele es sich um den letzten festen Zirkusbau des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Einige Architektur-Kenner vergleichen das Kleinod wegen seiner Stahlbauweise mit dem Eiffelturm.

Der Bau des Zirkus Busch mit der markanten Rotundenform bot ursprünglich 3000 Zuschauern Platz. In Nebengebäuden waren Artistenwohnungen, Elefantenställe und anderes untergebracht. 1905 erfolgte der Umbau zum Theater, Eröffnungsstück war Schillers „Wilhelm Tell“. Von 1932 bis 1939 wurden dort Opern und Operetten gespielt.

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