TInteressante Ergänzung
Zum Artikel „Wie Fatma zu Maria Aurora wurde“ (TAGEBLATT vom 3. Juni) schreibt Otto Duve aus Horneburg:
In dem Artikel nennen Sie das Verhalten der Gräfin Königsmarck „unrühmlich“. War es wirklich so schlimm? Im Zusammenhang mit „Fatma“ sind Schandtaten ganz anderen Kalibers vorgekommen. Theodor Fontane geht in seinem Buch „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ ausführlich auf die brandenburgischen Adelsgeschlechter ein und schildert in diesem Zusammenhang die Eroberung der türkischen Festung Ofen (ein Stadtteil von Budapest) durch deutsche kaiserliche und brandenburgische Truppen am 2. September 1686. Alle Einwohner, „Türken und Juden“, wurden niedergemacht, „leider auch Weiber und Kinder“. Die türkischen Krieger wollten sich ergeben, „aber die Stürmenden rissen die weißen Fahnen nieder und ließen alle über die Klinge springen“. Lediglich zwei gegnerische Soldaten erhielten durch General von Barfus Pardon und wurden als Gefangene zum Kurfürsten nach Berlin gebracht. Dem Oberstkommandierenden Hans Adam von Schöning gelang es, zwei schöne Türkinnen - noch Kinder - den alles niedermachenden Soldaten zu entreißen. Die jüngere mit Namen Fatime wurde von Schöning mitgenommen und sorgfältig erzogen. Fatime kam später nach Warschau und entwickelte sich zu einem Glanzpunkt der Gesellschaft. Sie bekam einen Sohn von König August und vermählte sich später in die Spiegelsche Familie. Ihr Sohn stieg als Graf Rutowski zum sächsischen Feldmarschall auf. Der Name Königsmarck taucht bei Fontane nicht auf, und Details weichen von der Darstellung im TAGEBLATT ab. Gleichwohl erscheinen mir seine Ausführungen als interessante Ergänzung des Themenkreises „Fatma“ oder „Fatime“.