Iris Wolf leitet jetzt die Lebenshilfe
Geschäftsführerin Iris Wolf.
Die Buxtehuder Lebenshilfe hat eine neue Geschäftsführerin. Dass sie Iris Wolff heißt, ist für die Buxtehuderin eine größere Überraschung als für Außenstehende.
Als sie die Leitung der Lebenshilfe an der Apensener Straße zum 1. Januar kommissarisch übernahm, gab es schnell die Spekulationen, dass dies eine dauerhafte Lösung sein könnte. „Ich habe das damals gehört, mir ist das aber erst Monate später klar geworden“, sagt Iris Wolf. Sie war im Januar erst einmal übergangsweise eingesprungen, weil sich ihr Vorgänger Klaus Puschmann beruflich nach Nordrhein-Westfalen verabschiedet hatte. „Ich habe erst im Laufe der Zeit gemerkt, dass ich das auch für länger machen kann“, so Iris Wolf. Hinzu kam, dass die Ausschreibung keinen passenden Kandidaten zutage förderte.
Für den Job, den sie jetzt bei der Lebenshilfe macht, ist Iris Wolf auf den ersten Blick fachfremd, und daher stammen auch ihre anfänglichen Bedenken, sich dauerhaft für die Geschäftsführerposition ins Gespräch zu bringen. Sie ist in Buxtehude als Geschäftsfrau durch Wolf & Wolf bekannt und als ehemalige Vorsitzende des Altstadtvereins, der Organisation der Kaufleute in der Innenstadt. Das Geschäft für Mode und Wohn-Accessoires in der Poststraße wird ihr Ehemann alleine weiterbetreiben.
Auf den zweiten Blick sieht das mit der Qualifikation anders aus. Iris Wolf kennt die Lebenshilfe seit 20 Jahren von innen. Sie hatte eines ihrer vier Kinder in den Kindergarten der Lebenshilfe gebracht, hatte sich in einem Streit zwischen Eltern und Einrichtung engagiert und war daraufhin von Kalle Gerloff, dem legendären langjährigen Chef der Einrichtung, gefragt worden, ob sie im Ehrenamt bei der Lebenshilfe mitarbeiten wolle. Zuletzt war sie Nachfolgerin von Gerloff im Amt der Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Sie kennt die Einrichtung, die Mitarbeiter und die Herausforderungen. „Wir haben im Laufe der Gespräche in den vergangenen Monaten gemerkt, was wir brauchen, und das kann ich“, sagt Wolf. Man müsse mit Menschen umgehen können, zuhören, brauche Netzwerke und Verbündete, um neue Projekte umzusetzen. Das sei für jemanden, der in Buxtehude zu Hause ist, leichter als für einen Außenstehenden. Buxtehude sei für Leute, die neu dazukommen, nicht so leicht zu erklimmen. Das normale Angebot der Lebenshilfe wird von der Stadt Buxtehude und dem Landkreis als eigentlichem Träger der Aufgaben bezahlt. Alles darüber hinaus muss anders finanziert werden. Dafür braucht es Partner, die gegebenenfalls auch mit Spenden helfen.
Der neue Job bringt für Iris Wolf viel Verantwortung. Die Lebenshilfe hat 180 Mitarbeiter, und dazu kommen Ehrenamtliche. So entsteht schnell eine Zahl von 200 Menschen, die sich um 500 Menschen kümmern. „Von der Krippe bis zur Bahre“, sagt Iris Wolf. Das Angebot der Lebenshilfe beginnt bei der frühkindlichen Förderung. Der Jahresumsatz liegt bei acht Millionen Euro.
Die Lebenshilfe ist eine Einrichtung der Jugend- und Behindertenhilfe. In der Stadt Buxtehude und dem südlichen Landkreis bietet sie Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Entwicklungsverzögerung, geistiger und oder körperlicher Behinderung sowie psychischer Erkrankung an. Zur Einrichtung gehören die Frühförderung, Kindertagesstätten mit Regelgruppen, integrativen und heilpädagogischen Gruppen, die Kalle-Gerloff-Schule als Tagesbildungsstätte mit Inhouse- und Kooperationsklassen, die Schulassistenz an Regelschulen, die offenen Hilfen mit den Angeboten Familienentlastender Dienst, Freizeitgruppen und Seniorenbetreuung, die Wohnangebote mit dem Wohnhaus, Wohngruppen, das Appartementhaus sowie das ambulant betreute Wohnen, die berufliche Bildung und die Tagesförderstätte.