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Von Schadenfreude keine Spur, aber ein Ende der Elblink-Verbindung Cuxhaven-Brunsbüttel kommt für Hildegard Both-Walberg, Geschäftsführerin der Elbfähre Glückstadt–Wischhafen, nicht überraschend.

09.03.2017, 16:14 Uhr

Von Wiebke Kramp

Dass sich auch diese Linie Cuxhaven–Brunsbüttel als Verlustgeschäft erwiesen hat, war für sie durchaus absehbar. „Das kann man gar nicht wirtschaftlich betreiben, sonst hätten wir es doch schon längst selbst gemacht“, betont die Reederei-Chefin aus Glückstadt, „wir sind mehrfach gefragt worden“. Ihr Unternehmen ist seit 98 Jahren dauerhafte Verbindungsschnur beider Elbufer. Aber in dieses Boot wollte ihre Reederei nicht einsteigen: Zu lang seien Strecke und Fahrzeit zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel und damit zu teuer. Man müsse die Kosten auf den Fahrpreis schlagen. Zudem sei das Elbrevier besonders im Mündungsbereich ein schwieriges Fahrwasser.

Die Aufrechterhaltung der Cuxhavener Fährverbindung mit öffentlichen Geldern hielte Both Walberg übrigens „eindeutig für eine Wettbewerbsverzerrung“. Es könne schließlich nicht sein, dass eine Firma subventioniert werde und ihr Unternehmen müsse wie bisher alles betriebswirtschaftlich allein und ohne Zuschüsse tragen: „Dann hätten wir gern auch in Wischhafen einen neuen Fähranleger ...“, meint Both-Walberg. Bereits die für Elblink geflossenen Landesinvestitionen in die Hafen-Infrastruktur sieht sie kritisch: „Dann möchten auch wir unterstützt werden, haben wir damals schon Staatssekretärin Daniela Behrens deutlich gemacht.“ In einer gerade geschalteten Anzeigenkampagne bezeichnet ihr Unternehmen dies als „fa(e)hrlässiges Wirtschafts-Doping“.

Ob sich durch das Ende der Elblink-Verbindung der Verkehr jetzt in Richtung Glückstadt und Wischhafen verlagert, ist für die Geschäftsführerin aus Glückstadt schwer kalkulierbar. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass wir mehr Betrieb bekommen.“

„Für uns ist es jetzt eine gute Fügung, dass alle vier Fähren wieder im Einsatz sind.“ Üblicherweise pendeln während der Wintersaison lediglich drei Fähren auf der Elbe zwischen Glückstadt und Wischhafen, weil die Fährschiffe reihum in die Werft zu Wartungsarbeiten gehen. Aber nun sind wieder alle vier Schiffe an Bord. Das bedeutet, dass es bei erhöhtem Verkehrsaufkommen alle 20 Minuten eine Abfahrt geben kann. Und dennoch lassen sich lange Wartezeiten manchmal nicht vermeiden.

Both-Walberg erklärt, die Auslastung ihrer Fähren hänge davon ab, für welche Route sich die Fahrer entscheiden, ob es Beeinträchtigungen wegen Unfällen gebe oder Staus im Elbtunnel. Dies alles sei nicht vorhersehbar. Als Arbeitgeber ist die Fähre auf beiden Seiten der Elbe eine feste Größe: Fast 50 Personen sind bei der Reederei an Bord und an Land beschäftigt. Hinzu kommen jedoch noch die Kräfte in der verpachteten Bordgastronomie. Ab Wischhafen ist werktags um 4.30 Uhr Start und 22.30 Uhr fährt die letzte Fähre. Erste Abfahrt in Glückstadt ist um 5.50 Uhr, letzte um 23.15 Uhr. Zum Einsatz kommen die Fährschiffe „Ernst Sturm“, „Wilhelm Krooss“, „Glückstadt“ und „Wischhafen“. Jedes bietet knapp 55 Pkw Platz.

Die Verbindung besteht bereits seit 1919. Gründer der Elbfähre Glückstadt–Wischhafen war der Kap Hoornier Ernst Sturm. Mit Hildegard Both-Walberg ist die dritte Generation am Ruder. Sie ist Enkelin des Gründers. 1981 wurde das Unternehmen in eine GmbH & Co. KG umgewandelt. Die Elbe ist zwischen Wischhafen und Glückstadt etwa 3,5 Kilometer breit. Fast 4,5 Kilometer ist die Fährstrecke lang. Die Fahrtzeit beträgt je nach Tiede um die 25 Minuten. Alle vier Fähren sind fast baugleich, allerdings liegt ihre maximale Ladehöhe zwischen 4,9 und 5,5 Meter. Der Anleger in Glückstadt ragt etwa 500 Meter in die Elbe hinein. Der Anleger in Wischhafen befindet sich knapp 500 Meter zurückgezogen im Mündungstrichter der Wischhafener Süderelbe.

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