Jetzt haben die Richter das Wort
Von wegen „It’s only Rock’n’Roll“: Beim Nachspiel zum Hamburger Konzert der Rolling Stones im Jahr 2017 geht es längst nicht mehr um die berühmteste Rockband der Welt, sondern um Korruptions- und Vertuschungsvorwürfe gegen Spitzenbeamte. Nach zweijährigen Ermittlungen startet am morgigen Mittwoch vor dem Amtsgericht der erste Prozess um die Freikartenaffäre. Die damalige Staatsrätin Elke Badde (59, SPD) muss sich wegen Vorteilsnahme und Verleitung von Untergebenen zu einer Straftat verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft.
Von wegen „It’s only Rock’n’Roll“: Beim Nachspiel zum Hamburger Konzert der Rolling Stones im Jahr 2017 geht es längst nicht mehr um die berühmteste Rockband der Welt, sondern um Korruptions- und Vertuschungsvorwürfe gegen Spitzenbeamte. Nach zweijährigen Ermittlungen startet am morgigen Mittwoch vor dem Amtsgericht der erste Prozess um die Freikartenaffäre. Die damalige Staatsrätin Elke Badde (59, SPD) muss sich wegen Vorteilsnahme und Verleitung von Untergebenen zu einer Straftat verantworten. Im Falle einer Verurteilung drohen ihr zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Haft.
Badde – als langjährige Staatsrätin die Nummer zwei in der Gesundheitsbehörde und zum Zeitpunkt des Stones-Auftritts auch in der Finanz- und Bezirksbehörde – soll laut Anklage zwei Tribünenkarten für zusammen 357,50 Euro erhalten haben; die regulären Preise pro Ticket für die Veranstaltung lagen zwischen 100 und 900 Euro.
Laut Staatsanwaltschaft bediente sich die Staatsrätin aus einem Kontingent von 300 „Kaufkarten“ und 100 Freikarten, die der damalige Chef des Bezirksamtes Nord, Harald Rösler (SPD), vom Veranstalter verlangt und erhalten haben soll. Laut Staatsanwaltschaft habe er diese „nach eigenem Gutdünken Mitarbeitern des Bezirksamtes“ sowie „Freunden des Hauses“ angeboten.
Badde war damals Dienstvorgesetzte Röslers. Nach Anklageerhebung wurde sie im Oktober 2018 in den Ruhestand geschickt. Gegen Rösler – zentrale Figur der Affäre – laufen Ermittlungen unter anderem wegen Bestechlichkeit. Sein Bezirksamt war Genehmigungsbehörde für den Auftritt von Jagger & Co .
Der Ex-Staatsrätin habe die Vorzugskarten „ohne Nachfrage angenommen“, heißt es in der Anklage. Und gegen sie gibt es einen weiteren schwerwiegenden Vorwurf: Als damalige Vorgesetzte des Bezirksamtschefs soll sie ungeprüft ein von diesem rückdatiertes Schreiben abgezeichnet haben. Mit dem Brief ließ sich Rösler nachträglich unter anderem den kostenlosen Besuch des Konzerts in Begleitung seiner Ehefrau genehmigen.