Junge Bauern pflügen den Acker im Wettbewerb
Fast 60 Pflüger, alles Fachschüler oder Auszubildende in der Landwirtschaft, beteiligen sich auf dem Acker der Familie Tomforde in Schwinge am traditionellen Kreisleistungspflügen . Kordländer
Fast 60 Fachschüler oder Auszubildende in der Landwirtschaft beteiligten sich Sonnabend am Kreisleistungspflügen. Der Wettbewerb mit Dreh- und Beetpflügen wurde in Schwinge auf einem Acker der Familie Tomforde ausgetragen.
Pflügen ist eine Philosophie für sich. Die Ackerkrume muss nicht nur sauber, sondern auch in der richtigen Tiefe umgedreht werden. Auch heute noch gehört diese Arbeit zu den wichtigsten Aufgaben auf dem Feld, um die Fruchtbarkeit des sogenannten Mutterbodens zu fördern. So nimmt denn das Pflügen eine wichtige Rolle in der Berufsausbildung von angehenden Landwirten ein. Als eine der Vorstufen zur Gehilfenprüfung gilt das Leistungspflügen, das die Landwirtschaftskammer, die Berufsbildenden Schulen III und die Beratungsringe veranstalten.
Am vergangenen Sonnabend wurde das traditionelle Kreisleistungspflügen in Schwinge auf einem Acker der Familie Tomforde ausgetragen. Fast 60 Teilnehmer zeigten den Juroren ihr Können im Umgang mit zum Teil großen, hoch technisierten Traktoren und gigantischen Pflügen. Gefordert waren Aufgaben mit Beetpflügen und mit Drehpflügen. Die Ergebnisse waren letztendlich sehr unterschiedlich. Die „Könner“ legten saubere und gerade Furchen hin. Einige Starter aber agierten nach dem Motto: „Beeten scheef, hätt Gott leev.“ Die Sieger des Wettbewerbes dürfen nun an weiterführenden Pflugdisziplinen teilnehmen.
Kreislandwirt Johann Knabbe begrüßte die Teilnehmer auf dem Wettbewerbsacker. Er freute sich, dass im Landkreis Stade so viele junge Menschen den Beruf der Landwirtschaft erlernen. Dazu ist festzustellen, dass nicht alle jungen Auszubildenden von eigenen Höfen ihrer Eltern kommen. Es gibt auch viele Jugendliche aus nicht landwirtschaftlich behafteten Familien, die in den „grünen Beruf“ einsteigen möchten, weil sie ihn als Sprungbrett für ein Agrarstudium oder auch aus Spaß an Arbeiten in der Natur und mit Tieren ergreifen.
Trotz des nächtlichen und morgendlichen Regens über Schwinge sei der Acker gut zu befahren gewesen“, berichtete der Fachlehrer der Berufsbildenden Schule, Jörn-Peter Schulz. Teilweise habe es dadurch sogar einen leichten Vorteil gegeben, weil der bindigere Boden bei den verbreiteten Streifenblechen, die normalerweise stärker krümeln, besser in Furchendämme angelegt werden konnten. „Damit sieht das Pflugbild etwas besser aus“, sagte Schulz.
Die Juroren schätzen die Pflugqualität diesmal sehr hoch ein. In der Spritzengruppe sei die Leistungsdichte sehr eng gewesen, erläuterte Schulz. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer trat zum Wettbewerb mit einem sogenannten Vier-Schaar-Drehpflug an. Diese Pfluggröße sei gerade noch wettbewerbstauglich. Die fünfscharigen Pflüge seien auf den engen Pflugfeldern doch etwas unhandlich, stellte der Fahrlehrer heraus. Bei den Beetpflügen handelte es sich während des Wettbewerbes ausschließlich um dreischarige Geräte. Ein Teilnehmer hatte Pech, weil ein Stein den Reifen seines Schleppers aufschlitzte.
Auszubildender Jan-Peter Hartleff kommt nicht aus der Landwirtschaft. Er hat nach der Schule erst Kfz-Mechatroniker gelernt, bevor er seine Ausbildung auf einen Bauernhof startete. Christian Hauschildts Eltern zum Beispiel stammen von einem Nebenerwerbs-Obsthof. Ihn fasziniert die Landwirtschaft.
In der Gruppe der Beetpflüge siegte Philipp Behrens (Ausbilder Dieter Rathjens, Düdenbüttel) vor Jan Torge Wilkens (Schlichtmann GbR, Oldendorf) und Isebal Jarnot (ebenfalls Dieter Rathjens, Düdenbüttel). In der Gruppe Drehpflüge gewann Dag Backhaus (Peter Hinze, Neu Wulmstorf) vor Malte Tietjen (Einjährige Fachschule) und Christoph Schmidt (Werner Alpers, Mulsumer Berg) sowie Ruben Schäfer (Schmetjen-Borgert, Kutenholz).
Jan-Peter Hartleff stellt den Pflug vor dem Pflügen ein.
Fast 60 Teilnehmer zeigen ihr Können beim Leistungspflügen .
Christian Hauschildt misst die Furchentiefe nach.