Kandidaten klopfen an die Rathaustür
Die UWA-Kandidaten für die Samtgemeinde und die Gemeinderäte Beckdorf und Apensen (von links): Dierck Gutschendies, Stefan Reigber, Regina Starzonek, Edith Reigber, Tanja Rathjen, Andy Knuth, Matthias Plehn und Gernot Zeidler.
Immerhin acht Kandidaten kann die erst im vergangenen September gegründete Unabhängige Wählervereinigung der Samtgemeinde Apensen (UWA) zur Kommunalwahl am 11. September aufbieten.
Allerdings fehlt eine Kandidatin oder ein Kandidat für den Gemeinderat Sauensiek. Nach dem Ausscheiden von Benjamin Schröder vor einigen Monaten hat sich offenbar niemand gefunden, der der dort sehr starken CDU die Stirn bieten möchte.
Für den Samtgemeinderat treten alle UWA-Kandidaten an: Dierck Gutschendies, Stefan Reigber, Regina Starzonek, Edith Reigber, Tanja Rathjen, Andy Knuth, Matthias Plehn und Gernot Zeidler. Sechs von ihnen kandidieren zudem für den Gemeinderat Apensen und zwei für den Gemeinderat Beckdorf.
Für den Gemeinderat Apensen bewerben sich: Kaufmann Gutschendies, das ehemalige CDU-Mitglied Stefan Reigber, dessen Frau Edith, Andy Knuth, Matthias Plehn und Gernot Zeidler. Für den Gemeinderat Beckdorf gibt es Frauenpower in Person der beiden Kandidatinnen Regina Starzonek und Tanja Rathjen.
Der UWA-Vorsitzender ist der Betriebswirt Stefan Reigber, sein Stellvertreter ist der Ingenieur Andy Knuth.
„Mit unserer Bürgersprechstunde haben wir einen ersten Schritt in Richtung Bürgernähe und Transparenz getan“, sagt Reigber. „Diesen Kurs werden wir fortführen und einen aktiven Dialog und Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern etablieren.“ Es werde Zeit, dass Beschlüsse wieder im Interesse der Menschen und unter sozialen Gesichtspunkten gefällt werden, ergänzt Knuth. „Vorausgesetzt, es gibt weitere Ratsmitglieder anderer Fraktionen, die uns unterstützen, werden wir bei einer Wahl in den Samtgemeinderat den Beschluss der pauschalen Verpflegungsgeldabrechnung und die Einführung eines automatisierten Abrechnungssystems erneut untersuchen“, kündigte der stellvertretende Vorsitzende an. Wie mehrfach berichtet, war die pauschale Abrechnung der Mittagessen in Hort und Kindergärten wochenlang Streitpunkt in Ausschüssen und Rat. Erst kurz vor Ferienbeginn war nach ausführlicher Debatte der Beschluss getroffen worden, die pauschale Abrechnung, die von einigen Eltern als ungerecht empfunden wird, beizubehalten.
Ein weiteres Ziel von ebenfalls großer Bedeutung sieht die UWA in der Sicherstellung der Haushaltsdisziplin: „Verfehlungen wie beim Bau der Feuerwehrgerätehäuser, Verschwendungen wie bei der Winterdienstumfrage oder dem Bodenaushub der Biogasanlage dürfen nicht mehr toleriert werden“ meint Stefan Reigber. „Es wurden Steuergelder vernichtet, die besser in den sozialen Bereich hätten investiert oder zur Senkung der Kita-Beiträge genutzt werden können. Der sorglose Umgang mit unseren Steuergeldern führt dazu, dass wir den Schuldenberg von aktuell rund 16 Millionen Euro noch viele Jahre abarbeiten werden.“
Die derzeit in den Räten vertretenen Parteien, wie auch die Verwaltung, hätten in den letzten Jahren viel Porzellan zerschlagen, so Reigber, der in der Vergangenheit bereits für die CDU im Samtgemeinderat saß. Apensen nehme mit seinen Kita-Beiträgen und Steuern innerhalb des Landkreises einen traurigen Spitzenplatz ein. „Wir haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem, das es in den Griff zu bekommen gilt“, meint Reigber. „Eine Fortsetzung der aktuellen Parteien-Konstellation bedeutet für die Samtgemeinde die Fortsetzung des eklatanten Missmanagements, worunter letztlich die Bürger zu leiden haben.“ Um dies zu ändern, bauen alle UWA-Mitglieder auf eine rege Wahlbeteiligung, „um die Samtgemeinde und die Gemeinden durch einen Richtungswechsel sozialer, transparenter und zukunftsfähig zu machen“, so Reigber: „Die etablierten Parteien hatten jahrelang Zeit, bekannte Probleme zu lösen. Leider haben sie die Chance nicht genutzt.“