Zähl Pixel
Archiv

Katharina Fischer ist Neu Wulmstorfs Zahlengenie

Mit Urkunde und Medaille: Die Gymnasiastin Katharina Fischer (11) ist ein Rechenfuchs. Foto Beneke

Mit Urkunde und Medaille: Die Gymnasiastin Katharina Fischer (11) ist ein Rechenfuchs. Foto Beneke

Was vielen Schülern ein Graus ist, hat Katharina Fischer zu ihrer Leidenschaft auserkoren: Die Fünftklässlerin liebt kniffelige Rechenaufgaben. Für ihren Ehrgeiz wird die Elfjährige belohnt. 

Dienstag, 29.03.2016, 19:49 Uhr

Beim Landesentscheid der Mathematik-Olympiade in Göttingen schnitt sie jetzt als Niedersachsens bestes Mädchen ihrer Altersgruppe ab.

Dass Katharina Fischer ein cleveres Kind ist, erkannten ihre Eltern schon froh. Mit vier Jahren erschloss sich die Neu Wulmstorferin die Welt der Schriftsprache, las mit fünf das erste Buch. Als sie in die dritte Klasse der Grundschule Am Moor ging, wagte sie zum ersten Mal die Teilnahme an der Mathematik-Olympiade, einem mehrstufigen landesweiten Wettbewerb. Damals wurde Katharina Fischer bereits die beste Anwärterin in der Bildungsstätte.

Seit Sommer 2015 besucht die inzwischen Elfjährige den fünften Jahrgang des Gymnasiums Neu Wulmstorf und setzt im neuen Umfeld ihren Siegeszug fort. Nach erfolgreich überstandenen Schul- und Regionalentscheiden qualifizierte sich das aufgeweckte Mädchen schließlich für die Niedersachsenebene. „Ich habe mich riesig gefreut“, erinnert sie sich und gesteht: „Ich war schon ein bisschen aufgeregt.“

Das Besondere: Die Landesrunde wurde am Wissenschaftsstandort Göttingen ausgetragen. Während Katharina Fischer drei Stunden lang in den Räumen einer Schule zusammen mit 217 überwiegend männlichen Konkurrenten ihre Aufgaben rechnete, gab es für die Eltern eine Stadtführung. Zusammen mit Mutter Susanne, Vater Dennis und Bruder Tim verband sie die Fahrt mit einem Wochenendausflug in den Harz. Die Elfjährige weiß noch genau, was sie zu ihren Eltern vor der Verkündung der Ergebnisse sagte: „Manche Aufgaben hatten es in sich, das war ziemlich anstrengend. Aber die meisten waren eigentlich ganz einfach.“ Da musste ihr Papa, ein Aktienhändler, schmunzeln und meinte: „Ich hätte es nicht lösen können.“ Bei der Siegerehrung im Audimax der Georg-August-Universität gab’s dann die Überraschung: Katharina Fischer landete auf dem zweiten Platz ihrer Altersklasse und ist damit Niedersachsens begabtestes Mädchen in Mathematik. „Das war ziemlich spannend“, sagt die Gymnasiastin über das offizielle Zeremoniell auf der Bühne, das ihr eine Urkunde und eine Medaille einbrachte. „Wir waren perplex“, berichtet der Vater. Dabei hatte sich seine Tochter souverän vorbereitet, in dem sie die Aufgaben der Vorjahre durchrechnete. „Das ist etwas völlig anderes als eine normale Mathearbeit“, erklärt Katharina Fischer, die seit Jahren gerne knobelt.

„Sie hat sich früh vor Zahlen interessiert“, bestätigt ihre Mutter, eine Architektin, die ebenfalls bereits als Schülerin und Studentin der Mathematik sehr verbunden war. Lange Rechenwege schrecken ihre Tochter nicht ab, im Gegenteil. Weit vorausdenken, viel ausprobieren, Lösungsmuster kombinieren – das sind die Stärken der Gymnasiastin. Im nächsten Jahr möchte sie bei der Mathematik-Olympiade „auf jeden Fall“ wieder dabei sein. Ihre Erfahrung: „Das hilft auch im Unterricht.“ Mathematik ist jedoch nicht die einzige Leidenschaft der Elfjährigen. „Am liebsten mag ich Sport“, sagt die junge Neu Wulmstorferin.

Wieder zu Hause berichtete sie ihrer Klasse von den Eindrücken in Göttingen, nahm zahlreiche Glückwünsche entgegen. Sie wurde zum Star der Schule, ihr Foto ziert die „Wall of fame“ des Gymnasiums. Um die Lust am Rechnen nicht zu verlieren und in Sachen Knobelrätseln am Ball zu bleiben, möchte sich Katharina Fischer am Mathematischen Korrespondenzzirkel beteiligen. Regelmäßig kommt eine Aufgabensammlung per Post ins Haus, die es zu bearbeiten gilt.

Jetzt sind aber erst einmal Ferien. Die freie Zeit verbringt Katharina am liebsten mit ihren Freunden und der Familie. Sie liest Geschichten aller Genres und hat ein großes Ziel vor Augen: „Ich habe immer vor, ein Buch zu schreiben.“ Die ersten Manuskripte liegen fertig in der Schublade. Außerdem hat die Gymnasiastin das Handarbeiten für sich entdeckt und näht mit großer Begeisterung.

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.