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Tischtennis

Tränen statt Titel: Kaufmann verliert EM-Finale

Annett Kaufmann hat das Endspiel der Tischtennis-EM in Slowenien verloren (Archivbild).

Annett Kaufmann hat das Endspiel der Tischtennis-EM in Slowenien verloren (Archivbild). Foto: Manfred Schillings/dpa

Es war ganz knapp. Bei der Tischtennis-EM kommt Annett Kaufmann bis ins Endspiel - und verliert erst im entscheidenden siebten Satz. Ihr Aufstieg geht dennoch weiter.

Von Sebastian Stiekel, dpa 18.10.2026, 18:05 Uhr
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Ljubljana. Das neue Gesicht des deutschen Tischtennis ist Annett Kaufmann bereits. Auf den ersten großen Titel seit dem Karriereende von Timo Boll muss aber auch die Junioren-Weltmeisterin noch weiter warten. Bei der EM in Slowenien marschierte die 20-Jährige bis ins Finale durch - und verlor dort in 3:4 Sätzen gegen die Russin Elizabeth Abrahamian. Kaufmann gratulierte ihrer Freundin herzlich - und vergrub dann ihre Enttäuschung hinter einem Handtuch.

„Sie hat am Ende einfach die besseren Bälle gespielt“, sagte die neue Vize-Europameisterin unter Tränen. Für Kaufmann war es trotzdem der bislang größte Erfolg der Karriere. „Wenn ich ein bisschen Abstand habe, kann ich positiv darauf blicken. Ich kann mir nichts vorwerfen.“ 

Auf dem Weg in dieses Finale hatte Kaufmann zwei deutsche Duelle gewonnen: im Halbfinale gegen Nina Mittelham (4:3). Und im Viertelfinale gegen Ying Han (4:0).

Gute deutsche EM-Bilanz

„Cappuccino-Matches“ nennt der deutsche Sportvorstand Richard Prause solche Spiele. Weil er in diesen Fällen immer entspannt zusehen kann. In Ljubljana galt dies umso mehr, als dass die deutsche Bilanz durch die Goldmedaille im Mixed (Mittelham/Benedikt Duda), Bronze im Doppel (Mittelham/Kaufmann) und Bronze im Herren-Einzel (Dang Qiu) schon vor Kaufmanns Final-Einzug überzeugte.

Trotzdem spielt Kaufmann so etwas wie eine Sonderrolle. Weil sie nach dem Abschied der Tischtennis-Legende Boll das einzige Mitglied der deutschen Nationalteams ist, die weit über ihre eigene Sportart hinaus wirkt.

Durchbruch bei Olympia

Die 20-Jährige ist schlagfertig und selbstbewusst, zeigt Emotionen, spielt offensiv. Das fiel der Öffentlichkeit zum ersten Mal bei den Olympischen Spielen 2024 auf, als sie ihr Team bis ins Halbfinale führte.

Darauf folgten: U19-Weltmeisterin 2024, Team-Europameisterin 2025, WM-Dritte mit der deutschen Mannschaft 2026. „Sie kann wirklich sehr gefährlich für die Asiatinnen werden“, sagte die deutsche Bundestrainerin Tamara Boros. 

Doch was wie ein steiler Aufstieg aussah, kostete Kaufmann auch viel Kraft: Leben, trainieren und durch die Welt reisen als Vollprofi. Immer wieder auch Spiele verlieren gegen Gegnerinnen, die eigentlich schwächer, dafür aber erfahrener sind.

Bei dieser EM half es Kaufmann viel, die 63-jährige Ni Xia Lian und die 43-jährige Ying Han zu schlagen. Beides hochdekorierte Spielerinnen mit vollem Trophäenschrank. „Ich bin jetzt physisch in der Lage, bei so einem Turnier bis zum Ende qualitativ hochwertig zu spielen“, sagte sie.

Endspiel gegen gute Freundin

Das Endspiel war auch etwas Besonderes. Die ehemalige U19-Europameisterin Abrahamian durfte bei dieser EM nur mitspielen, weil das Startverbot für russische und belarussische Sportler bei solchen Meisterschaften seit Juli nicht mehr gilt. 

„Wir sind schon Freunde seit der Jugendzeit“, sagte Kaufmann, deren Eltern in Kasachstan geboren wurden. „Wir mögen uns sehr. Und nachdem wir beide die zweite Runde gewonnen hatten, habe ich ihr gesagt: Wir sehen uns im Finale.“

Annett Kaufmann bei der Tischtennis-EM in Ljubljana.

Annett Kaufmann bei der Tischtennis-EM in Ljubljana. Foto: Manfred Schillings/dpa

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