Kein Geld für Unterhaltung der Straßen
Marode Straßen gibt es in Jork nicht wenige. Geld zur Instandsetzung ist dagegen knapp. Zurzeit denken Jorker Politiker – wieder einmal – darüber nach, welche Straßen in der Prioritätenliste nach oben oder unten rücken.
Hinterstraße, Gartenstraße, Schützenhofstraße/Umweg und Höhen/Lühe heißen diejenigen, die bisher die obersten Plätze belegen. Im Bauausschuss trug Peter Mordhorst vom Bauamt vor, wie es derzeit genau um den Zustand steht. Fazit: Starke Versackungen und Verdrückungen und eine nicht mehr funktionierende Entwässerung bestimmen das Bild an der Hinterstraße, an der die Grundschule an der Este liegt.
Die Sanierungskosten – noch ohne neue Entwässerung – schätzt Mordhorst auf 275 000 Euro. Ob die Entwässerung komplett neu gemacht werden muss, werde sich bei näherer Untersuchung zeigen. „Eigentlich hat die Hinterstraße sich gut gehalten, schließlich fanden wir schon 1995, dass sie unbedingt gemacht werden muss“, sagte Peter Rolker (FDP) – in nicht ausschließlich scherzhaftem Ton. Denn er räumt der Gartenstraße Priorität ein, die ebenfalls Versackungen und Verdrückungen aufweist, deren Zustand sich seit 1995 aber „deutlich verschlechtert“ habe. Grund ist der mit einem florierenden Obsthof an der Gartenstraße einhergehende Schwerlastverkehr. Hier würden 355 000 Euro für die Sanierung und etwa 80 000 Euro für die Entwässerung benötigt.
Für Gehrden und Höhen gelten ähnliche Diagnosen wie für die anderen beiden Straßen, allerdings sind sie weniger frequentiert. Kurzfristig ist ohnehin kein Geld für die Sanierung da: Im Haushaltsplan stehen all diese Straßensanierungen mit dem vagen Vermerk „nach 2019“, worauf Stefan Pölk nochmals nüchtern hinwies. Ernst Tilsner begrüßte trotzdem, dass die Beratungen so frühzeitig beginnen, denn: „Vor dem Hintergrund, welche Diskussionen es um Straßenausbaubeiträge in Buxtehude gibt, empfiehlt es sich, die Anwohner rechtzeitig zu verständigen, was auf sie zukommt.“
Damit es in Zukunft nicht zu Investitionsstaus und in der Folge zu akuten Problemen kommt, die Löcher in die Haushaltskasse reißen, will die Gemeinde künftig „agieren statt reagieren“, erläuterte Peter Mordhorst. Dabei könnte möglicherweise ein digitales Straßenunterhaltungs-Management- System hilfreich sein.
Ein Beispiel stellte ein Mitarbeiter der Firma GSA im Bauausschuss vor: Es heißt RoSy (Road System) und berechnet angeblich „für jede Straße den optimalen Eingreifzeitpunkt“. Dann könne „so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“ saniert werden, immer mit Blick darauf, eine möglichst lange Restnutzungsdauer der Straße zu ermöglichen. Basis der von „RoSy“ getroffenen Entscheidungen sind Daten, die mithilfe einer Kamerabefahrung erhoben und in eine Straßendatenbank eingespeist werden. Die Messtechnik, versichert die Firma GSA, könne den Zustand der Straße bis in zwei Meter Tiefe erfassen. Alle vier bis fünf Jahre müssen die Daten aktualisiert werden. Das System würde in der Anschaffung 40 000 Euro kosten. Ob es für Jork in Frage kommt, wird noch beraten.
Für alle Maßnahmen der Bauunterhaltung steht im Jorker Haushaltsplan für 2016 zu diesem Zeitpunkt ein Budget von 830 000 Euro zur Verfügung.