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Kevin Speer entscheidet das Derby

Nico Speer erzielt für Güldenstern Stade drei Tore im Derby. Insgesamt hat er in dieser Saison bereits 15 Mal getroffen. Foto Wisser

Nico Speer erzielt für Güldenstern Stade drei Tore im Derby. Insgesamt hat er in dieser Saison bereits 15 Mal getroffen. Foto Wisser

VfL Stade fängt zu spät mit dem Toreschießen an.

Von Karsten Wisser Freitag, 06.11.2015, 22:51 Uhr

Von Karsten Wiser und Daniel Berlin

Am Ende scheint es für den Stader Fußball das richtige Ergebnis zu sein. Vor den im Hintergrund laufenden Fusionsgesprächen zwischen dem VfL Stade und der TuS Güldenstern Stade gewinnt das Duell der beiden ersten Fußballmannschaften am Freitagabend in Stade-Ottenbeck vor 250 Zuschauern Güldenstern mit 3:2 Toren und wahrt damit die Chance auf die Meisterschaft in der Bezirksliga und den Aufstieg. Sollten die Mitglieder beider Vereine einem Zusammengehen zustimmen, wäre es wichtig, dass Güldenstern in die Landesliga aufsteigt, weil anderenfalls Zwangsabstiege für zwei Mannschaften des neuen Vereins drohen könnten.

Der Spielverlauf und der Einsatzwille der 22 Spieler auf dem Platz lassen den Vorwurf, hier ließe der eine den anderen gewinnen, gar nicht erst aufkommen.

Güldenstern geht zwar schnell durch den 13. Treffer von Torjäger Kevin Speer nach einer Standardsituation in Führung, aber der als Außenseiter in die Begegnung gegangene VfL lässt sich davon nicht beeindrucken, spielt munter nach vorne und kommt selbst zu Möglichkeiten. „Die bessere Mannschaft liegt hinten“, sagt VfL-Trainer Udo Rathjens in der Halbzeit.

Das ändert sich nach dem Seitenwechsel. Jetzt ist Güldenstern am Drücker. Sören Gloth schließt einen Flankenlauf auf der linken Seite mit einer präzisen Flanke ab, die bei Mario Scheffler landet. Dessen verunglückter Schuss landet wieder bei Speer, der den Ball aus kurzer Distanz erneut mit dem Kopf über die Linie drückt. Güldenstern entscheidet das Stadtderby durch Effektivität. Zweieinhalb Chancen, zwei Tore. Der VfL ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht viel schlechter, aber vor dem Tor deutlich harmloser. Als Speer nach einem schönen Pass von Jannik Peters wieder allein vor VfL-Schlussmann Micha Feldtmann auftaucht, den Torwart ausspielt und den Ball zum 3:0 einschiebt, sind eigentlich die letzten Zweifel daran, wer das Derby als Sieger beenden wird, beseitigt.

Dass Metin Gök nach einem Missverständnis in der Hintermannschaft der Gäste für den VfL trifft, ändert daran noch nichts. Als Einwechselspieler Pascal Wagner mit seiner ersten Aktion fünf Minuten später den 2:3-Anschlusstreffer erzielt, wackelt Güldenstern, übersteht diese Schwächeperiode aber unbeschadet. „Unter dem Strich geht der Sieg für uns in Ordnung“, sagt TuS-Trainer Thomas Brokelmann.

Tore:0:1 (12.) Speer, 0:2 (59.) Speer, 0:3 (69.) Speer, 1:3 (75.) Metin Gök, 2:3 (80.) Wagner.
VfL Stade: Feldtmann, Wiebusch, Ramuka, Kamps (77. Wagner), Cetin Gök (46. Boerger), Alexander Zielke, Dominik Zielke (77. Heidtmann), Zimmermann, Metin Gök, Martens, Cakar.
TuS Güldenstern Stade: Patjens, Höper, Von Rönn, Scheffler, Speer (90. Wulff), Gröne (66. Junge), Eggers, Gloth, Kaiser, Klinthworth, Peters (79. Waschkau).

Die Fusion der beiden Stader Vereine – Das sagen die Zuschauer in Ottenbeck


Zehn Jahre zu spät - Heiko Heinsohn aus Hollern: Die Fusion ist wichtig, kommt aber zu spät. Sie hätte den Stader Fußball schon vor zehn Jahren stärker gemacht. Die Jugend hat es vorgemacht, wie es funktionieren kann.

Alternative für Region - Lutz Bendler aus Stade: Beide Vereine müssen sich mit der Fusion identifizieren. Die Kräfte in Stade werden gebündelt. Das könnte eine Alternative für den Landkreis Stade und die Region werden, kommt aber einige Jahre zu spät.

Perspektive für Jugend - Frank Dede aus Stade: Ich bin positiv eingestellt. Aber sie hätte schon lange kommen müssen. Für die Perspektive für die Jugend gibt es keinen anderen Weg. Ich hoffe, beide Vereine behalten ihre Sportanlagen.

Finanzielle Gründe - Horst Fahrenkrug aus Stade: Eine Fusion von VfL und Güldenstern wäre schön für uns alle. Schon aus finanziellen Gründen. Die Stader Vereine können im Fußball mit den anderen schon lange nicht mehr mithalten.
Wieder hochklassig - Rainer Fastert aus Wischhafen: Eine Fusion ist gut. Vielleicht spielt dann eine Stader Mannschaft auch wieder höherklassig. Hier geht doch schon seit Jahren alles runter. Die Vereine müssen es auf jeden Fall versuchen.

Der richtige Weg - Bernd Kühlke aus Stade: Eine Fusion ist das einzig Sinnvolle. Die Kräfte werden zentralisiert. Beim Handball hat es einst die HSG vorgemacht. Beim Fußball der JFV. Diesen Weg müssen beide Vereine jetzt auch konsequent zu Ende führen.

Rivalen überzeugen - Anja Eggers aus Stade: Ein Problem bei der Fusion könnte werden, die alten Rivalen und die Alteingesessenen zu überzeugen. Grundsätzlich wäre ein Zusammenschluss sehr positiv, damit die Stader Fußballvereine endlich wieder auf die Beine kommen.

Die Elite aussuchen - Heike Zielke aus Wischhafen: Ich sehe eine Fusion beider Vereine positiv. Der Vorteil ist, dass die Stader Mannschaften wieder die Chance haben, eine Liga höher zu spielen. Für die erste Mannschaft kann man sich dann die Elite des Vereins aussuchen.
Mehr Sponsoren - Petra Peters aus Heinbockel: Ich bin für die Fusion, damit mehr Sponsoren rangeholt werden können. Jetzt nehmen sie sich gegenseitig die Geldgeber weg. Sportlich wäre eine Fusion von Vorteil. Und die Jugend müsste sich nicht für einen Verein entscheiden.

Getrennt lassen - Günter Renz aus Stade: Für die Jugendmannschaften ist eine Fusion richtig. Aber der VfL und Güldenstern sind doch uralte Vereine. Die sollte man getrennt lassen. Sportlich käme vielleicht kurzfristig der Erfolg. Aber höchstens ein bis zwei Jahre.

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