Kieler Uni kündigt deutlichen Personalabbau an
Michael Kucera ist neuer Präsident der Kieler Christian-Albrechts-Universität. (Archivbild) Foto: Felix Müschen/dpa
Weniger Geld, höhere Kosten: Die Kieler Universität steht vor schwierigen Jahren. Zugleich will der neue Präsident Michael Kucera die CAU internationaler und attraktiver machen – wie gelingt das?
Kiel. Angesichts einer angespannten finanziellen Lage kündigt der neue Präsident der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel eine langfristige Reduzierung des Personals an. „Es gab Zeiten, die waren gut, es gab Zeiten, die waren schlechter“, sagte Michael Kucera der Deutschen Presse-Agentur. Hochschulen blickten auf eine Zeit des Wachstums und der Stabilität zurück - dies ändere sich in ganz Deutschland.
„Für die CAU bedeutet das ganz konkret, wir müssen mit Sicherheit über die nächsten Jahre unsere Personalausstattung erheblich reduzieren“, erklärte Kucera. „Die Zukunft ist schwer vorherzusagen“, führte der Geologe aus.
Die Mittel könnten auch nicht durch lautstarke Forderungen wieder erwirtschaftet werden. „Ich denke, die Politik macht das nicht aus Spaß, dass sie sagt, dass sie nun weniger Geld hat.“ Daher werde es an der Universität zwangsläufig zu Veränderungen kommen - allerdings nur langsam.
Kucera: Studiengänge werden verlässlich durchgeführt
„Sie können nicht einen Studiengang schließen und die Studierenden auf die Straße schicken“, betonte Kucera. „Das funktioniert auf keinen Fall.“ Alle bereits begonnenen Studiengänge müssten verlässlich bis zum Ende durchgeführt werden. „Das ist unsere gesetzliche Aufgabe.“

An der Uni droht ein Stellenabbau. (Symbolbild) Foto: Axel Heimken/dpa
Gleichzeitig hat sich nach seinen Angaben die Zahl der Studierenden an der CAU bereits von 27.000 auf 23.000 reduziert und pendele sich bei der Zahl ein. Im März hatte die Universität zudem eine Sperre von neun Monaten für Wiederbesetzungen eingeführt.
Nach damaligen Angaben der Universität ist die neue Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Land Schleswig-Holstein für die Jahre 2026 bis 2029 ein Grund dafür. Diese führe zu massiven Haushaltskürzungen in der Grundfinanzierung der Uni bei gleichzeitig steigenden Betriebskosten.
Kucera will CAU vielfältiger machen
Überdies will Kucera in seiner im November begonnen Amtszeit als Präsident der Universität auch eigene Impulse setzen. Als Beispiel nannte er etwa die Internationalisierung. „Ich finde, es gibt viel mehr Potenzial, internationale Studierende auf den Campus zu bringen mit englischsprachigen Studiengängen.“
„Der Campus wird vielfältiger“, betonte Kucera. Gerade akademische Bildung und Wissenschaft lebten von Vielfalt und einer internationalen Perspektive. „Darüber hinaus ist das auch eine wichtige Aufgabe für unsere Gesellschaft, durch Bildung qualifizierte Arbeitskräfte für alle Bereiche der Gesellschaft bereitzustellen.“
Mit Blick auf die älter werdende Gesellschaft in Deutschland betonte Kucera, „wir werden eine Einwanderung brauchen. Ein großer Teil der internationalen Studierenden wird in Fächern ausgebildet, die für die Zukunft unserer Gesellschaft wichtig sind. Die Hoffnung ist, dass viele dieser Studierenden dann am Standort, in der Region oder in unserem Land bleiben.“ Und so auch dem Arbeitsmarkt im Land zur Verfügung steht.
Kucera: Universität muss Ehrgeiz haben
Gerade diesem Ringen um die schlausten Köpfe beabsichtigt die Universität sich laut dem neuen Präsidenten ehrgeizig zu widmen. „Ich will eine Universität leiten, die einen Ehrgeiz hat“, sagte er. Ohne diesen würde auch Attraktivität verloren gehen, an dieser Universität zu studieren oder zu lehren.
Daher sei es „schade“, dass die Kieler Universität auch zum dritten Mal nicht den Titel der Exzellenzuniversität erhalten habe. „Es war völlig richtig, dass wir uns dem Wettbewerb gestellt haben. Die Beteiligung in diesem Prozess hat viele Menschen an der CAU zusammengebracht.“ Auch in Zukunft wolle sich die Universität weiterhin so positionieren, dass sie als Exzellenzuniversität in Betracht kommen könnte. Aber eine Bewerbung allein könne nicht die Maxime der Uni sein.