Klapperino bringt Schwung ins Stader Nachtleben
Der Showeffekt sitzt: Mit dem Glasfreezer kann Barbetreiber Dominik Klapper die Gläser einfrieren. Foto Beneke
Der Businessplan lag seit fünf Jahren in der Schublade. Im Herbst hat das Gastronomenehepaar Sabrina und Dominik Klapper in der Stader Altstadt die passenden Räume für ihre Bar „Klapperino“ gefunden. Eine besondere Attraktion ist der Freezer – ein Gerät, das Gläser einfrieren lässt.
Vier Wochen hatten sie Zeit, um aus der ehemaligen „Havanna-Bar“ in der Poststraße das „Klapperino“ zu machen. Das alte, hölzerne Interieur ist verschwunden. Die Jungunternehmer haben die denkmalgeschützten Räume des Gewölbekellers mit Unterstützung des Vermieters kernsaniert und die sanitären Anlagen erneuert. Ein Gastronomieausstatter mit eigenen Designern hat sie dabei unterstützt. Effektputz in Betonoptik ist nun in der Industrieküche zu sehen. Der offene Barbereich wird in wechselnd buntes Licht getaucht. Eine Flaschentreppe ist zum Hingucker geworden. Mit ihrem Businessplan konnten sie staatliche Fördergelder für Existenzgründer einwerben. Betriebe aus der Gastronomie erfüllen die strengen Vorgaben nur selten, erklärt Sabrina Klapper.
„Es ist zu wenig los“, hat sie festgestellt. Für ein junges Publikum, wie es das „Klapperino“ ansprechen möchte, gebe es in der Stadt wenig Ausgehmöglichkeiten. Beide Barbetreiber sind gebürtige Stader und haben den Anspruch, dem Nachtleben in ihrer Heimatstadt neuen Schwung zu geben. Sie (30) ist Buchhalterin und Assistentin der Geschäftsführung eines auf CFK-Entwicklungen spezialisierten Unternehmens. Er (29) leitet eine Sicherheitsfirma, hat in den vergangenen zwölf Jahren parallel Erfahrungen als Cocktailshaker in diversen Bars und Clubs gesammelt. Trotz der zunehmenden Arbeit im „Klapperino“ behalten sie ihre Jobs. Die Gastronomie ist ihr Hobby, das allerdings Gewinn abwerfen soll.
Die 112 Quadratmeter große Bar sehen sie als Begegnungsstätte mit Sitzplätzen und Tanzgelegenheit. Das Angebot soll ein möglichst breites Klientel ansprechen. Sabrina und Dominik Klapper halten nichts von Mottopartys, wie sie Diskotheken oft anbieten. „Alle, die Spaß haben wollen und sich benehmen können, sind herzlich willkommen“, sagen sie. Wechselnde Disc-Jockeys legen hier auf. Freitags und sonnabends öffnen sich die Türen ab 20 Uhr, bis in die frühen Morgenstunden wird gefeiert. Schluss ist meist gegen 4 Uhr. Im Laufe des Jahres, so überlegen die Gastronomen, könnten ein sonntäglicher Tanztee oder ein Lottonachmittag das Programm erweitern und neue Kunden anlocken. Außerdem spielen sie mit dem Gedanken, gemeinsam mit anderen Gastronomen aus der Innenstadt ein Bühnenprogramm beim Altstadtfest auf die Beine zu stellen.
„Wir sind sehr zufrieden“, sagen Sabrina und Dominik Klapper nach dem ersten Vierteljahr in der Poststraße. 500 bis 600 Besucher kämen pro Wochenende, einige sogar aus dem Nachbarlandkreis Cuxhaven. Drei Barkeeper und fünf Servicekräfte gehören aktuell zur Belegschaft. Vor allem Cocktails würden nachgefragt. Neben den Angeboten à la carte bietet der Hausherr eigene Kreationen an und mixt nach den Wünschen der Gäste.
Aufmerksamkeit beschert dem Ehepaar ein auf den ersten Blick unscheinbares Gerät, das im Tresen verbaut ist. Was so ähnlich aussieht wie eine Zapfanlage, ist ein Freezer – eine Innovation, die aus Holland stammt und laut Hersteller im „Klapperino“ ihre Deutschlandpremiere feiert. So funktioniert’s: Aus einer unter Druck stehenden Flasche wird Kohlenstoffdioxid über eine Steigleitung nach oben gepresst. Wenn das Gas mit der Luft eine Verbindung eingeht, raucht es. Eisflocken bilden sich. Wird ein Glas unter die Öffnung gehalten, gefriert es. „Das Getränk verwässert nicht mehr“, erklärt Dominik Klapper den Vorteil jenseits des Showeffekts.
Öffnungszeiten
Die Bar und Lounge „Klapperino“ an der Poststraße/Ecke Birnbaumpassage in Stade hat freitags und sonnabends von 20 bis 4 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf der Internetpräsenz des „Klapperino“. Dort werden auch Reservierungen entgegengenommen.