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Klintworths sind eine ausgezeichnete Familie

Martin Klintworth auf der Weide zwischen den Jungpferden. Für ihre Leistungen wurde Familie Klintworth nun vom Hannoveraner Verband geehrt.  Foto: Kordländer

Martin Klintworth auf der Weide zwischen den Jungpferden. Für ihre Leistungen wurde Familie Klintworth nun vom Hannoveraner Verband geehrt. Foto: Kordländer

Pferdezüchter Martin Klintworth und seine Frau Silke aus Ohrensen sind vom Hannoveraner Verband in Verden mit dem Hans-Joachim-Köhler-Preis ausgezeichnet worden.

Von Hans-Lothar Kordländer Donnerstag, 10.03.2016, 12:40 Uhr

Die Ehrung erhalten Pferdezüchter, die in den vergangenen zehn Jahren bei Verdener Auktionen die meisten Pferde verkauft haben.

Der Verband hatte allerdings Mitwisser. Die Kinder Janina, Ole und Pia Luisa hatten bei der Vorbereitung der Ehrung geholfen. Beim Gala-Abend ritten Janina und Ole plötzlich mit Pferden aus Klintworths Stall, die am nächsten Tag versteigert werden sollten, in die Reitbahn. Martin und Silke Klintworth wurden ebenfalls in die Arena gebeten. Dort überreichten Verbandsvorsitzender Manfred Schäfer und Geschäftsführer Dr. Werner Schade dem Ehepaar einen Teller mit dem Hannoveraner-Brand als Emblem. „Die Überraschung war groß, Silke und ich haben von nichts gewusst“, sagt der engagierte Pferdezüchter und -halter. Nach der Übergabe des Tellers kam ein kleines Kutschgespann in die Reithalle gefahren, auf dem bereits die jüngste Tochter Pia Luisa saß. In der Kutsche wurden denn auch die Geehrten aus der Halle gefahren. Die vielen Zuschauer auf den Tribünen applaudierten. Ein wenig stolz sind Martin (54) und Silke (48) Klintworth auf die Auszeichnung schon. „Die bekommt man nicht jeden Tag.“ Die Eheleute haben den Ohrensener Hof zu einem Pferdehof ausgebaut. Nachdem Martin Junior die Ausbildung in der Landwirtschaft abgeschlossen und die Meisterprüfung abgelegt hatte, übernahm er 1988 den Hof von seinen Eltern. Die damals bereits eingeleitete Spezialisierung auf Pferdezucht und -haltung wurde von ihm fortgesetzt. Bereits 1985 hatte Martins Vater eine Reithalle auf dem Hof gebaut und den Hof in Richtung Pferde organisiert. Die zweite Reithalle hat dann der Junior um die 2000er-Wende gebaut. „Die musste ich noch in Deutscher Mark bezahlen“, sagt Klintworth schmunzelnd. „Ein Jahr später war sie in Zahlen nur noch die Hälfte wert, der Euro wurde eingeführt.“

Auf dem Hof Klintworth gibt es Stallplätze für insgesamt 100 Pferde. Die Pferde sind nicht alle im Besitz der Familie, Klintworths nehmen auch Pensionspferde auf. Diese Betriebsart ist inzwischen zu einem der stützenden Pfeiler des Unternehmens geworden. Auch hält Klintworth 15 eigene Stuten. „13 Stuten sind tragend“, berichtet er. Dazu kommen zehn Stuten von anderen Pferdezüchtern, die in Ohrensen betreut werden. „Im langjährigen Durchschnitt werden bei uns auf dem Hof jährlich um die 20 Fohlen geboren.“

Junge Pferde werden zugeritten, auf Turnieren vorgestellt und für den Verkauf vorbereitet. Seit 13 Jahren arbeitet der Bereiter Lucas Kurpiewski auf dem Hof Klintworth. Er ist auch ein erfolgreicher Turniersportler. Die Pferde werden direkt vom Hof oder auch über die Verdener Auktion verkauft. „Fünf bis sechs Pferde melden wir jedes Jahr für die Versteigerung in Verden an“, so Klintworth.

Martin Klintworth bildet jedes Jahr einen Lehrling aus. „Alle Auszubildenden waren bisher dem Pferdesport eng verbunden.“ Klintworths Sohn Ole, der den Hof später weiterführen möchte, macht zurzeit eine landwirtschaftliche Ausbildung. Zudem reitet er erfolgreich im Turniersport. Er hat bereits viele Platzierungen in der schweren Springklasse errungen. 2013 wurde er Landesmeister in der Altersgruppe Children. Auch Janina und Pia Luisa reiten erfolgreich im Pferdesport. 2014 und 2015 haben alle drei Kinder an der Landesmeisterschaft in Hannover teilgenommen.

Wenn Familie Klintworth von Ohrensen aus zu Turnieren ausschwärmt, muss gleich alles mehrfach vorbereitet und eingepackt werden. Erst einmal für die 23-jährige Tochter Janina und deren Geschwister, den 18-jährigen Ole und die 16-jährige Pia Luisa. Dazu kommen die Pferde für den Reiter Lukas Kurpiewski, manchmal reitet auch Martin Klintworth mit. Seine Frau Silke begleitet das Team hin und wieder. Meistens jedoch hält sie den Betrieb zu Hause aufrecht und dort alles am Laufen. Familie Klintworth arbeitet eng zusammen und hilft sich gegenseitig. Im Mittelpunkt stehen beim Sport die Kinder. So zum Beispiel auch beim Dobrock-Turnier. Hier sind Janina, Ole und Pia Luisa oft gleich mehrfach am Start. Da ist Vater Martin dann in Eile, um alle Kinder gleichzeitig zu unterstützen. Er hilft beim Satteln der Pferde und geht mit seinen Sprösslingen den Parcours vor den Springen ab. Und, wie gewohnt, gibt er Ratschläge mit auf den Weg. „Auch Kritik kann ich ganz gut verteilen, wenn etwas mal nicht so gut klappt“, sagt er. Er ist froh, dass seine Kinder sich wie er und seine Frau Silke für Pferde und den Sport begeistern.

„Für uns ist klar, dass wir uns gegenseitig helfen“, unterstreichen die Kinder. Ole hat sich dabei als Organisator hervorgetan. So übernimmt er es, alle Familienmitglieder rechtzeitig in die Starterlisten eintragen zu lassen.

Janina studiert zurzeit, sie möchte Realschullehrerin werden. Ihre Fächer sind Mathe und Geografie. Sie hat das große Glück, dass sie ihre beiden Pferde in der Nähe ihres Studienplatzes in Vechta auf einem Hof unterstellen konnte und somit beinahe täglich reiten kann. Sie findet beim Sport toll, dass man nicht auf sich alleine gestellt ist und ihn gemeinsam mit dem Tier ausüben kann. „Da bleibt für andere Hobbys einfach keine Zeit mehr.“ Pia Luisa geht noch zur Schule und bereitet sich auf ihr Abitur in zwei Jahren vor.

Große Überraschung für Silke und Martin Klintworth (Mitte): In Verden wurden sie vom Hannoveraner Verband ausgezeichnet.  Foto: privat

Große Überraschung für Silke und Martin Klintworth (Mitte): In Verden wurden sie vom Hannoveraner Verband ausgezeichnet. Foto: privat

Erfolgreich im Turniersport: Pia Luisa, Ole und Janina Klintworth.  Foto: Kordländer

Erfolgreich im Turniersport: Pia Luisa, Ole und Janina Klintworth. Foto: Kordländer

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