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Kolumne: Die Woche in Hamburg

Ein entwendetes Schild an der U-Bahn-Haltestelle Rathaus, die schwierige Entscheidung zwischen ostasiatischem Liebesmahl oder traditionellem Matthiae-Mahl und der offizielle Umzug von Staatsrat Andreas Rieckhof von Stade nach Hamburg - das sind die Wochen-Hhighlights aus Hamburg.

Von Mona Adams Freitag, 09.02.2018, 15:26 Uhr

Hamburgs Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sind hin- und hergerissen: Ostasiatisches Liebesmahl oder traditionelles Matthiae-Mahl? In diesem Jahr müssen sie sich entscheiden. Denn bei der Planung gab es jetzt eine süß-saure Überraschung: Beide Events wurden für den 2. März angesetzt. Und wer ist schuld? Die, die sonst schon so viel vorschreibt: die gute EU. Deren Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sollte als Matthiae-Ehrengast her, ließ sich mit seiner Zusage aber Zeit. Sehr viel Zeit. Zack, sicherten sich die Asiaten Datum und Handelskammer für ihr Ostasiatisches Liebesmahl – die wichtigste Asien-Veranstaltung Deutschlands. Mit der Zusage Junckers zogen die im Rathaus mit ihrem Matthiae-Mahl und dem Datum nach. Bei den Veranstaltern des Liebesmahls herrscht trotzdem traditionell asiatische Entspannung: Der Bürgermeister und der Kommissionspräsident seien jederzeit auf einen Drink willkommen. Der Weg vom Rathaus zur angrenzenden Handelskammer ist ja nicht weit. Da gibt es sogar einen unterirdischen Gang.

Oh Schreck, Hamburg ist weg. Zumindest an der U-Bahn-Haltestelle Rathaus. Das Schild wurde entwendet. Das ist nicht etwa ein kleines Blechding, was sich in der Handtasche transportieren lässt. An der Wand des Tunnels an Gleis 1 in Richtung Hauptbahnhof deuten nur noch Dübellöcher auf das Monstrum hin. Zu sehen wäre hier eigentlich das schöne Wappen der Hansestadt. Auf einem Emailleschild, immerhin zwei Meter hoch und 1,30 Meter breit und 20 Kilo schwer. Was den Pendlern längst auffiel, merkte die Hochbahn erst mal nicht. „Fehlt da nicht etwas“, fragte ein schlauer Mensch am Dienstag auf Twitter. „Wir fragen gerne nach“, antworteten die prompt. Es wird gesucht. Bauarbeiten oder Sanierungsmaßnahmen? Fehlanzeige. Einen Tag später ist die Hochbahn ratlos und erstattet Anzeige bei der Polizei. Bislang ohne Fahndungserfolg. Wenn da nicht die pfiffigen Detektive im Social Web wären: Die mutmaßen. „Die Bremer waren es, deren Schlüssel passt aber immer noch nicht“, schreibt einer. Die Mehrheit hat eine ganz andere Theorie: Olaf Scholz habe es als Andenken mitgehen lassen. Sein Stück Hamburg vermuten sie am Brandenburger Tor.

Aber ja doch, wir sind Optimisten. Dass nach Senator Frank Horch nun auch sein Staatsrat Andreas Rieckhof den Kreis Stade offiziell verlassen hat und beide jetzt in Hamburg wohnen, soll für die Infrastrukturplanungen an der Unterelbe keine Auswirkungen haben – versichert Rieckhof. Gut, die A 26 soll nach Einschätzung der Wirtschaftsbehörde nicht mehr Ende 2023 sondern erst im Frühjahr 2024 in Moorburg an die A 7 angeschlossen werden, so der offizielle Terminus. Und damit das alles auch formal gut über die Bühne gehen kann, werden derzeit die Vorarbeiten zügig vorangetrieben. Kein Scherz: In drei Wochen wird die A7-Abfahrt Moorburg umbenannt. Die heißt künftig „Hausbruch“, damit die A 26 dann künftig mit der Auf- und Abfahrt „Moorburg“ angeschlossen werden kann. Im Frühjahr 2024. Da soll noch einer behaupten, die Hamburger brächten die Planungen zur A 26 nicht zügig voran.

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