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Kommen und Gehen am Buxtehuder Fleth

Am Westfleth 31 (links) ist Penther-Design ausgezogen, daneben sind die Scheiben seit Monaten verklebt. In der früheren Schlachterei Bitter tut sich aber etwas: Familie Dwenger, die auch das Café „Pompom“ und das „Eat more Cake“ betreibt, w

Am Westfleth 31 (links) ist Penther-Design ausgezogen, daneben sind die Scheiben seit Monaten verklebt. In der früheren Schlachterei Bitter tut sich aber etwas: Familie Dwenger, die auch das Café „Pompom“ und das „Eat more Cake“ betreibt, w

Im Mittelalter wurde das Fleth nach dem Muster einer holländischen Gracht angelegt. Heute ist es eigentlich Buxtehudes schönste Adresse. Trotzdem wird es immer wieder zum Sorgenkind: Leerstände und Fluktuation stören das attraktive Gesamtbild.

Von Anping Richter Samstag, 22.12.2018, 14:00 Uhr

{picture2s} Ela Erdmann verlässt das Fleth. Sie geht aber nicht, weil es nicht gut läuft. Im Gegenteil: Auf Messen und Lifestyle-Events, berichtet die Designerin, sind ihre hochwertigen Handtaschen und Lederaccessoires gefragt. Ihr Geschäft am Ostfleth 48 war früher als „Flethenkieker“ bekannt und wurde 2015 saniert. Aus der Kneipe wurde ein Wohn- und Geschäftshaus. Ihr Ladengeschäft wird Ela Erdmann jetzt am 22. Februar 2019 aber zum letzten Mal öffnen. Es zieht sie in die Welt hinaus: Sie will eine Weile nur noch reisen und sich auf das Marketing ihrer Kollektion konzentrieren, wird ihren Ankerplatz im Alten Land in Guderhandviertel aber behalten und dort auch für Kunden erreichbar sein (ela-erdmann.de). Außerdem bietet das „Frauenzimmer“ in der Buchholz-Galerie ihre Handtaschen an. Erdmann plant, ihr Händlernetz noch weiter auszubauen.

Die Modedesignerin Elke Penther ist nach 14 Jahren am Fleth schon Ende Oktober ausgezogen; auch sie ist nun in ihrer Werkstatt in Hollern im Alten Land zu erreichen (penther-design.de). In ihr ehemaliges Geschäft am Westfleth 31 zieht jetzt ein Pop-Up-Store ein: Hinnerk Giese und Robert Seir, der als gastronomischer Österreich-Import den Hollerner Hof betreibt, wollen hier mit sporadischem Ladenverkauf die Bekanntheit ihrer Altländer Apfel-Curry-Soße ankurbeln, bevor im Mai das Derpart-Reisebüro von Enrico Bergmann einzieht.

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Robert Seir entwickelte die Ur-Soße übrigens vor drei Jahren selbst für den Hollerner Hof. Seine Altländer Variante der Curry-Wurst fand der Stader Jungunternehmer Hinnerk Giese „genial“. Die beiden beschlossen, das Produkt gemeinsam weiterzuentwickeln und zu vermarkten. Im eigenen Hofladen ist die Soße bereits ein Renner, auch in zwei Rewe-Märkten in Stade laufen die Gläser gut – nicht nur in der Grill-Saison, sondern auch zur Raclette-Zeit, sagt Hinnerk Giese, der an den Sonnabenden, 22. und 29. Dezember, von 9 bis 13 Uhr vor Ort verkaufen und verkosten lassen will. Am verkaufsoffenen Sonntag, 30. Dezember, ist von 13 bis 18 Uhr geöffnet (altlaender-genuss.de).

Gleich nebenan sind die Schaufenster schon seit Monaten verklebt: Familie Chinellato, die gegenüber das italienische Eiscafé betreibt, hatte das Geschäft angemietet, möchte aber nicht über ihre Pläne sprechen. Noch ein Haus weiter, am Westfleth 33, steht das Ladengeschäft der ehemaligen Schlachterei Bitter leer – noch. Familie Dwenger, die am Westfleth bereits sehr erfolgreich das „Eat more Cake“ und das Café „PomPom“ betreibt, hat das Haus, wie berichtet, gemietet und das obere Stockwerk bereits zum Wohnen bezogen. Was unten einzieht, soll zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten werden, sagt Christoph Dwenger. Eröffnung werde im Frühjahr sein.

Am Westfleth 21 ist jetzt ein griechisches Restaurant zu finden: Das „Athena“ hat die Nachfolge des Steakhauses angetreten, das wiederum das viele Jahre ansässige Rösler‘s ablöste.

Wer aus der Innenstadt von der Breiten Straße zum Fleth geht, läuft aber schon viel zu lange direkt auf leere Schaufenster zu, bedauert Elke Penther. Das wirke sich auch negativ auf die Nachbargeschäfte aus. Die Miete bleibe trotzdem gleich und müsse gezahlt werden: „Das hat für mich am Ende so nicht mehr funktioniert.“

Leerstand herrscht auch am Ostfleth 10 bis 12: Bereits vor zwei Monaten hat die Kneipe „Friends“ geschlossen, das Ladengeschäft daneben steht schon viel länger leer. Das gilt auch für die Räume im ersten Stock, einst das Domizil des Restaurants „Voss“. Laut Immobilienmakler Walter Borstelmann gab es schon Angebote – „aber wir warten auf die Richtigen“

Einig sind sich alle, dass es am Fleth schön ist. Auch die Ruhe hat ihr eigentlich gefallen, sagt Ela Erdmann: „Ich brauche viel Zeit für meine Kunden, weil ich ein erklärungsbedürftiges Produkt habe.“ Ihre Lederhandtaschen und Portemonnaies entwirft sie nicht nur, sondern entwickelt die Produkte in enger Zusammenarbeit mit einer befreundeten Manufaktur in Indien. Sie ist dort oft vor Ort und wird jetzt ohnehin viel reisen, schließt aber nicht aus, eines Tages wieder einen Laden vor Ort zu eröffnen – vielleicht sogar am Fleth.

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Im Jahr 1285 holte Erzbischof Giselbert von Brunkhorst holländische Wasserbaumeister aus Estebrügge, um in Buxtehude eine neue Stadt zu gründen. Es war die erste Stadt in Norddeutschland, die um ein zentrales Hafenbecken herum gebaut wurde und damit auch die modernste Hafengründung. Im Innenstadthafen landeten schon bald Waren aus aller Welt an. Der Handel blühte und Buxtehude wurde Hansestadt.

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