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Buxtehude

TKommunalpolitiker mit Herz macht jetzt Kaufhaus mit Herz

Bodo Klages ist Mitbegründer des Kaufhauses mit Herz. Foto: Wisser

Bodo Klages ist Mitbegründer des Kaufhauses mit Herz. Foto: Wisser

Nach 20 Jahren im Rat der Stadt Buxtehude und zehn Jahren im Kreistag ist Schluss. Bodo Klages (77) verpasste bei der Wahl den Einzug in beide Gremien. Der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft trägt es mit Fassung und verrät dabei ein Geheimnis.

Von Karsten Wisser Freitag, 19.11.2021, 09:00 Uhr

Nach 20 Jahren im Rat der Stadt Buxtehude und zehn Jahren im Kreistag ist Schluss mit der Kommunalpolitik. Bodo Klages (77) verpasste bei der Wahl am 12. September den Einzug in beide Gremien. Der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft trägt es mit Fassung und verrät dabei ein Geheimnis.

Wahlniederlage schnell verwunden

„Zuerst habe mich geärgert, aber jetzt freue ich mich auf meine freie Zeit“, sagt Bodo Klages gegenüber dem TAGEBLATT. Der Ärger über die Wahlniederlage war schnell vorbei, weil Klages ohnehin nur noch ein Jahr im Rat sitzen und dann zugunsten eines jüngeren Kandidaten auf der Liste der Wählergemeinschaften BBG/FWG zurücktreten wollte, so der geheime Plan von Klages.

Bodo Klages war 1978 nach Buxtehude gekommen – der Liebe wegen. Er hatte in Hamburg seine Lebensgefährtin Helga Thoms kennengelernt. Sie lebte damals in Buxtehude und Bodo Klages wollte sich nach dem Ende seiner Bundeswehrlaufbahn als Zeitsoldat ohnehin neu orientierten. Im schleswig-holsteinischen Wentorf bei Bergedorf hatte sich Klages schon bei der SPD engagiert und saß dort als Nachrücker im Gemeinderat. „Eigentlich wollte ich in Buxtehude mit Politik nichts mehr zu tun haben“, so Klages.

Aber das nicht selten turbulente Zusammenleben der Buxtehuder Sozialdemokraten motivierte ihn, sich dort erneut zu engagieren. Die kürzlich verstorbene SPD-Legende Hans-Uwe Hansen holte Klages auch schnell zur Arbeiterwohlfahrt (Awo). In Buxtehude ist Klages seit 25 Jahren deren Vorsitzender.

Bruch mit der SPD

Zum Bruch mit der SPD kam es im Zuge des SPD-Streits um die Kandidatur für den ersten hauptamtlichen Buxtehuder Bürgermeister 2000. Mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister Rudolf Näthhorn und der Stadtdirektorin Annegret Kruse gab es zwei Kandidaten in der Partei. Näthhorn setzte sich durch, Kruse trat trotzdem an und wurde durch Klages als Wahlkampfmanager unterstützt. Näthhorn scheiterte im ersten Wahlgang, Kruse unterlag in der Stichwahl Jürgen Badur, der bis 2014 Buxtehuder Bürgermeister blieb.

„Danach wollte mich die SPD loswerden und ich bin dann ausgetreten“, beschreibt Klages diese spannende Zeit. Losgeworden ist die SPD Klages allerdings nicht. 2001 zog er für die Freie Wählergemeinschaft in den Rat der Stadt Buxtehude ein.

Dort wählte Klages gerne die Ausschüsse der damaligen SPD-Landtagsabgeordneten Monika Wörmer-Zimmermann. Klages hatte sich in ihren erfolgreichen Landtagswahlkämpfen 1994 und 1998 sehr engagiert, nach dem Streit um die Bürgermeisterkandidatur herrschte erst einmal Funkstille zwischen den beiden. „Außer, wenn die Ausschussvorsitzende Wörmer-Zimmermann mir als Abgeordneten das Wort erteilen musste“, so Klages. Heute reden die beiden wieder miteinander. Inhaltlich ist der bekennende Schweden-Fan den sozialdemokratischen Themen auch als Abgeordneter der Freien Wähler immer nahe geblieben. Einmal bildete die SPD unter dem Fraktionsvorsitzenden Hansen auch eine Gruppe. Im Kreistag sprach er sich in der Fraktion der Freien Wählergemeinschaft auch immer gegen ein Zusammengehen mit der CDU aus.

Mitbegründer vom „Kaufhaus mit Herz“ 

Nach seinem beruflichen Ausscheiden beim Flugzeugbauer Airbus verbrachte Bodo Klages acht bis zehn Wochen jedes Jahr in Schweden. Auch das hört altersbedingt jetzt auf. Zu tun hat Klages aber im Moment trotzdem noch eine ganze Menge. Er ist im Verein „Kaufhaus mit Herz“ engagiert und vor zehn Jahren war er auch Mitbegründer.

Die Geschäftsidee bei der Awo-Tochter: Das Sortiment besteht aus gut erhaltenen Spenden und reicht von Bekleidung über Wäsche, Haushaltswaren und Wohnaccessoires bis zu Spielzeug und Möbeln. Die Ware wird zu einem günstigen Preis weiterverkauft. Überschüsse werden gespendet. Kaufhäuser mit Herz gibt es in Buxtehude, Stade und Neu Wulmstorf. In den kommenden Wochen wird Klages erst einmal dort aushelfen. Es gibt für ihn auch ohne Kommunalpolitik genug zu tun.

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