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Laleby: Erster Musik-Streaming-Player für (Klein-)Kinder

Tobias Cors (von links), seine Frau Luisa Cors und Jonathan Kröger sind die kreativen Köpfe hinter dem Start-up laleby mit dem ersten eigenständigen Musik-Streaming-Player für Kinder.

Tobias Cors (von links), seine Frau Luisa Cors und Jonathan Kröger sind die kreativen Köpfe hinter dem Start-up laleby mit dem ersten eigenständigen Musik-Streaming-Player für Kinder.

Früher waren Kassettenrekorder und CD-Player die erste Wahl, um Kindern Musik oder Hörspiele vorzuspielen. Im Zeitalter von Streamingdiensten sind neue Lösungen gefragt. Das Start-up laleby arbeitet an einer Innovation auf diesem Gebiet.

Von Sabine Lepél Samstag, 04.08.2018, 08:00 Uhr

Der Name des Neuzugangs im Gründerzentrum Startup Dock im Harburger Binnenhafen ist angelehnt an „lullaby“, das englisches Wort für Wiegenlied. Dazu kam eine Prise schwedisch, denn die Gründer sind Fans des schwedischen Livestyles. Die Idee zu ihrem Unternehmen entstand, als Tobias und Luisa Cors als junge Eltern nach einem Gerät suchten, dass ihre Streamingdienste für die kindliche Unterhaltung nutzen kann, ohne dass das elterliche Smartphone dazwischen geschaltet werden muss.

„Kindermusik und -hörspiele der Streaming-Mediatheken sollten Kindern auf eine kindgerechte, sichere und sich dem Alter anpassende Weise zugänglich sein und gleichzeitig das Leben der Eltern nicht unnötig kompliziert machen“, sagt Tobias Cors. Gemeinsam mit seiner Frau Luisa und dem Studienfreund Jonathan Kröger hat der Ingenieur und ehemalige Student der Technischen Universität Hamburg in Harburg deshalb ein System entwickelt, das aus einem eigenständigen Abspielgerät, einer App für dessen Einstellungen und einer gesicherten Cloud besteht, die beides verbindet.

Dadurch ist laleby der erste Musik-Streaming-Player für (Klein-)Kinder, der plattformunabhängig und nicht auf ein Smartphone in der Nähe angewiesen ist. Über die laleby- App und ein austauschbares Bedienfeld lässt sich der Player den individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Kinder anpassen und soll so der passende Begleiter für viele Jahre mit Musik und Hörspielen sein.

Aus der Cloud über die App aufs kindgerechte Gerät – das ist laleby.

Denn im Gegensatz zur älteren Generation kaufen die jungen Leute längst keine CDs mehr – geschweige denn Kassetten. Sie abonnieren einen Streaming-Dienst, dessen Mediathek für eine monatliche Gebühr grenzenlos genutzt werden kann. „Dadurch hat man ja schon alles. Bei Amazon Prime gibt es beispielsweise allein 2000 Hörspiele für Kinder“, sagt Cors. „Es ist aber aktuell schwierig, dem Kind eine Auswahl kindgerecht zur Verfügung zu stellen.“

Mit dem laleby-Player können Eltern bestimmen, was die Kinder aus diesem grenzenlosen Angebot hören dürfen. Er funktioniert eigenständig wie ein Kassettenrekorder, nutzt aber unabhängig vom Smartphone die von den Eltern in der App eingestellten Vorgaben. Das können auch Einstellung zur Lautstärkenregulierung oder zum Benutzungsende sein.

Luisa und Tobias Cors sind die Gründer und Visionäre von laleby. Luisa ist das Organisationstalent. Sie fühlt sich als Betriebswirtin in der Welt der Zahlen und Kunden zuhause. Tobias ist der Macher und behält den Überblick. Er bringt als Ingenieur die technologischen Kompetenzen für das Produkt und die Produktion mit. Jonathan Kröger ist ebenfalls Ingenieur und der kreative Kopf im Team. Er kümmert sich um Produktdesign und -entwicklung.

„Wir lieben Technik und schöne, kindgerechte und nachhaltige Dinge für Kinder. Wir finden, dass das kein Widerspruch sein sollte“, sagt Tobias Cors. „Wir sind aber nicht nur Gründer, sondern auch Eltern und wollen, dass laleby ein Musikplayer ist, der das Beste aus Technik, Design und Nachhaltigkeit vereint, um für Eltern und Kinder so funktional, flexibel und individuell zu sein wie möglich.“

Der laleby-Player soll mitwachsen, selbst Kleinkinder können das Einsteigergerät schon bedienen. Zunächst hat es lediglich vier Knöpfe. Auf jeden dieser Plätze kann ein Lied, ein Hörspiel, ein bereits gekaufter Download oder eine ganze Playlist hinterlegt werden. Wenn das Kind soweit ist, kann die Bedienoberfläche für einen Touchscreen ausgetauscht werden.

Was das Gerät kosten wird, steht in der Entwicklungsphase noch nicht fest. Im nächsten Jahr soll der laleby-Player verfügbar sein. Bis dahin arbeiten die drei Gründer mit Unterstützung des Startup Docks im Binnenhafen und der Hamburger Fördereinrichtung Hamburg Kreativ Gesellschaft weiter intensiv an ihrer Idee. Dazu gehört auch, eventuell bei der Vox-Erfolgssendung „Höhle der Löwen“ teilzunehmen. „Das könnten wir uns gut vorstellen“, sagt Tobias Cors.

Das Startup Dock mit Sitz im Harburger Binnenhafen fördert als Gründerzentrum seit 2013 innovative Start-ups aus dem Hochschulbereich. Der Ursprung liegt an der Technischen Universität Hamburg in Harburg. Im Rahmen des Förderprogramms „EXIST-Gründungskultur – Die Gründerhochschule“ wurden die Einrichtung über fünf Jahre vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) unterstützt. Derzeit ist sie Teil des Projekts „beyourpilot“ der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI). Das Startup Dock berät und begleitet Studierende, Wissenschaftler und Alumni der Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Verwirklichung ihrer technologieorientierten und wissensbasierten Geschäftsideen.

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