Landrat ehrt den Vordenker Horst Wartner
Ordensträger Horst Wartner und Landrat Michael Roesberg bei der Feierstunde in Kranenburg. Foto Eidtmann
Der langjährige Kranenburger Bürgermeister Horst Wartner ist am Mittwochabend für seine über 30-jährige kommunalpolitische Tätigkeit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.
Landrat Michael Roesberg attestierte dem Geehrten Durchsetzungskraft, Verhandlungsgeschick und ein gutes Gespür. 80 Weggefährten feierten mit dem 76-Jährigen diese ganz besondere Würdigung. Gastgeber im „Kranenburger Hof“ waren die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten und der Gemeinderat. „Ich hatte Mitwirkungsverbot“, lachte Wartner in seiner Rede. Und das sei bei Veranstaltungen im Ort noch nie vorgekommen...
„Die Menschen in Kranenburg wissen, was sie an ihrem Horst haben“, so Roesberg in seiner Laudatio. Er sei ein Mann für alle Belange seines Heimatortes. Beispielhaft nannte Roesberg das Dorferneuerungsprogramm in Kranenburg und Brobergen, Dorf- und Gemeinschaftszentren, Kindertagesstätte, Jugendräume und die Gasversorgung.
Der ehemalige Geschäftsführer der AOK Stade saß 35 Jahre im Rat der Gemeinde Kranenburg, war ohne Unterbrechung 32 Jahre lang Bürgermeister. 20 Jahre gehörte er dem Rat der alten Samtgemeinde Oldendorf an (zehn Jahre als deren Bürgermeister), er gilt als ein Vater der Fusion.
Sein zweites großes Vermächtnis ist der Deichbau. Wartner wirkt hier seit 1994, seit 2004 ist er stellvertretender Oberdeichgraf im Deichverband Kehdingen-Oste. Er sorge sich um alle Belange der Oste, erklärte Roesberg. Und es sei kein Wunder, dass der gebürtige Danziger eine Vielzahl an Fürsprechern und Freunden habe, so wie er auf die Menschen zugehe.
„Er ist ein Vordenker, aber auch nachdenklich.“ Er habe Gerechtigkeitssinn, sei ein Freund der Menschen, offen, liebenswürdig, zuverlässig. Innere Kraft schöpfe er aus der Familie. Sein Stolz als Vater und Großvater sei ihm deutlich anzusehen.
Wartner habe sich mehr als 30 Jahre dem Gemeinwesen „verschrieben“, so Roesberg und zählte weitere Ehrenämter auf in der Jagdgenossenschaft Kranenburg, der Krebsnachsorge Stade, dem Verein zur Förderung von Naturerlebnissen, im DRK-Ortsverein, Inselkreis, in Gremien des Gesundheitswesens und als Fußball-Schiedsrichter.
„Von Anfeindungen ist er leider nicht verschont geblieben“, erinnerte Roesberg an Auseinandersetzungen um die Windkraft. Aber Charakterstärke und sein Glaube ans Gute im Menschen hätten ihn immer begleitet.
Grüße überbrachte Wartners Weggefährtin im Städte- und Gemeindebund, Ruth Uhlendorf, von Staatssekretär Enak Ferlemann. Wartner selbst zeigte sich bewegt und „beeindruckt“. „Ich habe das alles sehr gerne getan“, sagte der Ordensträger, dem stehend applaudiert wurde.