TLehren aus der Geschichte
Zum Artikel „Feuersturm tobt über Elbflorenz“ (TAGEBLATT vom 13. Februar) schreibt Peter Schwenkenberg aus Bad Krozingen:
Ich denke, dass Churchill mit der Winter-Bombardierung von Dresdens Innenstadt am 13. Februar 1945 bereits die Zeit nach dem Krieg und sein Weltreich im Blick hatte, in dem er verwurzelt war und das ihn, zunächst als reisender Konfliktreporter, bekannt gemacht hatte. Er mag zuvor befürchtet haben, dass der Einsatz des deutschen Dieselmotors im Schiffbau seiner großen Schifffahrtsnation sogar den Rang streitig machen könnte. Außerdem darf nicht unterschätzt werden, dass die Bomben nun einmal da waren und die englischen Einsätze zum Schluss des Krieges ziemlich gefahrlos waren.
Im Zweiten Weltkrieg hatte die englische Propaganda Deutschland, das immerhin über Jahrhunderte den Lauf der europäischen Geschichte mitbestimmt hatte - Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation - durchweg als kulturlos dargestellt. Churchill wusste, dass nach dem Krieg die verbreiteten Bilder über den Weiterbestand des englischen Weltreichs mitentscheiden würden.
Zu diesem in den Kolonien gezeigten hässlichen Deutschenbild hätte ein städtebauliches Kleinod wie Dresden gar nicht gepasst. Das in Mitteleuropa heute im Kriegsfalle wieder gefährdete Deutschland sollte die Lehren aus der Geschichte ziehen, und heute für den Friedenspfad eintreten.