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Peter Vollmers stellt seinen Tierwohl-Betrieb vor

Mäster stehen unter Preisdruck

Landwirt Peter Vollmers (rechts) und FDP-Politiker Hermann Grupe im Hähnchenstall in Wiepenkathen . Foto von Allwörden

Landwirt Peter Vollmers (rechts) und FDP-Politiker Hermann Grupe im Hähnchenstall in Wiepenkathen . Foto von Allwörden

Dass trotz des Preisdrucks gerade in größeren Betrieben die Hähnchen unter gesundheitlich guten Bedingungen gehalten werden, davon konnte sich eine Gruppe von FDP-Politikern bei einem Rundgang durch die Ställe des Landwirts Peter Vollmers in Wiepenkathen überzeugen.

Von Peter von Allwörden Sonntag, 25.08.2019, 16:00 Uhr

Der stellvertretende Vorsitzende des FDP-Bezirksverbandes Elbe-Weser André Grote aus Buxtehude hatte seine Parteifreunde und den landwirtschaftlichen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion und Vorsitzenden des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Landtag, Hermann Grupe nach Stade eingeladen.

„Hier bin ich auch nur Lehrling“, scherzte Grupe, der selbst einen Hof im Weserbergland betreibt. Aber der FDP-Mann ist Ackerbauer und kein Tierhalter. Er hatte größtes Verständnis, dass gerade Hähnchenmäster unter einem enormen Preisdruck arbeiten müssten. Wenige Cent pro Kilo entscheiden über die Wirtschaftlichkeit der Mast.

Schon vor längerer Zeit wurde in Deutschland auf freiwilliger Basis ein sogenanntes Tierwohl-Label eingeführt. Das zertifizierte Label garantiert den Verbrauchern, dass die Tiere, dessen Fleisch sie kaufen und essen, unter besseren Bedingungen, also nach Tierwohlkriterien, gehalten werden. Der Wiepenkathener Hähnchenmäster Vollmers produziert bereits seit drei Jahren als Tierwohl-Betrieb.

Der Landwirt begrüßt es denn auch, dass es nun ein Label gibt, hat allerdings wenig Verständnis für den enormen bürokratischen und dokumentarischen Aufwand, der damit verbunden ist. Immerhin: Das Fleisch wird besser bezahlt und auch teurer an den Verbraucher verkauft.

Tierwohlkriterium ist in diesem Fall die Größe des Stallbesatzes: Nach EU-Vorgaben darf Vollmers 41 000 Hähnchen pro Stall mästen, nach deutschen Vorgaben 39 000, aber nach Tierwohl-Kriterien nur 31 000 Tiere pro Stall. Jeder Stall hat eine Grundfläche von 1700 Quadratmetern.

Insgesamt betreibt der Landwirt vier Ställe. Nach sieben Wochen haben die Hähnchen, die frisch geschlüpft in den Stall kommen, ein Schlachtgewicht von etwa zwei Kilogramm. Vollmers erklärt den Besuchern vor Ort, dass er zu den „langsamen und verhaltenen Mästern“ gehöre. Die Tiere haben nicht nur Nachtruhe, sondern auch eine ausführliche Mittagsruhe.

Außerdem biete der Stall moderne Technik. So gibt es nicht nur fernüberwachte Lüftungsanlagen und Heizungen, sondern auch Kühlanlagen in den vier Ställen.

Heiße Tage überstehen die Hähnchen im Vollmerschen Stall ohne Stress. Solche und andere Einrichtungen rechneten sich für einen Mäster mit vielleicht 10 000 Hähnchen gar nicht, sagt Peter Vollmers.

Mit der Größenordnung seiner Ställe seien bestimmte Investitionen betriebswirtschaftlich sinnvoll. Am Ende dienten diese aber der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Tiere.

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