Marc Weide verzaubert die Besucher im Stadeum
Nachdem Marc Weide im zarten Alter von elf Jahren von David Copperfield auf die Bühne geholt wurde, war ihm klar: „Ich werde Zauberer.“ 16 Jahre später hat er es geschafft, ist Weltmeister im Zaubern und verblüffte nun auch das Publikum im Stadeum mit seinen Tricks.
Marc Weide holt eine Frau zu sich auf die Bühne. Auf dem weißen Shirt des Zauberers steht der klassische Spruch: Zieh mal eine Karte. Der 27-Jährige zieht aber selbst, den Pik König. Wie aus dem Nichts trägt er plötzlich ein schwarzes Shirt mit eben jenem Pik König darauf. Als er dann eine Ecke der Karte abreißt, passiert das gleiche mit der Karte auf seinem Shirt. Die Ecke lässt er verschwinden. Als er die Karte anzündet raucht sein Shirt. Dann soll die Frau eine Box öffnen, die den ganzen Trick über auf ihrem Schoß lag. Darin liegen Marc Weides Schuh, das weiße Shirt von vorhin – und der abgerissene Kartenschnipsel. Marc Weide zaubert die Karte wieder ganz, auch sein Shirtmotiv vervollständigt sich wieder.
{picture1s} Mit genau diesem Kartentrick der Marke Eigenkreation hat Marc Weide im August vergangenen Jahres bei der Weltmeisterschaft der Zauberkunst in Südkorea Platz eins belegt. „Das war wie ein Traum“, sagt er vorab im TAGEBLATT-Gespräch. Das Ticket für die WM löste er mit einem zweiten Platz bei den deutschen Meisterschaften. Wie sich der Laie eine Meisterschaft im Zaubern vorstellen könne? Die Wertung erfolge, so Weide, ganz ähnlich wie beim Eiskunstlauf. Die Perfomance wird von einer Jury bewertet, in zehn Minuten Show ist alles erlaubt.
„Klassiker“ wie das Zersägen einer Jungfrau, gibt es in seiner Show nicht. „Ich liebe es, mit Dingen aus dem Publikum zu zaubern.“ Marc Weide sammelt im Stadeum ein paar Ringe ein und verkettet diese. In seinem zweiten Soloprogramm „Hilfe, ich werde erwachsen!“ bietet er aber mehr als Illusionen und Trick. „Im Herzen bin ich Zauberer, aber noch wichtiger ist die Unterhaltung“, sagt Weide. Der 27-Jährige berichtet humorvoll aus dem Leben eines Zauberers und erzählt Geschichten vom Kind sein und nicht mehr Kind sein. Er bezeichnet seine Show als Zauber-Entertainment. Immer im Mittelpunkt: die Magie.
Marc Weide hat früh angefangen zu zaubern. Mit elf Jahren wurde er bei einer Show von David Copperfield, einem der erfolgreichsten Zauberer aller Zeiten, auf die Bühne geholt. Vor seinen Augen verschwand Copperfield, ein Trick, der den Elfjährigen verblüfft zurückließ. Schon auf der Rückfahrt versicherte er seiner Mutter, er "wird mal Zauberer". Ein Jahr später hat er einen Zauberkasten zum Geburtstag bekommen, „und die Familie musste leiden“, sagt Weide lachend im Gespräch mit dem TAGEBLATT. Ein Video davon läuft zu Beginn seiner Show am Sonnabend auf der Leinwand. Der kleine Marc Weide kündigt den großen an.
Mit 14 gewann er den Förderpreis Theater Hagen, das habe eine Kettenreaktion ausgelöst. Er wurde oft gebucht und war in TV-Shows zu Gast. Dazu hatte er Glück, dass in der Nachbarschaft ein junger Zauberer wohnte, der ihn unter seine Fittiche nahm. Mit gerade mal 16 Jahren war Weide schon das jüngste Mitglied im magischen Zirkel. „Das ist wie ein Fußballverein für Zauberer“, erklärt er. Der Zirkel treffe sich zweimal im Monat und tausche sich über neue Tricks, aber auch Privates aus.
Schon früh hat sich Marc Weide eigene Sachen ausgedacht, wie er vorab verriet. „Zaubern ist sehr autodidaktisch“, sagt Weide, viele Tricks seien aus Büchern gut zu lernen. Solche Kartentricks, die ein Anfänger zum Beispiel schnell nachlesen kann, erklärt er in geselliger Runde auch schon mal. „Das Nachmachen ist trotzdem schwer“, sagt Weide. Schließlich seien für jeden Trick rund 3 Monate nötig, bis er perfekt sitzt. „Das ist wie in der Musik, du musst die Noten lernen, bevor du spielen kannst.“ Ansonsten gelte in Zaubererkreisen das Credo: Verrate niemals deinen Trick.
Dabei steht den Zuschauern im Stadeum am Sonnabend genau diese eine Frage ins Gesicht geschrieben: Wie geht das? Verraten will Marc Weide das natürlich nicht. Es sei wichtig, dass sich das Publikum darauf einlässt, verblüfft zu werden. Diesen Moment des Staunens hat Marc Weide gern. Er erlebt ihn oft an diesem Sonnabendabend im Stadeum – und wird von Standing Ovations sowie minutenlangem Applaus von der Bühne verabschiedet. „Wir wissen ja alle, dass es Tricks sind. Wenn ich wirklich zaubern könnte, würde ich keine Kartentricks zeigen, sondern wie Superman durch die Luft fliegen.“ Ein bisschen Ungewissheit, das gehört bei einer Zaubershow halt einfach dazu.
„Beeindruckend, vor allem der Trick mit der Karte auf dem T-Shirt“, sagt Finn Schlichting aus Hemmoor.
„Netter, sympathischer Kerl und die Tricks genial. Einfach unglaublich“, sagt Kai Albers aus Cadenberge.
„Die Show ist gut, man muss sich doch immer wieder wunder. Da sind wirklich tolle Sachen dabei“, sagt Johann Roggenkamp aus Oerel.
- 29.03.19 Osnabrück, Lagerhalle
- 26.04.19 Bad Pyrmont, Kurtheater
- 27.04.19 Lüneburg, Kulturforum
- 03.05.19 Vechta, Metropol/CINEMA
- 17.05.19 Bad Zwischenahn, Park der Gärten
- 27.10.19 Hameln, Sumpfblume
- 07.11.19 Celle, CD-Kaserne