Mariahilf: Schwerpunkt Geburten und Kinder
Konzentration auf Kinder: Im vergangenen Jahr gab es bei Mariahilf insgesamt 1744 Entbindungen , bei denen 1778 Babys zur Welt kamen.
Seit Jahresbeginn ist das Helios-Mariahilf-Krankenhaus die einzige Hamburger Geburtsklinik südlich der Elbe. Zum 1. Juli wird zudem die Notaufnahme auf Kinder sowie Frauen mit gynäkologischen Beschwerden spezialisiert. Damit setzt die Klinik eine Entscheidung der Gesundheitsbehörde um.
Wie berichtet, wird im Gegenzug die Asklepios-Klinik Harburg die Notaufnahme bei sich konzentrieren und die Entbindungen abgeben. Im September 2016 hatte die Hamburger Gesundheitsbehörde entschieden, sowohl die Geburten-, als auch die Notfallversorgung im Süderelberaum neu zu strukturieren – angeblich, um diese zu verbessern. Mit dem Jahreswechsel – ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant – hat Mariahilf nun alle Geburten der Asklepios-Klinik-Harburg übernommen, die ihre Entbindungsstation zwischenzeitlich bereits geschlossen hat.
Diese Neuordnung der Geburtenversorgung nutzen wir“, sagt Ulrike Kömpe, Geschäftsführerin der Helios-Mariahilf-Klinik, jetzt bei einem Besuch der Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Wir bauen unseren ohnehin bestehenden Mutter-Kind-Schwerpunkt noch weiter aus.“ Die Senatorin sah sich den modernen Kreißsaal, die Wöchnerinnenstation und das „Storchennest“, also die Kinderintensivstation der Mariahilf-Klinik an. „Mit großem Interesse habe ich gesehen, dass Mariahilf die Übernahme der Geburten gut bewältigt“, sagte Prüfer-Storcks. Sie rechnet künftig mit mehr als 2000 Geburten pro Jahr. Im Jahr 2016 gab es 1744 Entbindungen bei Mariahilf, 17 Geburten mehr als 2015.
Die Klinik begegnet den Neuerungen und den zu erwartenden Mehrgeburten mit strukturellen und personellen Anpassungen. Es wurden drei zusätzliche Ärzte, fünf Hebammen und drei Pflegekräfte für den Kreißsaal und die Geburtenstation eingestellt. Und auch eine neue Chefärztin für die Geburtshilfe: Seit Jahresbeginn leitet Dr. Maike Manz die Abteilung Geburtshilfe und Pränatalmedizin. Sie ist ausgebildete Hebamme und Gynäkologin mit einem Schwerpunkt in der Speziellen Geburtshilfe und Perinatalmedizin. „Ich freue mich darauf, die Klinik durch diese spannende Phase des Aufbruchs zu begleiten“, sagt Dr. Manz. „Ich bin und bleibe Geburtshelferin – und zwar mit beiden Ausbildungen. Daher habe ich mich für die schon immer geburtenstarke Klinik Mariahilf entschieden.“ Insgesamt wird es je nach Entwicklung der Geburtenzahlen 15 Neueinstellungen geben. Auch darüber hinaus sollen alle bestehenden Fachabteilungen personell voll erhalten bleiben, versichert Kömpe.
„In jedem Fall schaffen wir zum Herbst 2017 ein viertes Familienzimmer sowie ein weiteres Wehenzimmer“, sagt die Geschäftsführerin. „Eventuell benötigen wir zudem einen zusätzlichen Kreißsaal.“ Bisher verfügt die Klinik über fünf Entbindungsräume. „In diesem Zuge ist auch die Einrichtung eines Hebammen-Kreißsaals möglich“, sagt Kömpe. Harburger Politiker hatten den Erhalt dieser Einrichtung gefordert, nachdem sie in der Asklepios-Klinik nun nicht mehr zur Verfügung steht. In einem Hebammen-Kreißsaal betreuen erfahrene Hebammen eigenverantwortlich gesunde Schwangere. Ärzte kommen nur bei Komplikationen hinzu. Mit der Schließung bei Asklepios fehlt dieses Angebot nun im Hamburger Süden.
Als weitere Maßnahme zur Anpassung an die neuen Herausforderungen nennt Kömpe auch die gynäkologischen Untersuchungsmöglichkeiten, die bis zum 1. Juli in der Notaufnahme von Mariahilf geschaffen werden. „Die Investitionskosten liegen insgesamt im einstelligen Millionenbereich und sind durch die Gesundheitsbehörde bereits beim Krankenhausstrukturfond beantragt“, sagt die Geschäftsführerin. Das Ziel sei eine höhere Versorgungsstufe für Früh- und Neugeborene. Mittelfristig strebe Mariahilf an, zum Perinatalzentrum Level 1 zu werden, also eine höhere Versorgungsstufe für Früh- und Neugeborene zu erreichen, erklärt Kömpe. „Davon werden Schwangere im Hamburger Süden und im Harburger Umland deutlich profitieren.“ Natürlich stelle die Neuordnung für die Klinik eine strategische Herausforderung dar, räumt Kömpe ein. „Vor allem ist sie aber eine Chance, uns auf das zu konzentrieren, was Mariahilf schon immer ausmacht: Geburten und Kinder.“
Das erste Baby in diesem Jahr war Mirac Kuzey Ates – 3590 Gramm schwer und 52 Zentimeter lang. Der kleine Neuwieden-thaler erblickte am Neujahrsmorgen um 7.45 Uhr das Licht der Welt und gab somit den Startschuss für erhoffte weiteren 1999 Geburten.
Bei Mariahilf sind sowohl der Kreißsaal als auch der OP und die Neonatologie auf einer Etage direkt miteinander verbunden. Die Klinik will so für alle Eventualitäten während der Geburt gewappnet sein. An jedem zweiten und vierten Mittwoch im Monat haben werdende Eltern im Rahmen des Informationsabends die Gelegenheit, mit Ärzten, Pflegekräften und Hebammen ins Gespräch zu kommen. Der Infoabend im Mariahilf findet immer um 18 Uhr in der Cafeteria der Klinik statt.
Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (zweite von rechts) bei ihrer Stippvisite Anfang der Woche mit Klinikgeschäftsführerin Ulrike Kömpe (vorne links) und Chefärztin Dr. Maike Manz (vorne rechts). Sie besuchten die glückliche Famili