Mehrzweckhalle Agathenburg: Neubau oder Sanierung?
Blick aus Richtung Westen: So könnte die neue Mehrzweckhalle einmal aussehen. Zeichnung Ganske & Partner
Die 1974 erbaute und schon zwei Mal sanierte Agathenburger Mehrzweckhalle ist nicht mehr zeitgemäß, darüber sind sich Verwaltung und Politik einig. Die Frage ist nur: Abreißen und neu bauen oder sanieren? Damit beschäftigte sich jüngst der Gemeinderat.
Das Thema steht schon lange auf der Tagesordnung, immer wieder hatte sich der Rat mit der Planung beschäftigt und zusammen mit den örtlichen Vereinen und Verbänden ein Raumkonzept entwickelt. Mehrere Büros beteiligten sich an einem Architektenwettbewerb. Den Zuschlag, die Maßnahme von der Vorbereitung bis zur Ausführung zu begleiten, erhielt das Unternehmen „Ganske & Partner“ aus Stade. Zwei Varianten, die Bürgermeister Gerd Allers (WG) vorgestellt hat, stehen zur Diskussion.
Da ist zum einen die Möglichkeit, das bestehende Gebäude umzubauen und energetisch zu sanieren. Der bisherige Jugendraum soll aufgelöst werden, damit dort Duschen und Umkleiden untergebracht werden können. Die Sanitärräume würden entkernt und erweitert – also mit neuen Böden, Toiletten und Heizkörpern versehen. Sie bekämen einen eigenen Zugang von draußen, wären folglich unabhängig vom Gemeinschaftsraum nutzbar. Der Gemeinschaftsraum könnte in Richtung Wald vergrößert sowie mit neuen Fenstern ausgestattet werden. Die jetzige Küche soll zum Lager umfunktioniert werden. Sie würde in den Anbau verlegt, der verklinkert würde. Für den Hallenraum ist ein neuer Boden vorgesehen. Zu einem Problem könnte die Statik werden, eine Verstärkung des Daches sei nötig. Nach Gesprächen mit Fachleuchten rät Allers, das komplette Dach neu einzudecken und dämmen zu lassen.
Ein Austausch der Heizungsanlage sei nicht zwingend notwendig, aber empfehlenswert, so der Bürgermeister. Denn heutzutage würden Turnhallen mit Deckenstrahlern erwärmt, damit sich die Heizungsluft gleichmäßig verteilt. Bisher sind aber nur Heizkörper an den Wänden vorhanden. Inklusive der neuen Heiztechnik beziffert das Architekturbüro die Kosten für den Umbau der Mehrzweckhalle mit 1,6 Millionen Euro. Belüftungsprobleme, wie sie in kürzlich sanierten Hallen der benachbarten Samtgemeinde Lühe auftreten, könnten nicht ausgeschlossen werden, warnte Allers. „Es bleiben Restrisiken.“
Unproblematischer, aber etwas teurer wäre ein kompletter Neubau. Der Hallenraum würde einen ähnlichen Grundriss bekommen, 15 mal 30 Meter anstelle von 14 mal 28 Metern. An der Waldseite werde ein Lager errichtet. Der Gemeinschaftsraum soll dort seinen Platz finden, wo jetzt der Jugendraum angesiedelt ist. Daneben sind Garderobe und Küche geplant, die an den zentralen Zugang zur Halle sowie an die Sanitärräume grenzen. Der Jugendraum würde im Bereich des heutigen Gemeinschaftsraums angesiedelt. In einem Seitentrakt würden Duschen und Umkleiden untergebracht. Auch bei dieser Variante wäre der Jugendraum unabhängig vom Betrieb im Sport- und Gemeinschaftsraum nutzbar.
Der zentrale Hallenbereich, der künftig bis zu sechs statt fünf Meter hoch werden könnte, soll eine Stahlkonstruktion in Standardabmessungen erhalten, das sei günstiger als ein individueller Massivbau. Die übrige Fassade soll verklinkert werden. Knapp zwei Millionen Euro werden für den Neubau veranschlagt.
Fazit: Die Fraktionen haben den Vorschlag bereits intern beraten. Details könnten aber noch optimiert werden, die genaue Raumaufteilung und Ausstattung müsse noch diskutiert werden. Ob etwa der Hallenbereich an die Wald- und die Umkleiden an die Parkplatzseite gesetzt werden, könne später entschieden werden. Erst einmal müsse der Grundsatzbeschluss stehen: Umbau oder Neubau? Der Rat beschloss einstimmig, dass die Pläne mit den zuständigen Stellen beraten werden sollen, um die konkreten Fördermöglichkeiten zu bestimmen. Nächstes Jahr soll dann die endgültige Entscheidung fallen.
Bis zu 43 Prozent der Kosten, begrenzt auf maximal 500 000 Euro, könnten über das Projekt Dorferneuerung vom Amt für regionale Landesentwicklung gefördert werden, hatte Allers bereits im Oktober erklärt.
Die Planung hat begonnen: Ob die Mehrzweckhalle in Agathenburg saniert oder neu gebaut werden soll, darüber muss der Rat entscheiden. Archivfoto: Lohmann