Meilenstein: Frauen-Handball live im Free-TV
Spiele des BSV waren schon live im Free-TV zu sehen, aber noch keines aus der Halle Nord. Foto: Iso Jürgens
Die Liga spricht von einem Meilenstein: Zum ersten Mal wird ein Paket von Spielen der Handball-Bundesliga der Frauen im Free-TV gezeigt. Los geht es nach Weihnachten. Der Buxtehuder SV jedoch ist bei den ersten Terminierungen nicht vertreten.
Wie der Ligaverband Handball Bundesliga Frauen (HBF) mitteilte, strahlt der Fernsehsender Eurosport 1 zwischen Dezember und Mai jeweils am Freitagabend ausgewählte Bundesliga-Partien aus. Möglich sei das durch die Kooperation zwischen dem Sender und Sportdeutschland.tv, so die HBF. Los geht es mit Duell zwischen Frisch Auf Göppingen und Bayer Leverkusen am 27. Dezember.
Insgesamt wurden bereits sechs Spiele bis zum 13. März terminiert. HBF-Geschäftsführer Christoph Wendt spricht von einem großen Meilenstein für den Frauen-Handball in Deutschland. „Damit machen wir einen sehr wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung und Professionalisierung unserer Ligen“, sagt er. Bloß der Buxtehuder SV ist einer der Vereine, die bisher nicht berücksichtigt wurden. Warum?
BSV-Manager Peter Prior spricht ebenfalls von einem Meilenstein für die gesamte Liga. „Seit Jahren wünschen wir uns, dass die Spiele live im Fernsehen übertragen werden“, sagt er. Zwar seien schon vereinzelte Spiele des BSV live im TV gezeigt worden, so Prior, doch noch kein einziges aus der Halle Nord.
Seit 2010 werden die BSV-Spiele live im Internet gestreamt. „Wir waren damals die Pioniere“, sagt Prior und erinnert an die erste Übertragung am 17. Mai 2010, das Europapokal-Hinspiel gegen Göppingen. Seit der Saison 2016/17 werden alle Erstligaspiele live im Internet unter sportdeutschland.tv und dessen Ableger handball-deutschland.tv gezeigt.
Vor wenigen Wochen habe es dann die ersten Gespräche und Abstimmungen gegeben – und schon standen die ersten Übertragungstermine. Ohne den BSV. „Es ist nicht so, dass wir nicht gewollt hätten“, sagt Prior. Grund dafür sei vielmehr die Auswahl des Termins für die begrenzten und vorgegebenen Sendeplätze gewesen.
Außerdem sei so eine Übertragung mit großem Aufwand verbunden, sagt der Manager. Die entsprechenden Spiele könnten nicht in der Halle Nord ausgetragen werden. Der BSV müsste somit umziehen, zum Beispiel in die CU-Arena nach Neugraben, und einen reinen Handball-Boden ohne störende Linien verlegen.
Außerdem werden für die Übertragung Tribünen auf beiden Seiten des Spielfeldes gefordert sowie das entsprechende Equipment. „Das ist mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden“, sagt Prior. Er geht von Kosten von 8000 bis 10.000 Euro für ein Spiel aus. „Man muss eine gewisse Vorleistung erbringen“, sagt Prior.
„Es kann gut sein, dass im Laufe der Saison noch ein BSV-Spiel zu sehen sein wird“, sagt Prior. Er hofft, dass sich dieses Investment auf lange Sicht lohnen und den Frauen-Handball generell attraktiver machen werde.
Für April und Mai sei die Übertragung weitere Spiele geplant, so die HBF. Als Expertin begleitet die frühere BSV-Handballerin Isabell Klein die Spiele an der Seite von Kommentator Uwe Semrau. „Wir hoffen, mit einem festen Sendeplatz am Freitagabend in der Prime-Time möglichst viele Handball-Fans zu erreichen und neue Zuschauer für den Frauen-Handball zu gewinnen“, sagt Werner Starz vom Medienkonzern Discovery, zu dem Eurosport gehört.
- Fr., 27. Dezember, 19.30 Uhr: Frisch Auf Göppingen – TSV Bayer 04 Leverkusen
- Fr., 3. Januar, 19.30 Uhr: HSG Blomberg-Lippe – SG BBM Bietigheim
- Fr., 31. Januar, 18 Uhr: TSV Bayer 04 Leverkusen – Thüringer HC
- Fr., 7. Februar, 19.30 Uhr: Kurpfalz Bären – HSG Bensheim/Auerbach
- Fr., 6. März, 21 Uhr: TuS Metzingen – Frisch Auf Göppingen
- Fr., 13. März, 19.30 Uhr: Thüringer HC – SG BBM Bietigheim