TMich wundert nichts mehr
Zum Artikel „CDU ärgert sich über SPD-Brief“ (TAGEBLATT vom 11. Februar) schreibt Cornelius van Lessen aus Drochtersen:
Die spinnen, die Parteien der Mitte. Anstatt sich an einen Tisch zu setzen, um die allen Menschen unter den Nägeln brennenden Probleme zu lösen, beginnt die SPD im Landkreis Stade ein taktisches Spielchen mit der CDU zur Migrationspolitik, das nur der AfD nützt. Was soll das? Den drei Landtagsabgeordneten Frauen Lange, Butter und Reinecke stünde es wesentlich besser zu Gesicht, wenn sie sich um die marode Infrastruktur im Landkreis Stade und hier der L111 mit einsturzgefährdeter Brücke in Kreuel oder der Kreisstraßen in Kehdingen mit Nebenanlagen (Frau Butter und Frau Reinecke - beide CDU - mit Herrn Baumgarten - SPD) als Kreistagsabgeordnete kümmern würden. Eine Fahrt von Drochtersen nach Stade auch über die „Moorstraße“ oder zum Bahnhof nach Hammah kommt einer Strafe gleich. Und warum setzen die Bundestagsabgeordneten von CDU, SPD und den Grünen sich nicht für eine funktionierende, überregionale Infrastruktur ein? Die B495 in Richtung Hemmoor darf wegen großer Schäden streckenweise nur mit maximal 30 km/h befahren werden. Für den dringend notwendigen Ausbau der Elbfähre Wischhafen/Glückstadt interessiert sich kein Bundestagsabgeordneter, insbesondere nicht aus dem Wahlkreis Cuxhaven-Stade II. Aber 300 Millionen Euro für den Ausbau des Hafens in Cuxhaven werden aus Bundesmitteln zur Verfügung gestellt. Der ÖPNV fristet in Kehdingen ein Nischendasein, das Deutschlandticket nützt hier niemanden. Und die Rettungsdienste im ländlichen Raum und damit auch im Landkreis Stade sind im Vergleich mit den Städten verfassungswidrig aufgestellt. Dies deshalb, weil die Rettungsfahrzeuge im ländlichen Raum im Vergleich mit den Städten sehr häufig erst später eintreffen (so Prof. Dr. di Fabio). Diese schwerwiegenden, infrastrukturellen Mängel sind auch der Grund dafür, dass Hausarztmangel besteht und auch andere Dienstleister das Kehdinger Land meiden. Und dann wundert „Mehrheitspolitik“ sich, dass eine rechtsradikale Partei bei der Europawahl in Drochtersen und anderen ländlichen Gegenden einen überdurchschnittlichen Stimmenanteil bekam? Mich wird nach der Bundestagswahl nichts mehr wundern.