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Miniatur Wunderland: Papst winkt im Italien-Abschnitt

Eine winzige Papst-Figur winkt in einer Werkstatt des „Miniatur Wunderlands“ in Hamburg aus einem Modellgebäude. Auf über 190 Quadratmetern erstreckt sich der neue Italien-Abschnitt in der größten Modelleisenbahnanlage der Welt in der Speic

Eine winzige Papst-Figur winkt in einer Werkstatt des „Miniatur Wunderlands“ in Hamburg aus einem Modellgebäude. Auf über 190 Quadratmetern erstreckt sich der neue Italien-Abschnitt in der größten Modelleisenbahnanlage der Welt in der Speic

Die rauen Felsen der Amalfiküste winden sich durch die schroffe süditalienische Landschaft und formen enge Schluchten, gesäumt von vermoosten Steinhängen. Ein paar Meter weiter steht Papst Franziskus auf der Loggia des Petersdoms und winkt den Gläubigen zu. 

Montag, 26.09.2016, 17:21 Uhr

Nur einen Steinwurf entfernt thront der Vesuv bedrohlich über der Stadt Pompeji, die zum Teil wieder freigelegt wurde und das Leben der Einwohner vor dem Vulkanausbruch zeigt. Auf über 190 Quadratmetern erstreckt sich der neue Italien-Abschnitt im Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt, in der größten Modelleisenbahnanlage der Welt. Ein Team aus 50 Modellbauern und Technikern hat vier Jahre in die Fertigstellung investiert. „Kein Abschnitt war bislang so detailgenau“, sagen die Gründer und Zwillingsbrüder Frederik und Gerrit Braun (48) stolz. Vergleiche man den Aufwand mit den Bauten zu Beginn des Wunderlandes vor 15 Jahren, so hätten sie für diese Anlagengröße wohl nur ein Jahr gebraucht. „Da sieht man, dass sich die Ansprüche ein klein bisschen verändert haben“, scherzt Frederik.

Doch warum gerade Italien? „Wir haben rund 200 Staaten auf der Welt, von denen wahnsinnig viele attraktiv sind, aber wir wollten uns erst mal um Deutschland herum austoben“, sagt Gerrit. Im Team sei die Wahl dann einheitlich auf Italien gefallen. Ein ganzes Jahr dauerte die Planung auf Papier, bevor die eigentliche Bauphase losgehen konnte. In minutiöser Kleinarbeit stellten die Modellbauer fast jedes Detail des Bereiches selber her. Allein für das Kolosseum betrug die reine Bauzeit schätzungsweise ein halbes Jahr. Besucher merken schnell: Wer hier arbeitet, für den muss sein Beruf eine Leidenschaft sein. Anders ist es schwer vorstellbar, wie man Dutzende, manchmal Hunderte Stunden an einem einzigen Bauelement herumtüfteln kann. Für eine kleine, relativ unscheinbare Brücke wurden beispielsweise 1400 Einzelteile zusammengesetzt.

Frederiks Highlight der neuen Anlage ist die Amalfiküste: „Unfassbar ist ihre Dreidimensionalität. Ich frag mich jedes Mal wieder: Wie soll man das toppen?“ Gerrits Wahl hingegen fällt ganz klar auf den Vesuv. „Das ist mein Lieblingsdetail, weil da so viel Herzblut drin steckt“, schwärmt er. Einen Vulkan zu bauen, bei dem auch ein Ausbruch simuliert werden konnte, war die größte Herausforderung des neuen Abschnitts – Lava in Zeitlupe sozusagen.

Wie immer können im Miniatur Wunderland nicht nur atemberaubende Landschaften und detailgenaue Abbilder verschiedenster Bauwerke bestaunt werden. Im Stiefel-Land spielen die Modellbauer ganz bewusst auch mit den klassischen Klischees rund um Italien: Teure Modeboutiquen werden ebenso dargestellt wie der Tatort eines Mafia-Mordes oder auch ein flüchtender Liebhaber. Ein von der Antifa besetztes Gebäude mit Autowracks und Punkern im Vorgarten darf da natürlich auch nicht fehlen. Besucher können aktiv in das Geschehen eingreifen und unter anderem auf Knopfdruck eine fleischfressende Pflanze einen Hund verspeisen lassen.

Bis zur Eröffnung des neuen Italien-Abschnitts am 29. September arbeiten alle Modellbauer unter Hochdruck, um rechtzeitig alle Elemente fertigzustellen. Und worauf können sich die Mini-Bahnurlauber nach Bella Italia freuen? Die Braun-Brüder wollen das Fürstentum Monaco nachbauen, und danach geht es direkt nach Frankreich.

Die Gründer und Geschäftsführer des „Miniatur Wunderlands“ in Hamburg, Frederik (rechts) und Gerrit Braun , lächeln hinter der Nachbildung des Kolosseums.

Die Gründer und Geschäftsführer des „Miniatur Wunderlands“ in Hamburg, Frederik (rechts) und Gerrit Braun , lächeln hinter der Nachbildung des Kolosseums.

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