Mit Lotto King Karl durch Hamburg
Lotto King Karl steht am Volksparkstadion neben der Skulptur vom Fuß des HSV-Idols Uwe Seeler . Der Musiker hatte anlässlich seines neuen Albums „360 Grad“, das am 12. Mai erscheinen wird, zu einer Stadtrundfahrt mit den Stationen seiner Ka
Wenn der Hamburger Musiker Lotto King Karl ein Album herausbringt, darf eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt nicht fehlen. Dafür führt er auch schon mal im Doppeldeckerbus durch seine Stadt – Anekdoten inklusive.
Von Dorit Koch
Aus den Lautsprechern des roten Doppeldeckerbusses dröhnen Lotto King Karls Lieder, er selbst hat das Mikrofon in der Hand und gibt den Reiseleiter: Zu einer Rundfahrt durch sein Hamburg hat der Musiker am Montag eingeladen – Anekdoten aus 22 Jahren Musikergeschichte inklusive. 1995 war seine erste Single „Ich hab’ den Jackpot“ erschienen – am 12. Mai bringt er sein neues Werk „360 Grad“ heraus. Anlass für eine kleine Rund- und Zeitreise durch die Hansestadt, der er mit seiner Hymne „Hamburg, meine Perle“ schon vor Jahren eine Liebeserklärung gemacht hat.
„Hier irgendwo muss Smudo wohnen“, sagt Lotto, als die Fahrt durchs Schanzenviertel führt. Und dass TV-Koch Tim Mälzer, den er „sehr gerne mag“, seinen Gästen überteuertes Leitungswasser serviere, könne er sich nicht vorstellen, erzählt er, als der Bus an einem von Mälzers Restaurants vorbeifährt – eine kleine Anspielung auf die Diskussionen um die Preise für das gefilterte Wasser im Hamburger Restaurant von Filmstar Til Schweiger.
Auch auf der Reeperbahn erinnert sich Lotto an Smudo – an einen Dreh, als der Fanta-4-Musiker gerade frisch in die Hansestadt gezogen war. Oder an frühere „Wettbewerbe“ mit seinen Freunden im Rotlichtviertel: „die Davidstraße, wo Prostituierte auf ihre Kundschaft warten, möglichst weit rauf- und runterzukommen – ohne angesprochen zu werden von den Frauen“.
Der echte Barmbeker Jung, der mit seinen Barmbek Dream Boys bald wieder auf Tour gehen will, zeigt, wo er früher bei einem Spediteur gearbeitet hat und wo seine „Karriere“ als Basketballspieler Mitte der 80er Jahre ein Ende fand. Vor allem aber kennt er noch Clubs und Diskotheken, die es schon lange nicht mehr gibt. Längst nicht alle sind so bekannt wie das einstige „Top Ten“, in dem die Beatles auftraten und in das Lotto auch mal schlich, wenn die ersten Unterrichtsstunden ausfielen.
Während nächtlicher Fahrten zu und von Konzerten, vorbei an legendären Musikstätten und „Orten unserer Vergangenheit“, sei ihm und seinen Bandkollegen die Idee zum neuen Song „100 000 Nächte“ gekommen – wieder eine Liebeserklärung an Hamburg. Davon hat der Sänger gleich mehrere unter den 16 Titeln auf seiner neuen Platte. Mit „360 Grad“ schließe sich für ihn ein Kreis. „Künstlerisch und persönlich“ sei der Titel zu verstehen. Insgesamt sechs Jahre lang habe er daran mit Kollegen gearbeitet, „jetzt wurde es echt Zeit“.
Ein Lied hat der Stadionsprecher beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, der Heimspiele stets mit der Fußballversion von „Hamburg, meine Perle“ einläutet, einer ehemaligen HSV-Ikone gewidmet: „Hermann“ für den 2014 gestorbenen Kultmasseur Hermann Rieger. „Das war mir ein persönliches Anliegen“, erklärt der Musiker, der das Lied schon live gespielt hat. „Hermann war mit uns auf Tour, mit uns auf der Bühne, er hat bei über 100 Konzerten mitgemacht.“
Das HSV-Stadion im Volkspark gehört selbstverständlich auch zu den Stationen auf Lottos Rundfahrt. „Da sieht man mal, wie groß Uwe Seeler wirklich ist“, sagt er grinsend beim riesigen Bronze-Fuß-Denkmal des HSV-Idols vor dem Stadion. Dort hat sein Verein am Wochenende wieder eine Niederlage kassiert. Lotto bleibt zuversichtlich. Schafft der HSV den Klassenerhalt? „Das will ich doch hoffen.“