Müllmann durch Spritze im Gelben Sack verletzt
Spirtzen in Gelbe Säcken verletzen immer wieder Müllmänner, Foto: Sven Hoppe/dpa
Spritzen in Gelben Säcken verletzen immer wieder Müllwerker. Der letzte Fall: Ein Mitarbeiter der Karl-Meyer-Gruppe musste mit einer blutenden Wunde ins Krankenhaus, eine Spritze aus einem Gelben Sack hatte sich in Himmelpforten in sein Knie gebohrt.
Offene Spritzen und Kanülen sind seit Jahren ein Problem, wie die Verletzung aus der vergangenen Woche zeigt. „Dabei dürfen die medizinischen Abfälle gar nicht im Gelben Sack entsorgt werden“, klagt Lars Koch, Sprecher des Unternehmens aus Wischhafen. Um mögliche Infektion auszuschließen, müsse sein Blut jetzt mehrere Monate regelmäßig untersucht werden. Die Polizei ist eingeschaltet, konnte den Verursacher allerdings noch nicht ermitteln. Die Zuordnung der falsch befüllten Gelben Säcke ist vor allem bei Mehrparteienhäusern oder bei Sammelplätzen schwierig.
Karl Meyer AG: Eine echte Gefahr für die Müllwerker
In den vergangenen Jahren wurden immer wieder offene Spritzen und Kanülen in den Säcken entsorgt. „Wir haben zwei oder drei Unfälle mit Spritzen in Gelben Säcken pro Jahr, wenn auch nicht immer so schwerwiegend wie jetzt“, sagt John Rolff, Geschäftsführer der Karl Meyer Kommunalentsorgung GmbH. Die falsche Entsorgung der medizinischen Abfälle ist kein Kavaliersdelikt. „Es ist eine echte Gefahr für die Müllwerker“, sagt Rolff.
Die Dunkelziffer falsch befüllter Gelbe Säcke, die beim Recycling Zentrum Stade (RZS) angeliefert werden, ist vermutlich deutlich höher. Deshalb appellieren die RZS-Mitarbeiter an alle Bürger, keine Spritzen und Kanülen im Gelben Sack zu entsorgen. Das sei nicht nur für die Müllwerker gefährlich, da von ihnen „eine Infektionsgefahr ausgeht“. Auch Passanten sowie spielende Kinder oder Tiere können sich an den Spritzen verletzen. Kurzum: Spritzen und Kanülen gehören – möglichst „durchstichsicher verpackt“ – in die graue Restmülltonne. Was gehört in den Gelben Sack? Eine Übersicht gibt es hier. (bv)
Offene Spritzen und Kanülen in Gelben Säcken sind seit Jahren ein Problem. Foto: Karl-Meyer-Gruppe