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„Wachstumschampion des Jahres 2019“

Mulsumer Bauunternehmen auf Wachstumskurs

Inhaber Hauke Wiebusch präsentiert vor dem Firmensitz in Mulsum die Urkunden von Focus Business und Financial Times. Foto: Beneke

Inhaber Hauke Wiebusch präsentiert vor dem Firmensitz in Mulsum die Urkunden von Focus Business und Financial Times. Foto: Beneke

Erst die Auszeichnung Wachstumschampion von Focus Business, dann eine Platzierung in einem europaweiten Ranking der Financial Times: Das Mulsumer Bauunternehmen Wiebusch ist auf Erfolgskurs. „Wir haben damit nicht gerechnet“, sagt Inhaber Hauke Wiebusch.

Von Daniel Beneke Dienstag, 02.07.2019, 16:00 Uhr

Alles begann mit einem Brief von der Zeitschrift Focus Business. Das Bauunternehmen Wiebusch bekam einen Fragebogen zugeschickt, musste vom Steuerberater beglaubigte Jahresabschlüsse einreichen. Das Magazin kürte den Mittelständler vom Rübenkamp in Mulsum zu einem „Wachstumschampion des Jahres 2019“. Das Wirtschaftsmagazin hat gemeinsam mit dem Datenunternehmen Statista deutsche Unternehmen mit den höchsten Umsatzzuwächsen ermittelt. Wiebusch landete auf Platz 8 bei den Unternehmen im Baugewerbe und auf Platz 134 im Gesamtranking.

Berücksichtigung fanden eigenständige Firmen in Privatbesitz ebenso wie börsennotierte Unternehmen. Aus mehr als zwei Millionen Handelsregistereinträgen hat Statista tausende Unternehmen mit überdurchschnittlich hohem Wachstum herausgefiltert. Das europaweite Pendant zu der Erhebung ist das Ranking der Wirtschaftszeitung Financial Times, die sich mit den 1000 am stärksten wachsenden Betrieben in Europa beschäftigt hat. Hier kam Wiebusch auf Rang 600.

„Wir haben uns sehr darüber gefreut“, sagt Inhaber Hauke Wiebusch. Die Rankings seien eine tolle Anerkennung der Arbeit der Belegschaft. 1992 hat sein Vater Hartmut Wiebusch den Betrieb im Dorf gegründet, 1996 folgte der Umzug zum Rübenkamp. 2016 und 2018 hat die Firma den Standort erweitert, unter anderem um eine Halle und zusätzliche Büros. Junior Hauke Wiebusch hält seit 2013 das Zepter in der Hand, 2005 stieg er in die Firma ein. Die Lehre zum Maurer schloss er in einem anderen Betrieb als Innungsbester ab, arbeitete anschließend zwei Jahre lang als Geselle. Anschließend folgte der Meister als Maurer und Betonbauer – mit Auszeichnung. 2007 bildete Hauke Wiebusch sich zum Energieberater fort.

Die ganzheitliche, persönliche Beratung steht für den 37-Jährigen an erster Stelle. Er möchte seine Kunden ohne Musterhausparks und Hochglanzbroschüren überzeugen. Im Jahr bauen seine Mitarbeiter in den Landkreisen Stade, Rotenburg, Cuxhaven und Harburg um die 50 Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser mit bis zu zwölf Wohneinheiten „nach individuellen Grundrissen“. Hinzu kommen Sanierungsaufträge. Diese Sparte hat Vater Hartmut Wiebusch lange federführend betreut.

Das Vertrauen sei der Grundpfeiler des Erfolgs, sagt der Firmenchef. Für die Kunden sei der Hausbau die größte Investition ihres Lebens. „Wir leben von der Weiterempfehlung zufriedener Kunden“, sagt Hauke Wiebusch. Ein größeres Lob könne es gar nicht geben. Die Basis sei eine offene Kalkulation, die der Kunde versteht: „Er muss wissen, woran er ist. Wir spielen mit offenen Karten.“ Auch Eigenarbeiten durch den Auftraggeber seien möglich. Er habe jeden Tag aufs Neue die Möglichkeit, den Kunden dabei zu unterstützen, sich seinen Lebenstraum mit einem Eigenheim zu erfüllen. „Das macht einfach Spaß.“ Mit einer 3-D-Visualisierungssoftware geht Hauke Wiebusch neue Wege.

Gleiches gelte für den Umgang mit den Mitarbeitern. „Es kamen zur richtigen Zeit die richtigen Leute“, sagt Hauke Wiebusch. Er arbeitet bewusst vorwiegend in der Umgebung, will den Angestellten weite Anfahrtswege zu Baustellen ersparen. Außerdem setzt der Bauunternehmer konsequent auf die Ausbildung, hat zum Sommer drei neue Lehrlinge eingestellt. Zwei weitere werden im kommenden Jahr ihre Ausbildung beenden. Das zeichne das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber aus und spiegele sich in einer zunehmenden Zahl an Bewerbern nieder – entgegen des Branchentrends. „Es ist schwierig, aber es funktioniert“, beschreibt er die Situation.

„Wachstum ist schön, aber die Qualität darf nicht darunter leiden“, sagt der 37-Jährige. Die gute Baukonjunktur schlägt sich auch bei der Firma Wiebusch nieder. Bevor die sechsmonatige Bauzeit beginnt, gehen inzwischen zehn bis zwölf Monate ins Land.

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