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Museumsschiff „Iris-Jörg“ wird restauriert

Nach 15-jähriger Liegezeit hat das Museumsschiff „Iris Jörg“ am Sonnabend erstmals den Wischhafener Hafen verlassen. Aus eigener Kraft ging es zur Werft nach Wewelsfleth, wo das 61 Jahre alte Küstenmotorschiff gründlich überholt werden soll.

Sonntag, 10.09.2017, 16:30 Uhr

Von Günter Hamann

Begleitet wurde der Oldtimer auf seiner Fahrt von 20 Fans auf dem Ewer „Anna-Lisa“ und einem Schlepper der Peters-Werft.

Die „Iris-Jörg“ gehört zum Wischhafener Küstenschiffahrtsmuseum, für dessen Leiter Volker von Bargen am Sonnabend ein Traum in Erfüllung ging. Tatkräftig unterstützt vom Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke war es ihm gelungen, die Finanzierung der dringend erforderlichen Restaurierungsarbeiten zu sichern. Ins Boot holte er sich dabei das Amt für regionale Landesentwicklung Bremerhaven und die Kreissparkasse Stade.

Das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Schiff wurde 1956 auf der Nobiskrug Werft in Rendsburg gebaut. Obwohl im Laufe der Jahre die Besitzer wechselten, befindet sich das Schiff zum größten Teil noch im Originalzustand. Dies war auch der Grund für die Verantwortlichen im Wischhafener Museum, das Schiff 2002 käuflich zu erwerben, denn, so Volker von Bargen: „Zum einzigen Küstenschiffahrtsmuseum in Deutschland gehört unbedingt ein Kümo“. Das Schiff befand sich noch in Fahrt und hatte bei der Besichtigung bei allen einen guten Eindruck hinterlassen. Doch der Zahn der Zeit hatte seine Spuren hinterlassen, und so wurde die „Iris Jörg“ in einer beispielhaften Aktion der ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins restauriert. Besonders dem unermüdlichen Einsatz von Heiko Paasch und dem inzwischen verstorbenen Cadenberger Kapitän Ludwig Badenius war die erfolgreiche Sanierung zu verdanken.

Seitdem ist die „Iris Jörg“ ein Schmuckstück im Wischhafener Museumshafen, der durch weitere Kümos, Ewer und historische Schiffe den Besuchern ein herrliches Bild bietet. In den letzten Jahren wurde die „Iris Jörg“ für Ausstellungen, Filmvorführungen und Tagungen genutzt. Dies soll auch so bleiben, wenn das Schiff nach erfolgreicher Restaurierung wieder in Wischhafen festmacht. Da sich nur zwölf Personen an Bord befinden dürfen, ist an eine Nutzung für touristische Ausflugsfahrten nicht gedacht. Inzwischen wird die „Iris Jörg“ vom Wischhafener Kapitän Michael Zabel liebevoll betreut. Mit ihm und weiteren Mitstreitern des mehr als 350 Mitglieder zählenden Fördervereins würde Volker von Bargen dann gerne zu größeren Hafenfesten schippern, um zum Beispiel mit einer Fotoausstellung über Nordkehdingen im ehemaligen Laderaum des Schiffes für die Samtgemeinde zu werben.

Eine besondere Überraschung gab es bei der Ankunft in Wewelsfleth: Zur Begrüßung hatten sich hier Iris und Jörg, die Kinder des Kapitäns Karl Meier aus Brunsbüttel, eingefunden, deren Namen das Küstenmotorschiff seit 1965 trägt.

Information

Die „Iris-Jörg“ wurde 1956 auf der Nobiskrug Werft in Rendsburg für die Reederei Stüpnitz aus Hamburg erbaut und auf den Namen Eilenburg getauft. Es ist 45 Meter lang, 8 Meter breit und einen Tiefgang von 2,5 Meter. Das als „Rhein-Schiff“ konzipierte Schiff mit umlegbaren Masten wurde für Holzfahrten aus Skandinavien eingesetzt. 1964 wurde das Küstenmotorschiff von der Firma Thode aus Hamburg gekauft und kurz danach von Kapitän Karl Meier aus Brunsbüttel erworben. Seitdem trägt das Schiff den Namen seiner beiden Kinder Iris und Jörg. 1982 kaufte der Stader Kapitän Hubertus Klose, der auf der „Iris-Jörg“ lange als Steuermann gefahren war, das Schiff und veräußerte es 2002 an das Museum.

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