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Muss eine Notaufnahme in Harburg schließen?

Wird die Asklepios-Klinik Harburg bei der Zuführung von Notfällen bevorzugt behandelt?

Wird die Asklepios-Klinik Harburg bei der Zuführung von Notfällen bevorzugt behandelt?

Dem Süderelberaum droht eine Notaufnahme wegzufallen. Nach Angaben der CDU-Politikerin Birgit Stöver gibt es bei der Geschäftsleitung des Helioskrankenhauses Mariahilf Überlegungen, die Notaufnahme der Klinik zu reduzieren oder sogar komplett einzustellen.

Von Sabine Lepél Mittwoch, 31.08.2016, 18:52 Uhr

Der Grund dafür soll der deutliche Rückgang von Notfallzuführungen sein. Laut des aktuellen Krankenhausplans sind mit der Asklepios-Klinik Harburg und der Helios-Mariahilf-Klinik an der B 73 zwei Krankenhäuser für die klinische Krankenversorgung im Bezirk Harburg zuständig. Allerdings haben sich die Zahlen bei den Notfallzuführungen, also der Einlieferungen von Notfallpatienten in Krankenhäuser mit einem Rettungs- oder Notarztwagen, im Vergleich der beiden Harburger Kliniken in den vergangenen Jahren auffallend unterschiedlich entwickelt. Während die Notaufnahme der Asklepios-Klinik Harburg von den Rettungs- und Notdienstfahrzeugen zu über 70 Prozent angefahren wurde, ist die Zahl der Notfallzuführungen bei der Helios-Mariahilf-Klinik rückläufig, obwohl die Gesamtzahl stetig steigt.

Die Antwort des Hamburger Senats auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver aus Harburg bestätigt die Zahlen. „Leider hat es zu den Zahlen aus den vergangenen Jahren keine ausgleichenden Verschiebungen gegeben“, so Stöver. Im Jahr 2014 hat es laut Senat-Antwort in der Asklepios-Klinik Harburg 12 964 Notfallzuführungen gegeben, bei der Helios-Mariahilf-Klinik hingegen nur 4359. Für das Jahr 2015 sieht es ähnlich aus: 13 013 Mal wurde Asklepios in Harburg angefahren, die Helios-Mariahilf hingegen nur 5374 Mal. Auch die Zahlen für das Jahr 2016 belegen eine ähnliche Tendenz: 7754 Notfallzuführungen bis zum 31. Juli für Asklepios, für Mariahilf im selben Zeitraum nur 3160.

Die Notfallzuführungen werden in Harburg in der Regel von der Hamburger Feuerwehr, aber zu einem gewissen Teil auch von Hilfsorganisationen wie dem Roten Kreuz und dem Arbeiter Samariter Bund vorgenommen. „Offensichtlich sind es die Einsatzfahrzeuge der Hamburger Feuerwehr, die direkt der Innenbehörde untersteht, die die Asklepios Klinik in Harburg bevorzugen“, sagt Stöver und fragt: „Wie fair geht die Stadt eigentlich mit den Krankenhausbetreibern in unserer Stadt um ?“ Hintergrund: Während die Asklepios-Kliniken in Hamburg zu 25,1 Prozent der Stadt gehören, sind die Helios-Kliniken in privater Hand. „Sollte sich hier der Verdacht der Bevorzugung von Asklepios durch die Stadt erhärten, steht eins fest: Das Patientenwohl steht hierbei nicht im Vordergrund“, sagt Stöver. Mit Blick auf das Patientenwohl seien die Überlegungen der Geschäftsleitung der Helios-Klinik Mariahilf alarmierend. Diese sei über den deutlichen Rückgang von Notfallzuführungen besorgt und überlege bereits, die Notaufnahme zu reduzieren oder gar komplett einzustellen, so Stöver. „Diese Konsequenz hätte der Patient auszubaden. Ich fordere den Senat auf, bei den Notfallzuführungen in Hamburg dafür Sorge zu tragen, dass allein das Patientenwohl entscheidet.“

Das Mariahilf-Krankenhaus gehört zum Helios-Konzern und wird weit weniger angefahren.

Das Mariahilf-Krankenhaus gehört zum Helios-Konzern und wird weit weniger angefahren.

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