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Nach Berliner Cyberangriff: Seien Sie bei Captchas wachsam

Mit Methoden wie „reCAPTCHA“ von Google überprüfen zahlreiche Webanbieter, ob es sich bei den Endnutzern um Menschen oder Bots handelt. (Symbolbild)

Mit Methoden wie „reCAPTCHA“ von Google überprüfen zahlreiche Webanbieter, ob es sich bei den Endnutzern um Menschen oder Bots handelt. (Symbolbild) Foto: Kress

Checkboxen als Beweis, dass man ein Mensch ist, kennt jeder. Daher genießen sogenannte Captchas ein gewisses Vertrauen. Doch das nutzen Angreifer wie kürzlich in Berlin aus.

Von Redaktion 12.09.2026, 11:00 Uhr
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Wer beim Öffnen von Webseiten auf „Bestätigen Sie, dass Sie ein Mensch sind“-Captchas stößt, sollte nach dem Setzen des Häkchens zur Bestätigung besonders vorsichtig sein.

Wird nach dieser Maus-Aktion ganz normal Zugang zur Seite gewährt, ist alles in Ordnung - es handelt sich wirklich um eine Seite, die sich mit Hilfe von Captchas vor Bots schützen möchte.

Fordern Captchas Tastenkombis? - Sofort Browser schließen

Erscheinen aber stattdessen weitere Anweisungen zum Ausführen von Tastenkombinationen in Verbindung mit Windows-Terminal- oder PowerShell-Fenstern?

Dann ist man auf einer brandgefährlichen, manipulierten Webseite gelandet, die Schadsoftware auf den Rechner schleusen will, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dann heißt es: sofort abbrechen und den Browser schließen.

Berliner Verwaltung über diese Methode gehackt

Denn mit großer Wahrscheinlichkeit ist man auf einer kompromittierten Webseite gelandet - oder mittels Phishing oder Social Engineering gezielt dorthin gelockt worden.

Dieses Vorgehen von Hackern ist Teil von Angriffen, die als Terminalfix oder Clickfix bezeichnet werden und die Hacker auch in das IT-Landesnetz der Berliner Verwaltung geführt haben. Den Hackern hat dabei wahrscheinlich so eine Fake-Captcha-Abfrage Tür und Tor geöffnet. Vor dem BSI hatte Ende August auch schon Microsoft vor diesen Angriffsmethoden gewarnt, die erstmals 2024 aufgetaucht waren.

Hacker nutzen Captchas, um Schadsoftware zu installieren oder Daten abzugreifen. (Symbolbild)

Hacker nutzen Captchas, um Schadsoftware zu installieren oder Daten abzugreifen. (Symbolbild) Foto: Philip Dulian/dpa

Wie der Angriff mit Fake-Captchas funktioniert

Dass man es mit einem gefälschten Captcha zu tun hat, wird klar, sobald Anweisungen auftauchen, die zur angeblichen weiteren Verifikation das Ausführen diverser Tastenkombinationen fordern.

Im Detail funktioniert der Angriff so:

  • Mit dem Setzen des Häkchens ist schon ein bösartiger Befehl in den Zwischenspeicher kopiert worden.
  • Im zweiten Banner wird man dann dazu aufgefordert, per Tastenkombination ein Windows-Eingabefeld zu öffnen.
  • Mit einer weiteren Tastenkombi soll man dann nichtsahnend den gefährlichen Befehl aus der Zwischenablage in das Eingabefeld einfügen und dann ausführen.
  • Danach haben die Angreifer auf dem Rechner und gegebenenfalls in verbundenen Netzwerken quasi freie Hand, können Schadsoftware installieren oder auch Daten abgreifen.

Angriffsopfer sollten ihren PC zurücksetzen

Da viele Schadprogramme tiefgreifende Änderungen am System vornehmen, die nicht einfach rückgängig gemacht werden können, sollten Betroffene nach einer tatsächlichen Infektion mit der Malware aus dem Angriff sicherheitshalber den ganzen Computer neu aufsetzen.

Das bedeutet im Detail:

  • Das Betriebssystem ganz neu installieren und die eigenen Daten möglichst von Backups auf externen Datenträgern wieder auf den Computer spielen.
  • Gibt es keine oder keine aktuelle Datensicherung auf externen Datenträgern, die grundsätzlich bei keinem Anwender fehlen sollten, müssen die eigenen Daten vor dem Neuaufsetzen des Rechners natürlich erst einmal gesichert werden.
  • Zusätzlich sollten sicherheitshalber alle Passwörter von Onlinekonten geändert werden, zuallererst die der E-Mail-Accounts. (dpa/kk)

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