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Neustart geplant

Nach Fitnessloft-Aus in Buxtehude: Jetzt wehrt sich der Vermieter

Diese Geräte wollte Fitnessloft eigentlich abtransportieren, bevor der umstrittene Auszug gestoppt wurden.

Diese Geräte wollte Fitnessloft eigentlich abtransportieren, bevor der umstrittene Auszug gestoppt wurden.

Das spektakuläre Ende von Fitnessloft in Buxtehude beschäftigt die Menschen und die sozialen Netzwerke nach wie vor. Es sind auch Gerüchte im Umlauf, die den betroffenen Vermieter Thorsten Kern und die Buxtehuder Stadtverwaltung ärgern.

Donnerstag, 06.08.2020, 06:00 Uhr

Das Braunschweiger Unternehmen Fitnessloft mit 33 Filialen hatte seine angemieteten Räume in der Rudolf-Diesel-Straße gekündigt und versucht, die Fitnessgeräte und weiteres Inventar aus dem Gebäude zu räumen. Dies hatte Vermieter Thorsten Kern verhindert, indem er die Umzugswagen mit einem Auto blockierte und sich anschließend eine einstweilige Verfügung besorgte. Die Kunden und beide Mieter waren über den Auszug nicht informiert worden und standen vor verschlossenen Türen.

„Es wird hier am Standort so schnell wie möglich wieder ein multifunktionales, familiär geprägtes Fitnessangebot geben“, sagt Thorsten Kern. Er ist derzeit mit mehreren Anbietern im Gespräch, sollten diese kein positives Ergebnis haben, werde er dort selbst wieder Fitness anbieten. Thorsten Kern hatte 20 Jahre lang, bis vor zwei Jahren, unter dem Namen Fitsport am Standort Rudolf-Diesel-Straße im Gewerbegebiet Lüneburger Straße selbst ein renommiertes Studio betrieben, schließlich die Räume an den Nachfolger vermietet.

Die Lüftungsanlage ist seit vielen Monaten außer Betrieb und die Kabel baumeln in der Luft.

Die Lüftungsanlage ist seit vielen Monaten außer Betrieb und die Kabel baumeln in der Luft.

Kern bereitet Gebäude auf Neustart vor

„Ich war von dem Konzept und der Internetpräsenz von Fitnessloft begeistert“, schildert Thorsten Kern die Entwicklung aus seiner Sicht. Auch dass die Firma eine eigene Baufirma für die besprochenen Umbauten einsetzen wollte, habe ihm gefallen. Ernüchtert habe ihn dann, als Bauarbeiten nicht fachgerecht und ohne Absprache und Dokumentation erfolgt seien. „Ich habe bis heute keine Bau- oder Revisionspläne bekommen“, sagt er. Unter anderem seien bei den Umbauten Räume entstanden, die keine Heizung und keine Be- und Entlüftungen haben. Fitnessloft sieht das anders. „Da man selbst keine Dokumentation vom Vermieter bekomme habe, hätte man auch keine liefern können“, so Markus Sigl von Fitnessloft. Laut Vermieter sei im Mietvertrag aber anders vorgesehen.

Thorsten Kern hat seit dem fluchtartigen Verlassen der Räume durch Fitnessloft die Firmen und Handwerker zusammengeholt, die in den vergangenen zwei Jahren dort im Einsatz waren und bereitet das Gebäude auf einen Neustart vor. Zum Beispiel gibt es vom Bauordnungsamt eine Liste mit Mängeln am Brandschutz, die durch die Umbauarbeiten entstanden sind. Für den Vermieter ist die Feststellung wichtig, dass er in keiner Form an den Umbauten beteiligt war.

Räume sollen schnell wieder nutzbar sein

Auch wenn es durch den überstürzten Auszug aktuell etwas unordentlich in den Räumen aussieht, geht Thorsten Kern davon aus, dass die Räumlichkeiten schnell wieder genutzt werden können. Die Fitnessloft-Mitarbeiter hatten Einrichtungsteile aus Duschen und Sanitärräumen in demontiert. Auch Feuerlöscher sollten mitgenommen werden, so der Eindruck vor Ort. Ein Teil der Einrichtung und der Geräte war abtransportiert worden, bevor der Vermieter die Aktion stoppte.

Eigentlich wollte der Vermieter sich zu dem Vorgang nicht mehr öffentlich äußern und sich stattdessen auf die Wiedereröffnung konzentrieren. Er sorgt sich jetzt aber um seinen Ruf als Vermieter, da Fitnessloft sein Verhalten öffentlich als geschäftsschädigend eingeordnet habe. Thorsten Kern ist Vermieter des B4-Funparks, zu dem auch BuxBowl und der beliebten Buxtehuder Diskothek Freudenhaus gehören.

Auch Teile der Sanitäreinrichtung sollten an andere Fitnessloft- Standorte transportiert werden.

Auch Teile der Sanitäreinrichtung sollten an andere Fitnessloft- Standorte transportiert werden.

Defizite bei der Kommunikation

Es sei oft schwierig gewesen, bei Fitnessloft einen Ansprechpartner zu finden. Ein Defizit in Sachen Kommunikation sieht auch Sladjan Andrejic. Der Buxtehuder gehört bei Fitnessloft zum vom Unternehmen gegründeten Mitgliederbeirat. Es habe viele Versprechungen gegeben, die nicht eingehalten worden seien, sagt er. „99 Prozent der Dinge, die man hätte kommunizieren können, wurden nicht kommuniziert“, sagt er. Auch anderen Mitglieder bestätigen dies. Auch hier sieht das Unternehmen keine Defizite auf seiner Seite.

So geht es weiter

Fitnessloft hat noch einen Mietvertrag von acht Jahren. Ob die vom Unternehmen ausgesprochene fristlose Kündigung rechtens ist, müsste letztlich ein Gericht klären, wenn es keine Einigung im Vorfeld gibt. Der Vermieter vermutet außerdem, dass das nächtliche Ausräumen durch das Unternehmen den Tatbestand einer Straftat erfüllt. Er hatte sein Vermieterpfandrecht erklärt, als er der mangelhaften Ausführung der Arbeiten gewahr wurde. Ein anwaltliches Schreiben und die Antwort von Fitnessloft belegen diese Aussage.

Die Stadtverwaltung mit dem Bauordnungsamt will sich zur Schuldfrage zum Thema Brandschutzmängel nicht einmischen. Aber: „Eine Schließung des Fitnessstudios aufgrund von Brandschutzmängeln stand zu keiner Zeit im Raum“, sagt Fachgruppenleiterin Mandy Nagel. Es habe eine Mängelliste und eine Frist zu deren Beseitigung gegeben, die Mitte Juli geendet sei.

„Als nächsten Schritt hätten wir eine Kontrolle durchgeführt und bei Nichtbefolgung ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet“, so Mandy Nagel. Wären die Mängel beim Brandschutz so schwerwiegend gewesen, dass ein Weiterbetrieb gefährlich gewesen wäre, hätte das Studio sofort geschlossen werden müssen.

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