TNach der Wahl nur heiße Luft
Zum Artikel „Schulterschluss in Nürnberg“ (TAGEBLATT vom 10. Februar) schreibt Paul Sachse aus Grünendeich:
Nein, nein, nein. Was ist noch schlimmer als Kooperation? Nur mal ein CDU-Versprechen: Sie will „vollziehbar Ausreisepflichtige“ (circa 40.000 Menschen) unmittelbar nach der Wahl in „Ausreisegewahrsam“ nehmen. Die Länder sollen „schnellstmöglich“ alle verfügbaren Liegenschaften als Haftplätze bereitstellen. Aber soweit vorhanden, sind die schon randvoll mit Migranten. Was tun? Containerlager aufstellen, mit Stacheldraht einzäunen, Wachtürme aufstellen - Flutlichtanlagen installieren - Wachpersonal akquirieren? Sieht zwar wie KZ aus, aber vor der Wahl, Schwamm drüber.
Erwartbare Klagen mit aufschiebender Wirkung vor dem Verfassungsgericht, vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte? Aufschiebende Klage der Umweltverbände, weil auf den geplanten Flächen ein grüngestreifter Lurch seine letzte Population austobt? Vor der Wahl, Schwamm drüber. Dass man nach der Wahl deutliche Kompromisse mit Koalitionspartnern eingehen muss? Vor der Wahl, Schwamm drüber.
Täglich 80 Tonnen Lebensmittel einkaufen, zubereiten und austeilen (von wem)? Auf welchen Tellern und mit welchem Besteck? Täglich 48.000 Hektoliter Wasser zum Trinken und Waschen - Gläser und Duschen bereitstellen und täglich viele Tonnen Dickes und noch mehr Hektoliter Dünnes entsorgen? Diesen und anderen „Pipifax“ unmittelbar nach der Wahl umsetzen?
Zitat meines Vaters vor Jahrzehnten: Wenn sich der Zigarettenqualm und der Alkoholgestank der Stammtische verzogen hat, wachen die Herren der Schöpfung in einer anderen Welt auf - und siehe da, was ihnen so fremd und unwirklich scheint, ist die Realität. Anders gesagt: Wer vor der Wahl die Backen so weit aufbläst, dass nach der Wahl nur heiße Luft rauskommen kann, der bestätigt jene Stammtischparolen, Politiker würden nur reden und nicht handeln.
Ja es muss gehandelt werden, aber auf Grundlage der Realität. Wer das den Wählern nicht erklärt, treibt sie und unsere Demokratie den Rechtsradikalen von der AfD immer weiter in die Arme.