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Leserbriefe

TNachbarländer als Vorbilder

Zum Thema „Elbfähren - Tunnelbau“ (diverse Artikel im TAGEBLATT) schreibt Jan-J. Ruinys aus Lamstedt:

Mittwoch, 22.01.2025, 14:18 Uhr

Es fehlt uns einfach der „Wumms“, die Elbe mit dem Projekt A20 zu über- oder unterqueren. Statt dessen immer wieder Berichte und Fotos, wie sich dank der massiven, millionenschweren Unterhaltungsbaggerei des Fahrwassers der Elbe, mühsam uralte „Methusalems“ (Elbfähren) den Weg durch die total verschlickten Fahrwasser der Wischhafener Süderelbe quälen und dadurch der Verkehr über die Elbe mit kilometerlangen Rückstaus bis in die umliegenden Ortschaften fast zum Erliegen kommt. Der Betreiber „Förde Reederei Seetouristik (FRS)“ dieser Uraltfähren möchte mithilfe der hoheitlichen „Schatulle“ mit dem W-Fähranleger aus der verschlickten Wischhafener Süderelbe raus, um ihn direkt an die Elbe zu verlegen. Mit dieser Maßnahme erhofft man sich letztendlich einen Synergieeffekt von unglaublichen 600 Prozent der Beförderungskapazitäten. Eigentlich gehören die Fähren langsam ins Museum. Die drei gescheiterten Versuche in den vergangenen 25 Jahren, mit den Elbeferries die Elbe zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel mit „Uralt-Fähren“ zu queren, waren Pleitedesaster mit Ansage. Ich selber durfte als Kapitän der damaligen Reederei „Elbe-Ferry“ erfahren, welch flaues Gefühl es manchmal war, morgens um 6 Uhr auf erstem Törn von Brunsbüttel nach Cuxhaven mit „leerem Saal“ (leer Schiff) die Fahrt anzutreten, dabei wissend, dass damals schon pro Tag und Schiff etwa 10.000 DM eingefahren werden mussten, um die laufenden Tageskosten zu decken. Ich verstehe bis heute nicht, weshalb bei all der Machbarkeitsstudien und Gutachten, welche gemacht wurden, nicht rechtzeitig auf die viel zu lange Fahrtstrecke von sage und schreibe 30 Kilometer als „Pleite-Faktor“ verwiesen wurde. Unsere Nachbarländer als moderne Industrienationen - Stichworte: „Flussquerungen und Schlickhäfen“ -sind längst auf der Zukunftsschiene bezüglich Infrastruktur wie Brücken, Tunnel, Tiefwasserhäfen und Terminals unterwegs. Derweil verharren wir ohne „Wumms“ weiter mit unserer „Uraltinfrastruktur“ aus dem vergangenen Jahrtausend. Die viel beschworene Innovation und Zukunft gehen anders ...

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