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Neu Wulmstorf: Das neue Stadtviertel kommt zügig

Auch im Rat: BGM Wolf Rosenzweig (SPD)

Auch im Rat: BGM Wolf Rosenzweig (SPD)

Für den neuen kleinen Stadtteil an der B 73 hat die Gemeinde jetzt den Vertrag mit dem Investor geschlossen und damit den Auftakt gegeben für die Planung des neuen Quartiers mit 360 Mietwohnungen. Schon 2017 könnte dort gebaut werden.

Von Claudia Michaelis Montag, 01.02.2016, 17:15 Uhr

Das auf absehbare Zeit wohl größte städtebauliche Zukunftsprojekt in Neu Wulmstorf rückt in greifbare Nähe: Mit dem Abschluss des städtebaulichen Vertrags hat die Gemeinde in der vergangenen Woche den Starschuss gegeben für die Umwandlung des alten Gewerbegebiets im Karree zwischen B 73, Lessingstraße und Fritz-Reuter-Straße in ein neues Wohngebiet. Wie berichtet, hatten die Gemeinde und der Eigentümer des Geländes, Karl Maier, nach jahrelanger Suche nach einer sinnvollen künftigen Nutzung des fünf Hektar großen Areals des früheren Edeka-Zentrallagers eine Lösung gefunden, die in der Politik auf breite Zustimmung stößt: Auf dem Areal zwischen dem ehemaligen Möbel-Meyn-Gelände und dem auf der Westseite der Lessingstraße angrenzenden Wohngebiet soll ein neues Wohnviertel mit Wohnblöcken für Mietwohnungen entstehen.

360 Wohnungen sollen in mehreren drei- bis viergeschossigen Häusern entstehen, dazu Tiefgaragen, Park- und Spielplätze. Das Bauvorhaben soll vor allem die große aktuelle Mietwohnungsnot in Neu Wulmstorf lindern, deshalb wollen Investor, Politik und Verwaltung das Projekt jetzt zügig anschieben. „Das ist ein großes und wichtiges Projekt für Neu Wulmstorf“, betonte Bürgermeister Wolf Rosenzweig bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus.

In den nächsten vier bis fünf Wochen werde es zunächst eine öffentliche Info-Veranstaltung geben, bei der die Bürger das Projekt näher vorgestellt bekommen, kündigt Thomas Saunus, Fachbereichsleiter Ortsentwicklung im Rathaus, an. Möglichst noch vor der Sommerpause soll die formale Öffentlichkeitsbeteiligung über die Bühne gehen, nach der Sommerpause soll die öffentliche Auslegung der Planung stattfinden. Wenn alles gut läuft, könnte der Rat Anfang 2017 den Bebauungsplan beschließen und das neue Wohngebiet im Laufe des Jahres 2017 Gestalt annehmen.

Mit dem neuen Wohngebiet plant die Gemeinde auch den Bau einer neuen Zufahrtsstraße, die auf der Ostseite des Wohnviertels zum Gewerbegebiet hin gebaut werden und das Wohngebiet von der B 73 aus erschließen soll. „Wir wollen vermeiden, dass der ganze Verkehr ins und aus dem Wohngebiet durch die Lessingstraße muss. Wir haben hier jetzt die einmalige Chance, dass aus der Lessingstraße eine ruhige Wohnstraße wird“, sagt Saunus.

Die meisten Anwohner an der Lessingstraße, die später zur Bundesstraße hin Sackgasse werden soll, begrüßen diese Entwicklung. Sie leiden seit vielen Jahren unter dem Lärm, den die durch die Lessingstraße ins Gewerbegebiet fahrenden und teils nachts mit laufenden Aggregaten dort parkenden Lkw verursachen. Durch die Einbeziehung des neuen Quartiers in das angrenzende Wohngebiet wäre das dann vorbei.

Ein Wermutstropfen hingegen bleiben die Gewerbeflächen, die Neu Wulmstorf durch die Umnutzung des Areals verliert. Die Gewerbetreibenden, die derzeit noch auf dem Gelände wirtschaften, haben ihre Kündigungen zu Mitte des Jahres bekommen, und die Gemeinde kann ihnen keinen ortsnahen Ersatz anbieten. Sie werden nun zwangsweise aus Neu Wulmstorf wegziehen – wie der Familienbetrieb ASC Logistics, den André und Sylvia Zimmermann seit Jahren an der Lessingstraße führen: „Wir orientieren uns jetzt zwangsläufig wieder Richtung Hamburg zurück. Etwas anderes bleibt uns nicht“, sagt Sylvia Zimmermann.

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